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Full text: Jahresbericht 1958

Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
- Seite 39 - 
wetteramt und für den Gezeitenkalender sowie für einige Zeitungen und Ver 
lage gegeben. 
Die einschlägige Literatur des Auslands über eine Automation nautisch- 
astronomischer Ortsbestimmungen mit neuartigen Hechengeräten wurde durch 
gearbeitet, eigene Versuche sind aber bei dem fortgeschrittenen Stand der 
amerikanischen Entwicklungen weder nötig noch sinnvoll. 
Der Vergleich-der Funkortungsverfahren, den Funkortungsausschuß und 
Nachrichtentechnische Gesellschaft durchführen, bedingte für das Dezernat 
auch im Berichtsjahr viel Mitarbeit, da sich bei der Zusammenstellung des 
abschließenden Berichtes noch viele neue Gesichtspunkte ergaben; die zusam 
menfassende Einleitung fiel hauptsächlich dem Dezernenten zu, der daneben 
weiter an den Untersuchungen über die Reichweite und Genauigkeit der Ver 
fahren teilnahm. Die hier geleistete Arbeit bezweckt eine theoretisch ein 
wandfreie Berechnung der Eehlerkreisradien für alle Verfahren, während die 
bisher vorliegenden Angaben auf Näherungsverfahren oder vereinfachenden 
Annahmen beruhen, deren Zulässigkeit nun geprüft wird. 
Die praktisch an Bord von Seeschiffen erreichbare Genauigkeit und die . 
Folgerungen, die navigatorisch daraus zu ziehen sind, hängen natürlich mit 
solchen theoretischen Untersuchungen zusammen. Sie müssen außerdem mit an 
deren Verfahren der Ortsbestimmung, also den astronomischen und terrestri 
schen, soweit Radar der Ortsbestimmung dient, auch hierzu in Beziehung ge 
setzt werden; endlich muß die Besteckrechnung nach Kurs und Fahrt in der 
artige methodische Untersuchungen einbezogen werden. Die auf Grund früherer 
Beobachtungen vor allem auf dem Fährschiff "Deutschland" gewonnenen Ergeb 
nisse wurden zusammengestellt. Eine Ausdehnung der Versuche war im Berichts 
jahr- nicht möglich, weil trotz des Entgegenkommens des Bundesministers für 
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Unterabteilung Fischwirtschaft, 
Hamburg, bei den zahlreichen Untersuchungsfahrten für das Geophysikalische 
Jahr eine für solche Untersuchungen in der Nordsee nötige kurze Fahrt nicht 
zu Stande kam. 
Die Untersuchungen von Abtlg. VI über die Rückstrahlfähigkeit von Radar 
reflektoren wurde durch theoretische Untersuchungen ergänzt, inwieweit See 
gangsreflexe stören. Hierzu liegt umfangreiches amerikanisches Material vor, 
das über unsere 1954 gewonnenen und mit Prof. Möller erarbeiteten Erkennt 
nisse hinausgeht, das aber noch viele Fragen offen läßt. 
Für eine Statistik von Radarreichweite und Wetter wurden Formblätter ge 
meinsam mit dem Seewetteramt und Prof. Brocks aufgestellt, die an zahlreiche 
Schiffe gegeben worden sind. 
Der 19. Jahrgang des "Seewart", der im Berichtsjahr erschien, brachte in 
steigendem Umfang Beiträge von Nautikern aus der Fahrt, vor allem aus dem 
Gebiet der Küstenkunde. Auch die langsam weiter steigende Bezieherzahl weist 
auf eine gute Resonanz der Zeitschrift in der Schiffahrt hin.
	        
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