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Full text: Jahresbericht 1987

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42. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1987 
Geologisch-morphologische Untersuchungen im Ostatlantik: 
Die Arbeiten stellten den Abschluß eines vom BMFT geförderten Forschungsvorha 
bens dar und befaßten sich hauptsächlich mit der Anwendung der im DFII entwik- 
kelten Eisdrift-Stratigraphie zur Untersuchung der Sedimentation durch Suspen 
sionsströme (turbidity currents). Sedimentmassen mit Volumina bis zu mehreren 
Kubikkilometern werden unterhalb des isländischen Schelfes mobilisiert und 
durchqueren als Suspensionsstrom mit Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h die 
ostatlantischen Tiefsee-Ebenen bis hin zur Iberischen Halbinsel (Maury-Channel- 
Turbidit-System). An ihrer Stirn nehmen sie dabei durch Bodenerosion neues 
Material auf, aus ihren turbulenzärmeren Enden können sich innerhalb kurzer 
Zeit mehrere Meter Sediment ablagern. 
Im Gebiet des Nordostatlantischen Monitoring-Programms (NOAMP) ließen sich 
mit Hilfe der im DHI entwickelten hochauflösenden Eisdriftstratigraphie die Turbi- 
dit-Ereignisse für die vergangenen 100000 Jahre relativ genau datieren. Gleichzei 
tig gaben sie Hinweise auf die auslösenden Faktoren. Es ließ sich erstmals zeigen, 
daß solche Ereignisse mit den ca. alle 11000 Jahre auftretenden Eisdriftphasen 
und den dazugehörenden größeren Meeresspiegelabsenkungen in einem geneti 
schen Zusammenhang stehen. Dieser Prozess war hauptsächlich während der 
Meeresspiegeltiefstände der Jüngeren Weichsel-Eiszeit (vor 70000 bis 15000 Jah 
ren) wirksam, als die Gletscher der glazialen isländischen Eiskappe besonders viel 
Sediment auf dem schmalen Restschelf und dem submarinen Inselsockel ablager 
ten. 
Externe Arbeiten an Sedimentkernen aus dem NOAMP-Gebiet beschäftigen sich 
mit den sedimentologischen Phänomenen der turbiditischen Ablagerungen und 
einer detaillierten Rekonstruktion der Paläohydrographie und des Paläoklimas 
der jüngsten 130000 Jahre der Erdgeschichte. Sie stellen daher eine Ergänzung 
zu den eigenen Arbeiten dar und liefern darüber hinaus wichtige Grundlageninfor 
mationen für die Erarbeitung der Sedimentationsgeschichte der Nordsee. 
Auf einer Meßfahrt ins Versenkungsgebiet der Nuclear Energy Agency (NEA) im 
Frühjahr wurden Sedimentkerne zur Untersuchung eines eventuellen Turbiditein- 
flusses auch in diesem Gebiet entnommen. Die Untersuchungen zeigten, daß Mate 
rialzufuhr durch das Maury-Channel-System im NEA-Gebiet nicht auftritt. Es 
ließen sich jedoch Hinweise auf engbegrenzte lokale Turbiditereignisse finden. 
Der jüngste Turbidit ist ca. 300 Jahre alt. 
Verschiedenes: 
Wie in den Vorjahren wurden Auskünfte über den Meeresboden erteilt und Stel 
lungnahmen abgegeben. 
Die Überwachungsberichte über die Erdgasrohrleitung Ekofisk-Emden wurden 
geprüft. Ferner wurden Eintragungen über den Meeresboden in Seekarten über 
prüft und z. T. berichtigt. 
Mehrere Diplomarbeiten und Dissertationen wurden betreut.
	        
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