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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988
- die sechswöchige Werftzeit von VFS „Komet“,
- ungünstige Wetterverhältnisse,
- personelle Engpässe,
- den Ausfall eines Vermessungsbootes wegen schwer zu beschaffender Ersatzteile
und
- die zeitaufwendige Küstenaufnahme durch VS „Süderoog“ zu erklären.
Die Vermessungsergebnisse wurden in 32 Arbeitskarten dargestellt. Mit den Was
ser- und Schiffahrtsdirektionen Nord und Nordwest und den im Küstenbereich täti
gen Ämtern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurden die Ergebnisse regel
mäßig ausgetauscht.
Die digitalen Ergebnisse wurden wieder der Bundesanstalt für Wasserbau in Karls
ruhe übergeben.
Zum Jahresende wurde für die küstennahe Vermessung mit dem VWFS „Atair“ ein
polares Vermessungssystem „Navitrack 2000“ mit einer Reichweite von ca. 5 km be
schafft.
Wracksuche:
VWS „Wega“ und VWFS „Atair“ fanden und untersuchten in der Nord- und Ostsee
92 neue Wracks und Unterwasserhindemisse (davon 31 Container). 191 bekannte
Wracks und Positionen, auf denen Unterwasserhindemisse vermutet wurden, wur
den überprüft. Außerdem wurde eine Fläche von rd. 2000 km 2 nach Unterwasser-
hindemissen abgesucht. Hierbei wurden neben den üblichen Wracksuchgeräten
(Horizontalsonar, Side-Scan-Sonar, Vertikallot) auch ein Magnetometer/Gradiome-
ter eingesetzt. Damit wurden zwei bisher unbekannte Wracks gefunden und von
Tauchern untersucht. Ein weiteres, unter einer Sedimentschicht liegendes Wrack
wurde magnetisch geortet. Das magnetische Wracksuchverfahren hat damit seine
Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.
Ausbildung:
Sechs Hydrographie- und Vermessungsstudenten, darunter ein Niederländer,
haben ihr Hauptpraktikum in der „Seevermessung“ abgeleistet.
Ende Oktober begann ein weiterer dreimonatiger Lehrgang für die Fortbildung
zum Seevermessungstechniker (erster Teil).
Er umfaßte rund 450 Lehr- und Übungsstunden, die nebenamtlich von geeigneten
Lehrkräften aus dem DHI und der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung abgehalten
wurden. An ihm nahmen insgesamt 12 Bedienstete teil, davon 4 vom DHI, 5 aus
dem Bereich der WSD Nord, 2 aus dem Bereich der WSD Nordwest und 1 vom Amt
für Land- und Wasserwirtschaft Heide (Schleswig-Holstein).
Maritime Geodäsie und Automation:
Neben der weitgehend automatisierten Auswertung der Vermessungsergebnisse
einschließlich der Zeichnung der Tiefenpunktepläne mit dem Präzisionszeichen
tisch ARISTOMAT 308 wurden für die Seevermessung und die Seekartographie geo
dätische Berechnungen ausgeführt. Für Dienststellen der Wasser- und Schiffahrts
verwaltung wurden in Amtshilfe Koordinaten und geodätische Linien berechnet
und Hyperbelkoordinaten umgewandelt.
Das 1987 neu beschaffte Digitalisierungssystem CARIS wurde für Ausbildung, Tests
und die Seekartenproduktion eingesetzt.
Das Softwarepaket bietet Programme zur
- Digitalisierung und Änderung graphischer Daten (CARED),
- Darstellung und Zeichnung graphischer Daten in symbolisierter Form (STARS),