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Full text: Jahresbericht 1987

Technische Schiffssicherheit 
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Die Kursgebereinheiten dieser Kompaßanlagen müssen nicht im Ruderhaus aufge 
stellt werden, für ihre Montage läßt sich ein magnetisch günstiger Platz wesentlich 
leichter finden. 
Elektronische Magnetkompasse benötigen zur Funktion eine elektrische Span 
nungsversorgung, Bei einem Ausfall des Bordnetzes stehen der Schiffsführung 
keine Kursinformationen zur Verfügung. Bei Binnenschiffen kann vorausgesetzt 
werden, daß die Zeit zwischen einem Netzausfall und dem Erreichen eines Hafens 
durch den Einsatz einer Notbatterie überbrückt werden kann. Daher werden 
elektronische Magnetkompasse für Binnenschiffe zugelassen. In der Seeschiffahrt 
können diese Kompasse nicht eingesetzt werden. 
2.3.2.5 TRANSIT-Navigationsaniage 
Meldungen aus der Schiffahrt und Industrie über Störungen im Satelliten-Naviga- 
tionsverfahren TRANSIT waren der Anlaß für eine Untersuchung zum aktuellen 
Stand des Verfahrens. 
Auf den normalen Nachrichtenwegen der Schiffahrt (z. B. NfS) wurden keine Infor 
mationen verbreitet, die zur Erklärung herangezogen werden konnten. Deshalb 
wurde der TRANSIT-Referenzempfänger mit der extern angeschlossenen Rechen 
anlage eingesetzt. Die Aufzeichnung der Datentelegramme der empfangenen Tran 
sitsatelliten und die Datenauswertung ergaben, daß ein Satellitenneustart erfolgt 
war und mit diesem Satelliten experimentiert wurde. Da während der Experimen 
tierphase mit teilweise unvollständigen Datentelegrammen gearbeitet wurde, 
konnten die üblichen Satelliten-Navigationsanlagen nur eine Störung erkennen. 
2.3.2.6 Das Seenotfunksystem der Zukunft 
Die Internationale Seeschiffahrts-Organisation (IMO) hat die Einführung des See 
notfunksystems der Zukunft (GMDSS) weiter vorbereitet. Die Hauptaufgabe war 
der Entwurf für ein neues Kapitel IV des Internationalen Übereinkommens von 
1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See. Weil dieses Kapitel auch die 
Pflichtausrüstung der Schiffe im zukünftigen System regelt, war die Einbindung 
des Satelliten-Seenotfunkbakensystems DRCS, das in Deutschland entwickelt wor 
den ist, von besonderer Bedeutung. Zur Unterstützung einer internationalen Ent 
scheidung wurde eine präoperationeile Demonstration mit 11 Baken des DRCS 
durchgeführt., an der sich auch ausländische Schiffe beteiligten. Die sehr guten 
Ergebnisse dieser Demonstration entsprachen den Erwartungen. 
Bei den Sitzungen des Beratenden Ausschusses für technische Und betriebliche 
Angelegenheiten des Rates der Internationalen Seefunk-Satelliten-Organisation 
(INMARSAT) wurden die Belange der Einbindung derjenigen Seenot- und Sicher 
heitsfunkdienste, die im INMARSAT-System möglich sind, in das GMDSS mit beson 
derem Nachdruck betrieben. Hierzu gehörten die Satelliten-Seenotfunkbaken, die 
Alarmierung und der Seenotfunkverkehr über die normalen Schiffserdfunkstellen 
und der neue Gruppenrufdienst (Enhanced Group Call, EGC). Über EGC sollen 
meteorologische und navigatorische Warnungen und Seenotalarme in der Rich 
tung vom Land zur See ausgestrahlt werden. 
Bei der Funkverwaltungskonferenz für den beweglichen Funkdienst (WARC-MOB) 
der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Genf wurde die Arbeitsgruppe für 
ein neues Kapitel über die betrieblichen Aspekte des GMDSS mit Erfolg geleitet. 
Durch diese Konferenz ist die Vorbereitung des GMDSS auf der Seite der ITU 
soweit abgeschlossen, daß die IMO über genaue Einführungszeiträume beschlie 
ßen kann.
	        
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