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Full text: Jahresbericht 1987

Meereskunde 
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Ein neues Rechnersystem ermöglicht, die auf verschiedenen Datenträgern gespei 
cherten Meßgrößen an das GRZ zu übertragen. Auch diese Maßnahme dient zur 
Verkürzung der Bearbeitungszeiten für die unterschiedlichen Datensätze, Erstma 
lig wurden die auf Kassetten gespeicherten XBT-Daten des „Ship of Opportunity“- 
Programms des DHI mit neuer Software zentral auf dem GRZ-Rechner bearbeitet. 
Diese Daten werden in Zukunft immer größere Bedeutung bei der Aufbereitung 
bekommen. 
Besondere Arbeiten: 
Die Untersuchungen über die Voraussetzungen, die Entstehung und Ausbreitung 
von Tiefenwasser in der Grönland-See sind im wesentlichen abgeschlossen. Die 
Ergebnisse liegen in Veröffentlichungen, Diplomarbeiten und einer Dissertation 
vor. 
Das vom UBA geförderte Vorhaben „Numerische Simulation der Ölausbreitung in 
der Deutschen Bucht“ wurde fortgeführt. Mit Hilfe eines hochauflösenden Strö- 
mungs- und Ausbreitungsmodells für die Deutsche Bucht wird eine Entscheidungs 
hilfe für die Ölbekämpfung entwickelt. Durch Berücksichtigung der wichtigsten 
Prozesse der Ölphysik soll das Modell bei einem Ölunfall Vorhersagen zur Drift, 
zur Ausbreitung und zur Alterung von Öl liefern (Abb. 24). 
Mit einer Studienversion des Modells wurde die Ausbreitung von Schiffsmüll in der 
Deutschen Bucht simuliert (Abb. 25). 
2.2.4.4 Aufbereitung. Sofortverarbeitung und -austausch von Meßnetzdaten 
Aktuelle ozeanographische Meßwerte und andere für die Dienste des DHI notwen 
dige meereskundliche Informationen werden im DHI gesammelt und aufbereitet.. 
Der überwiegende Teil der operationeil gesammelten Daten fließt über eine Stand 
leitung zur Automatischen Fernmelde-Speicher-Vermittlung (AFSV) des Deut 
schen Wetterdienstes. Die im DHI über diese Leitung eingehenden Daten werden 
von einem Mikroprozessor aufgenommen und an den Rechner des GRZ zur Verar 
beitung und Speicherung weitergegeben. Diese Datenleitung wird auch dazu be 
nutzt, meteorologische und klimatologische Werte vom Zentralamt des Deutschen 
Wetterdienstes aus Offenbach für das Seewetteramt nach Hamburg zu transportie 
ren. Die Standleitung dient außerdem dazu, Bulletins in das Globale Fernschreib 
system (GTS) der WMO einzugeben. Die wichtigsten Quellen für diese ozeanogra- 
phischen Informationen sind: 
- das DHI-Meßnetz in Nord- und Ostsee 
- das „Ship of Opportunity“-Programm des DHI 
- das Integrated Global Ocean Services System (IGOSS) 
- das „Voluntary Observing Ship“-Programm der WMÖ 
- das internationale „Drifting Buoy“-Programm 
- Küstenstationen der Nord- und Ostsee 
- Informationen von Dienststellen anderer Nationen 
- das Wettervorhersagemodell des Deutschen Wetterdienstes 
- Gitterpunktvorhersagewerte (Seegang und Wind) für den 
Nordatlantischen Ozean 
- weltweite Klimabulietins (CLIMAT), monatliche Mittelwerte 
- Informationen für die Agrarmeteorologie. 
Das Meßnetz des DHI bestand aus zwei Feuerschiffen, der Forschungsplattform 
„Nordsee“ und drei automatisch registrierenden Stationen. Die Daten wurden 
entweder als Listen geschickt, per Telefon abgerufen oder über den Satelliten 
GOES IV und die AFSV an das DHI übertragen.
	        
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