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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
Ziel war es, eine Datenbank mit Seekarteninformationen für die „Elektronische 
Seekarte“ (Electronic Chart Display System - ECDIS) aufzubauen und ECDIS-Proto- 
typen unter realen Bedingungen zu erproben, um 
- für den Aufbau einer regionalen Datenbank Erfahrungen über den Umfang der 
Arbeiten und die notwendige Kooperation zwischen den hydrographischen Dien 
sten zu sammeln, 
- zu testen, inwieweit ECDIS-Systeme heute in der Lage sind, die Daten zu verar 
beiten, 
- verschiedene Methoden der Aufdatierung zu testen, 
- die zukünftigen Möglichkeiten von ECDIS einem größeren Personenkreis offen 
zulegen. 
Das DHI stellte für die Datenbank digitale Daten der Karte 44 (Elbmündung) bereit. 
Diese Daten wurden für die zukünftige Seekartenproduktion erfaßt. 
Im Oktober und November fand eine Demonstrationsfahrt mit dem norwegischen 
Forschungsschiff „Lance“ statt, bei der die Häfen von Stavanger, Göteborg, Esbjerg, 
Cuxhaven, Europort, Dünkirchen und Harwich besucht wurden. Diese Fahrt diente 
dazu, das Ergebnis des Projektes gemeinsam mit sechs Anbietern von ECDIS-Syste- 
men den Vertretern der Internationalen Seeschiffahrtsorganisation, der Internatio 
nalen Hydrographischen Organisation, von Schiffahrtsverbänden, Firmen, Hoch 
schulen und Behörden vorzustellen. Es gilt nun, die Erfahrungen aus dem Projekt 
auszuwerten, um die Entscheidungsfindungen im Hinblick auf ECDIS innerhalb 
von IHO und IMO unterstützen zu können. 
Seit Anfang des Jahres wird vom Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule Ham 
burg und der Firma Krupp-Atlas-EIektronik, Bremen, gemeinsam ein vom BMFT 
gefördertes Projekt „Elektronische Seekarte“ bearbeitet. Das DHI arbeitet bei zahl 
reichen damit in Zusammenhang stehenden Fragestellungen eng mit dem Fachbe 
reich Seefahrt zusammen. 
Das DHI beteiligte sich weiter an der internationalen Arbeit der Spezifikation der 
Anforderungen für ECDIS und der Erarbeitung von Standards in den entsprechen 
den Gremien der IHO. Hierdurch können die internationalen Arbeitsergebnisse mit 
den notwendigen Hintergrundinformationen schnell und direkt in die laufenden 
Planungs- und Entwicklungsarbeiten für das nautische Informationssystem einflie 
ßen. Darüberhinaus kann so das ECDIS-Fbrschungsprojekt sowohl durch interna 
tionale Vertretung deutscher Positionen als auch durch direkte Information über 
die absehbare internationale Entwicklung bzgl. ECDIS wirkungsvoll gefördert wer 
den. 
Im „Committee on ECDIS“ (COE) der IHO wirkte das DHI in einer Arbeitsgruppe 
zur Erarbeitung eines Lösungsvorschlags für die automatische Laufendhaltung 
der „Elektronischen Seekarte“ mit und nahm hierzu an Arbeitsbesprechungen in 
London und Washington teil. Das DHI beteiligte sich auf der Jahrestagung des COE 
im Oktober 1986 in Den Haag an der Fortschreibung der IHO-Spezifikation für 
ECDIS und nahm im November an einem Seminar der IHO über digitale Austausch- 
formate in Monaco teil. 
Anläßlich einer Tagung der Expertengruppe „Technical Aspects of Data Exchange“ 
des IOC-Komitees „International Oceanographic Data Exchange“, wurden enge 
Kontakte mit dem kanadischen hydrographischen Dienst geknüpft. Ausgehend 
davon, daß beide Dienste das gleiche Digitalisierungssystem betreiben, wurde eine 
engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung der elektronischen Seekarte und den 
bei den hydrographischen Diensten dafür zu entwickelnden digitalen Verfahren 
vereinbart. In diese Zusammenarbeit soll auch der Fachbereich Seefahrt der FH 
Hamburg mit seinem Testsystem der „Elektronischen Seekarte“ einbezogen wer 
den.
	        
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