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42. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1987
Meteorologische Standardbeobachtungen - sie enthalten neben den meteorologi
schen Variablen auch Informationen über die Wasseroberflächentemperatur und
über den Seegang - werden vom „Voluntary Observing Programme“ der WMO
vorgenommen und über das GTS international ausgetauscht. Daten aus der Nord
see werden für die wöchentliche Oberflächentemperaturkarte der Nordsee gesam
melt.
Ebenso wie die meteorologischen Standardbeobachtungen werden auch Meßdaten
eines großen Teils der driftenden Bojen über das GTS ausgetauscht. Soweit diese
Daten für Wissenschaftler oder Dienste des DHI von Bedeutung sind, werden auch
diese gesammelt.
Viele Küstenstationen übermitteln neben den meteorologischen Daten auch
ozeanographische Informationen wie Wasseroberflächentemperatur, Strömung
und Seegang.
Eine weitere Quelle für ozeanographische Informationen sind Klartextmeldungen,
die von Diensten anderer Nationen zusammengestellt wurden. Hierzu gehören vor
allem Eisberichte, Wasseroberflächentemperaturen ausgewählter Stationen und
auch Wasserstandswerte des britischen Sturmflutwarndienstes.
Seit Einführung des numerischen Modells zur Vorhersage von Sturmfluten werden
regelmäßig die Luftdruckanalysen, die 12-h-, 24-h- und 36-h-Luftdruckvorhersa-
gen für den Nordatlantischen Ozean und die Nordsee vom Deutschen Wetterdienst
übermittelt und sofort in das numerische Modell eingegeben.
2.2.4.5 Fernerkundung
Die übergreifenden und koordinierenden Aktivitäten und die nicht rein fachspezifi
schen Tätigkeiten zur Nutzung der Fernerkundung wurden in einem neuen Sach
gebiet Fernerkundung zusammengefaßt.
Die Bildverarbeitung der Daten der Fernerkundung der Erde (DFE) ist eine zen
trale Funktion des Sachgebiets Fernerkundung, das damit für andere Arbeitsge
biete des DHI einen Service bieten muß. Digitale DFE, die von Flugzeug oder
Satelliten kommen, sollen in Bilder umgesetzt werden, die Übersichten auf Seege
biete ergeben, wie sie allein aus Schiffsmessungen und Beobachtungen von Land
nicht hergestellt werden können.
Für den Haushalt 1989 wurde ein Beschaffungsanschlag für eine Bildverarbei
tungsanlage ausgearbeitet. Die vorgesehene Rechnerkonfiguration für DFE muß
folgende Aufgaben erfüllen:
- Datenakquirierung über Schnittstellen von verschiedenen Datenquellen,
- Bildbearbeitung aller Art zur Erzeugung von Bildprodukten für die Bewertung
durch die Fachwissenschaftler,
- Bildarchivierung für
- den Wiederzugriff,
- den Datenaustausch,
- Aussagen über langfristige Verhalten.
Zur Wahrnehmung der Interessen des DHI konnte in Gremien des BMFT und der
ESA (European Space Agency) mitgearbeitet werden. Als eine mögliche Daten
quelle der DFE wurde die DFVLR (Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für
Luft- und Raumfahrt) in Oberpfaffenhofen besucht.
Im Winter 1986/87 wurde für die Echtzeit-Verarbeitung der hochauflösenden DFE
(NOAA-AVHRR) von der DFVLR erneut eine digitale Büdverarbeitungsanlage ver
wendet. Die Dateninterpretation wurde dabei durch einen von der DFVLR entwik-