Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
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wetteramt und für den Gezeitenkalender sowie für einige Zeitungen und Ver
lage gegeben.
Die einschlägige Literatur des Auslands über eine Automation nautisch-
astronomischer Ortsbestimmungen mit neuartigen Hechengeräten wurde durch
gearbeitet, eigene Versuche sind aber bei dem fortgeschrittenen Stand der
amerikanischen Entwicklungen weder nötig noch sinnvoll.
Der Vergleich-der Funkortungsverfahren, den Funkortungsausschuß und
Nachrichtentechnische Gesellschaft durchführen, bedingte für das Dezernat
auch im Berichtsjahr viel Mitarbeit, da sich bei der Zusammenstellung des
abschließenden Berichtes noch viele neue Gesichtspunkte ergaben; die zusam
menfassende Einleitung fiel hauptsächlich dem Dezernenten zu, der daneben
weiter an den Untersuchungen über die Reichweite und Genauigkeit der Ver
fahren teilnahm. Die hier geleistete Arbeit bezweckt eine theoretisch ein
wandfreie Berechnung der Eehlerkreisradien für alle Verfahren, während die
bisher vorliegenden Angaben auf Näherungsverfahren oder vereinfachenden
Annahmen beruhen, deren Zulässigkeit nun geprüft wird.
Die praktisch an Bord von Seeschiffen erreichbare Genauigkeit und die .
Folgerungen, die navigatorisch daraus zu ziehen sind, hängen natürlich mit
solchen theoretischen Untersuchungen zusammen. Sie müssen außerdem mit an
deren Verfahren der Ortsbestimmung, also den astronomischen und terrestri
schen, soweit Radar der Ortsbestimmung dient, auch hierzu in Beziehung ge
setzt werden; endlich muß die Besteckrechnung nach Kurs und Fahrt in der
artige methodische Untersuchungen einbezogen werden. Die auf Grund früherer
Beobachtungen vor allem auf dem Fährschiff "Deutschland" gewonnenen Ergeb
nisse wurden zusammengestellt. Eine Ausdehnung der Versuche war im Berichts
jahr- nicht möglich, weil trotz des Entgegenkommens des Bundesministers für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Unterabteilung Fischwirtschaft,
Hamburg, bei den zahlreichen Untersuchungsfahrten für das Geophysikalische
Jahr eine für solche Untersuchungen in der Nordsee nötige kurze Fahrt nicht
zu Stande kam.
Die Untersuchungen von Abtlg. VI über die Rückstrahlfähigkeit von Radar
reflektoren wurde durch theoretische Untersuchungen ergänzt, inwieweit See
gangsreflexe stören. Hierzu liegt umfangreiches amerikanisches Material vor,
das über unsere 1954 gewonnenen und mit Prof. Möller erarbeiteten Erkennt
nisse hinausgeht, das aber noch viele Fragen offen läßt.
Für eine Statistik von Radarreichweite und Wetter wurden Formblätter ge
meinsam mit dem Seewetteramt und Prof. Brocks aufgestellt, die an zahlreiche
Schiffe gegeben worden sind.
Der 19. Jahrgang des "Seewart", der im Berichtsjahr erschien, brachte in
steigendem Umfang Beiträge von Nautikern aus der Fahrt, vor allem aus dem
Gebiet der Küstenkunde. Auch die langsam weiter steigende Bezieherzahl weist
auf eine gute Resonanz der Zeitschrift in der Schiffahrt hin.