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Full text: Jahresbericht 1987

Meereskunde 
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Zur Überwachung wurden folgende Schwermetalle regelmäßig gemessen; Cad 
mium, Kupfer, Eisen, Mangan und Nickel durch Atomabsorptionsspektrometrie 
im Graphitrohrofen nach chemischer Abtrennung durch Flüssig/ Flüssig-Extrak- 
tion mit einem Komplexbildner (APDC) in Methylisobutyiketon, Quecksilber durch 
Kaltdampf-Atomabsorptionsspektrometrie nach Abtrennung und Anreicherung an 
Gold, Blei und Cadmium (direkt im Meerwasser) durch Invers-Voltammetrie mit 
rotierender Quecksilberfilmelektrode. 
Die Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg im Großprojekt „Zirkulation 
und Schadstoffumsatz in der Nordsee“ (ZISCH) wurde fortgesetzt. Im Projektbe 
reich „Schadstoffbilanz in der Nordsee - großräumige Aufnahme“ hatte das DHI 
das Teilprojekt „Schwermetalle im Wasser“ übernommen. Die zweite Aufnahme 
der Nordsee fand vom 26. Januar bis 8. März statt, wobei die Forschungsschiffe 
„Gauß“ und „Valdivia“ parallel arbeiteten. Ein Netz von 150 Stationen überdeckte 
die Nordsee einschließlich der Küstengewässer und der Einflußbereiche der gro 
ßen Flüsse. Hinzu kamen einzelne Stationen im nordatlantischen Ozean. 
Wichtigstes Ziel war die Untersuchung von Schadstoffen in der Wassersäule des 
Meeres und den darin enthaltenen Schwebstoffen, in Sedimenten und bodenbe 
wohnenden Organismen. Ferner ging es um Nährstoffüntersuchungen, Plankton 
verteilungen, ökologische Zusammenhänge und die grundlegenden Parameter 
der physikalischen Ozeanographie. 
Die Analysen im Labor auf Quecksilber von den Proben der ersten Gesamtauf 
nahme im Frühsommer 1986 und auf Blei und Cadmium von beiden Aufnahmen 
konnten abgeschlossen und in ersten Veröffentlichungen dargestellt werden. Erst 
mals gelang es, schon einen Teil der Bestimmungen von Blei und Cadmium mit der 
Invers-Voltammetrie an Bord von FS „Gauß“ während der Winteraufnahme auszu 
führen. Als überraschendstes Ergebnis zeigte sich hierbei, daß die bei der Auf 
nahme im Sommer 1986 festgestellten extremen Erhöhungen der Konzentration 
von Blei vör der Südostküste Englands nach etwa 9 Monaten wiedergefunden 
werden konnten. Eine Auswahl der Daten für einen bestimmten Tiefenhorizont ist 
in den Abbildungen 15 und 16 dargestellt. 
Während das Projekt ZISCH zum Jahresende auslief, würde ein neuer Antrag in 
der gleichen multidisziplinären Zusammenarbeit fertiggestellt. 
Das neu beschaffte Analysensystem Totalreflexions-Röntgenfluoreszenzanalyse 
(TRFA) wurde weiterentwickelt. Erste Analysenreihen ergaben nach Vergleich mit 
Referenzproben Werte von hoher Genauigkeit und Richtigkeit. Wegen der hohen 
Matrixanteile im Meerwasser sind wie bei der Atomabsorptionsspektrometrie vor 
der eigentlichen Bestimmung der Schwermetalle Trennoperationen und Anreiche 
rungsschritte erforderlich. Nach einem mehrstufigen chemischen Trennungsgang 
gelingt - z. Z. mit Selen als internem Standard - die simultane Bestimmung von 
Mangan, Eisen, Nickel, Kupfer und Zink. Die zusätzliche Aufnahme der Elemente 
Vanadium, Cobalt, Molybdän, Cadmium, Blei und Uran in dem gleichen Analysen 
gang wird derzeit bearbeitet. 
Aus der Überwachung der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee seit 1971 
und aus der Teilnahme an umfangreichen Forschungsprojekten liegt inzwischen 
eine große Anzahl von Daten über Schwermetalle im Meerwasser vor. Es handelt 
sich vermutlich um den umfangreichsten derartigen Datensatz in Europa. Diese 
Daten waren bisher auf einem Tischrechner mit selbst entwickelten Programmen 
bearbeitet worden. 1987 wurden die Daten auf Personal Computer mit kommer 
zieller Datenbank-Software und auch in die Meeresumweltdatenbank (MUDAB) 
übernommen.
	        
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