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42. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1987
Es waren 42 Anfragen nach Meßdaten und sonstigen Informationen zu bearbeiten,
davon 28 aus dem Inland, 14 aus dem Ausland. 16 Anfragen kamen von staatlichen
Stellen, 18 von Universitäten, 8 von anderen Datenzentren. Zwei sehr umfangrei
che Anfragen wurden an das Weltdatenzentrum für Ozeanographie in Washington,
eine weitere Anfrage an den ICES weitergeleitet.
Die Daten an die Helsinki-Kommission für das Baltic Monitoring Programme
(BMP) wurden abgegeben.
Im Mai wurde ein Meeresbiologe eingestellt, dessen Aufgaben u. a. die Prüfung,
Validierung und Zusammenstellung der meeresbiologischen Daten aus den Mee
resüberwachungsprogrammen umfassen. Aus Mitteln des UBA wurde ab Juli ein
Projekt finanziert, mit dem erstmals der Datenbeitrag der Bundesrepublik
Deutschland gemäß dem Joint Monitoring Programme (JMP) für die Nordsee
DV-gestützt zusammengestellt werden sollte. Für dieses Projekt wurde zum Sep
tember ein zweiter Meeresbiologe eingestellt und die erforderliche DV-Ausstattung
unter Berücksichtigung der künftigen Anforderungen beschafft. Bei der Zusam
menstellung des JMP-Datensatzes und dessen Prüfung und Validierung konnten
zahlreiche Erfahrungen gesammelt werden, die einer Verbesserung des deutschen
JMP-Beitrags zugute kommen werden. Der JMP-Datensatz wurde mit projektbe
dingter Verspätung zum Ende des Berichtszeitraumes an den ICES abgegeben,
und auf Anforderung des BMU wurden eine Reihe von Statistiken hergestellt.
Darüber hinaus konnte weiteres, für das Monitoring wertvolles Datenmaterial
beschafft werden.
Schwerpunkt der übrigen Arbeiten des DOD war der weitere Aufbau der Meeres
umwelt-Datenbank (MUDAB). Im Juli wurde der bisherige in Datenbanken gespei
cherte Datenbestand des DOD in die neue MUDAB-Struktur überführt und seitdem
mit neuen bzw. geprüften Altdaten fortgeführt. Weiterhin wurden einige Datenban
ken von Schadstoffdaten und eine vollständige Katalogdatenbank als Stationsin
ventar eingerichtet, die in das MUDAB-System integriert sind. Die nachfolgenden
Tests erbrachten den Nachweis der Leistungsfähigkeit des MUDAB-Konzeptes.
Neue Überlegungen mußten angestellt werden, nachdem bekannt geworden war,
daß das für MUDAB bisher eingesetzte Datenbanksystem SYSTEM 2000, entgegen
früheren Aussagen der Vertriebsfirma, nicht unter dem neuen Betriebssystem des
GRZ zur Verfügung stehen wird. Die Entwicklungsplanung mußte daraufhin geän
dert werden, was zu Verzögerungen bei der Fertigstellung von Benutzerschnittstel
len und Anwendungsprogrammen führte. Die neue Konzeption basiert auf IM/DM
als neuem, jedoch nur unter NOS/VE verfügbarem Datenbanksystem und dem
dazu kompatiblen IM/Personal als PC-Datenbank. Bei der Planung für die Integra
tion der meeresbiologischen Daten konnte die neue Konzeption gleich von Anfang
an berücksichtigt werden, so daß hier von vornherein von PC-Datenbanken als
Interimslösung ausgegangen wurde.
Für die Abstimmung der MUDAB-Entwicklung mit den Anforderungen der DHI-
Anwender wurde eine MUDAB-Arbeitsgruppe eingerichtet, die im Mai ihre Arbeit
aufhahm.
Die Verhandlungen über den Abschluß eines Verwaltungsabkommens über die
Einrichtung und den Betrieb einer Meeresumwelt-Datenbank zwischen BMV und
BMU wurden fortgeführt. Ein gemeinsames Arbeitsprogramm als Grundlage für
die geplante Zusammenarbeit wurde von UBA und DHI aufgestellt.
Im August wurden die Arbeiten an einem vom BMFT finanzierten, zunächst auf
ein Jahr befristeten Projekt zur Einrichtung eines Dokumentationssystems für
marin-geowissenschaftliche Forschungsreisen des FS „Sonne“ aufgenommen. Ziel
des Vorhabens ist es, bereits während der Reise alle Fahrtdaten und Angaben zu
Stationen und Profilen nach einem festgelegten Codesystem auf dem Bordrechner