Technische ScMffssicherheit
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Um Grundlagen für die Baumusterprüfung und -Zulassung der neuen Lichtquellen
in Pos-Laternen zu erhalten, wurden erste Muster der vorgesehenen Halogenglüh
lampen und NL-Lampen (Betrieb mit Kleinspannung) im licht- und farbmeßtechni-
schen Labor des DHI untersucht.
Es bestätigte sich schon bald, daß die Meßergebnisse von Untersuchungen an
freibrennenden Lichtquellen keine Aussagen über das Laterne-Lichtquelle-System
zulassen.
Die Untersuchungen wurden an kompletten Musterlaternen weitergeführt.
Neue Lichtquellen und Pos-Laternen sollen gegenüber bereits zugelassenen Gerä
ten keine schlechteren Eigenschaften aufweisen. Aus diesem Grunde müssen Un-
tersuchungsergebnisse an neuen Lichtquellen mit den Leistungen der Schipo-
Lampe verglichen werden.
Allerdings ist die Bauweise der Halogenglühlampe für eine gleichmäßige Lichtab-
strahlung in der Horizontalebene nicht geeignet. Diese Bauweise führt zu großen
Abschattungen der Wendel durch deren Halterung und dadurch zu starken Licht
stärkeeinbrüchen über Horizontalbereiche von 30° bis 60°.
Ein Herabsetzen der Betriebsspannung führt zur Verminderung der üreimstun-
denzahl.
Bei NL-Lampen haben einige Umweltprüfungen an Pos-Laternen hei der Baumu
sterprüfung direkte Auswirkungen auf die Lichtabgabe, die Farbe des Lichtes und
die Zündwilligkeit im Kleinspannungs-Hochfrequenzbetrieb ergeben. Temperatur
veränderungen im Zusammenhang mit Erschütterungen beeinflussen Licht, Farbe
und Zündzeit. Außerdem ist von Bedeutung, ob die Nl-Lampe/Pos-Laterne im
betriebswarmen Zustand oder kalt, heruntergekühlt oder beiß eingeschaltet wird.
Wegen der Üntersuchungsergebnisse hat der Pos-Laternenhersteller bei den Mu
sterlaternen Farbfilter, Fassung, Lampe und Elektronik verändert.
Die ersten längeren Untersuchungen an dem verbesserten Laternensystem erga
ben bei Raumtemperatur, 100 Stunden lang eingebrannten und eine Stunde lang
vorbetriebenen NL-Lampen bei konstanter Betriebsspannung keine Veränderung
der Lichtstärke und der Farbe des abgestrahlten Lichtes bei gleichzeitigen Drehbe
wegungen und Neigungen bis zu ± 30°.
Einschaltversuche zeigten, daß die eingebrannten, aber kalten NL-Lampen inner
halb einer Sekunde nach Anlegen der vollen Betriebsspannung gezündet waren
und Licht erzeugten. Nach einer sehr kurzen Stabilisieruügsphase wurde inner
halb von 2 bis 3 Minuten ein Maximum der Lichtabgabe erreicht. Mit steigender
Erwärmung der Pos-Laterne sank die Lichtstärke auf den Dauerbetriebswert ab.
Die bisherigen Prüfungen haben gezeigt, daß für jede der neuen Lichtquellen neue
Pos-Laternen entwickelt werden müssen, wenn sie zum Einsatz kommen sollen.
Ein Austausch der neuen Lichtquellen gegen die bisher verwendeten Schipo-Lam-
pen in zugelassenen Pos-Laternen ist nicht möglich.
2.3.2,2 Kreiselkömpaßprüfung
Zur Baumusterprüfung von Kreiselkompaßanlagen ist ein Schaukeltisch entwic
kelt und: gebaut worden. Umfangreiche Programme ermöglichen es, eine Vielzahl
von Bewegungen reproduzierbar auszuführen. Damit kann nahezu jede Bewe
gung, die an Bord von Schiffen vorkommt, hinsichtlich ihrer Periodendauer und
Phasenverschiehungswinkel nachvollzogen werden. Das gilt In begrenztem Um
fang auch für Roll- und Stampfbewegungen.
Die zur Registrierung der Bewegungen erforderliche Meßwerterfassungsanlage
wurde entsprechend angepaßt.