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Full text: Jahresbericht 1987

Meereskunde 
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2.2.3 Stoffliche Umweltfragen 
2.2.3.1 Chemie des Meerwassers 
Chemische Ozeanographie und Überwachung des Nährstoff- und Sauerstoffge 
halts; 
Während der „Gauß“-Fahrt Nr. 1Ö0 wurde die Sauerstoff- und Nährstoffkonzentra 
tion in Abhängigkeit von der Wassermassenverteilung südlich Islands untersucht. 
Die Trend Untersuchung der Nährstöffkonzentration (Phosphat, Stickstoffverbin 
dungen, Silikat) in der Deutschen Bucht wurde Ende Januar fortgesetzt. Gegen 
über den Messungen im Winter der Vorjahre ist weder eine Zunahme noch eine 
Abnahme festzustellen. 
Das außergewöhnlich regenreiche Frühjahrs- und Sommerwetter führte zu einem 
stärkeren Nährstoffeintrag durch die Flüsse. Bei den Überwachungsmessungen 
im August war die Konzentration der Stickstoffverbindungen deutlich höher als 
im Sommer 1986, insbesondere in Küstennahe. Unverändert war dagegen die 
Phosphatkonzentration. 
Bedingt durch das anhaltend ungünstige Sommerwetter hatte das erhöhte Nähr 
stoffangebot keine Auswirkung auf den Säuerstoffhaushalt der Deutschen Bucht. 
Im Juli und August lag die bodennahe Sauerstoffkonzentration je nach Durchmi 
schung zwischen 7 5 und 95 % Sättigung. 
Im Einbringungsgebiet für Abwässer aus der Titandioxidproduktion ergaben Kon 
trollen der Sauerstoffkonzentration und des pH-Wertes im Januar, Juli und August 
keine Abweichung von den Normalwerten. 
Die Messungen an den national und international vereinbarten Überwachungssta 
tionen der westlichen und mittleren Ostsee wurden Ende August/Anfang Septem 
ber vorgenommen. Die Nährstoffkonzentration war in der oberen Wasserschicht 
so niedrig wie in den Sommermonaten der vergangenen Jahre. Durch biochemi 
sche Abbauvorgänge war der Sauerstoff in der dünnen, bodennahen Wasser 
schicht nahezu aufgezehrt, insbesondere in den tieferen Bereichen der Förden, 
des Fehmarnbelts, der Lübecker Bucht und in den großen Tiefen der mittleren 
Ostsee. Sauerstofflose Zonen in Bodennähe und Bildung von Schwefelwasserstoff 
wurden im Landsort-Tief, Bornholmtief, im inneren Teil der Flensburger Förde 
und in der Eckernförder Bucht gefunden (Abb. 14). 
Für die genannten Untersuchungen waren an Bord des FS „Gauß“ und im Labora 
torium Sülldorf des DHI nahezu 9000 Nährstoffanalysen, Sauerstoffbestimmungen 
und pH-Wert-Messungen notwendig. 
Überwachung des Meerwassers auf Schwermetalle: 
Die Überwachung des Meerwassers der Deutschen Bucht auf Schwermetalle nach 
dem neuen Überwachungskonzept des DHI wurde fortgeführt. Dieses faßt mit 
einem einheitlichen Stationsnetz die Verpflichtungen für das Joint Monitoring 
Programme (JMP) der Übereinkommen von Oslo und Paris, für das Gemeinsame 
Bund/Länder-Meßprogramm für die Küstengewässer der Nordsee (BLMP) und für 
die Richtlinien der EG zur Überwachung der Abwässer aus der Titandioxid-Indu- 
strie zusammen. Die Daten werden u. a. dem Bundesminister für Umwelt, Natur 
schutz und Reaktorsicherheit (BMU), dem Internationalen Rat für Meeresfor 
schung (ICES) für die Joint Monitoring Group der beiden Kommissionen von Oslo 
und Paris und für das BLMP dem Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirt 
schaft zur Verfügung gestellt.
	        
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