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Full text: Jahresbericht 1988

Nautische Veröffentlichungen, Vermessung und Seekartenwerk 
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phische Dienst hat die INT 1 als erster von sechs hydrographischen Diensten, die 
vom DHI das Reproduktionsmaterial der INT 1 erhalten haben, faksimile nachge 
druckt. 
Internationale Empfehlungen und Standards beeinflussen die Arbeit und damit die 
Gestaltung und den Inhalt der Seekarten. Als Folge werden die Seekartenwerke 
aller hydrographischen Dienste umstrukturiert. Die internationale Arbeitsteilung 
bei der Herstellung der INT-Karten trägt langfristig dazu bei, das Angebot für die 
internationale Schiffahrt zu verbessern und die Kosten hierfür zu minimieren. Von 
Beginn an arbeitete das DHI am Aufbau des „Internationalen Seekartenwerkes“ 
aktiv mit. Auch an den Planungen für „Internationale Seekarten“ im außereuropäi 
schen Bereich beteiligt sich das DHI, indem es auf der Grundlage seiner Erfahrun 
gen und eigener Karten Stellung nimmt und Vorschläge erarbeitet. 
Auch in diesem Jahr richteten sich die kartographischen Aktivitäten besonders auf 
die Laufendhaltung aller deutschen Seekarten. Hierzu gehören die täglichen karto 
graphischen Fortführungsarbeiten nach den NfS, genauso wie die umfangreichen 
Überarbeitungen, die u. a. durch Neuvermessungen, Betonnungsumstellungen, Än 
derungen und Neueinrichtungen von Verkehrstrennungsgebieten, Häfen und Fahr 
wassern notwendig waren. Die Karten wurden hierbei schrittweise auf den interna 
tionalen Duktus umgestellt. 
Mit Wirkung vom 1. Januar 1989 werden für den Bereich der chilenischen Küste 
anstelle der bisherigen deutschen und britischen Seekarten entsprechende chileni 
sche Karten durch die NfS berichtigt. Für die deutschen Karten dieser Region wäre 
eine grundlegende Überarbeitung erforderlich gewesen, die sich jedoch wegen der 
damit verbundenen hohen Kosten bei zugleich sehr geringen Verkaufszahlen als 
nicht durchführbar erwiesen hatte; sie mußten deshalb zum Jahresende 1988 
eingezogen werden. Um weiterhin ein weltweites Berichtigungssystem beibehalten 
zu können, hat sich das DHI auf Vorschlag des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) 
bereit erklärt, künftig chilenische Seekarten in den NfS zu berücksichtigen. Ob 
gleich jene Karten bisher in der Regel nur in Chile erhältlich waren, werden sie 
vom VDR bevorzugt, weil sie den höchsten Aktualitätsstand aufweisen. 
Wie bisher erhielten der Bundesminister für Verkehr und die Wasser- und Schiff 
fahrtsverwaltung monatlich eine Liste der schwimmenden Seezeichen der Nord- 
und Ostseeküste der Bundesrepublik Deutschland. 
Die redaktionellen Arbeiten für das neu gegliederte „Verzeichnis der nautischen 
Karten und Bücher und sonstigen Veröffentlichungen“ (Nr. 2452) wurden im Okto 
ber abgeschlossen. 
Es wurden folgende Sonderaufgaben für die Bundesrepublik Deutschland wahrge 
nommen; 
- der Entwurf, die Überprüfung und Darstellung von Hoheits-, Fischerei- und 
Festlandsockelgrenzen und die Teilnahme an diesbezüglichen Verhandlungen. 
In diesem Zusammenhang waren für die z. Z. stattfindenden bilateralen Konsul 
tationsrunden mit den Niederlanden und Dänemark wesentliche Vorarbeiten 
für Grenzdarstellungen in den Bereichen Emsmündung, Lister Tief und Flens 
burger Förde zu leisten; 
- spezielle ständige Aufträge für die Bundesmarine; 
- Herstellung von 10 Sonderkarten (Auflage je 200 Stück) für die vorgesehene 
Befahrensregelung in den Nationalparken der Nordsee; 
- eine Sonderkarte für Ölbekämpfungsmaßnahmen für das WSA Cuxhaven; 
- diverse Kartendarstellungen für Seeamtsuntersuchungen. 
Darüberhinaus waren fachspezifische Anfragen aller Art aus dem In- und Ausland 
zu beantworten.
	        
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