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Full text: Jahresbericht 1987

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42. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1987 
gewarnt. Warnungen an die Schiffahrt vor besonders niedrigen Wasserständen 
ergingen zweimal. Am 2. März wurde beim Pegel Hamburg St. Pauli der niedrigste 
Wasserstand seit Beginn regelmäßiger Pegelaufzeichnungen gemessen. Er lag 
2,48 m unter dem festgesetzten Kartennull. 
Der Geophysikabsche Beratungsdienst der Bundeswehr und die Wetterämter Bre 
men und Schleswig erhielten vereinbarungsgemäß Vorhersagen und Warnungen. 
Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden Vor 
hersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmflutwarndienst 
übermittelte wie bisher Wasserstandsbeobachtungen von Orten der schottischen 
und englischen Ostküste. 
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Auskünfte. In 
teressierte Gruppen und Praktikanten wurden über Aufgaben und Arbeitsweise 
des Dienstes unterrichtet. Bei Ölunfällen und ähnlichen die Meeresverschmutzung 
betreffenden besonderen Vorkommnissen wurden Meldungen weitergeleitet und 
im Bedarfsfall erste Beratungen vorgenommen. 
2.2.1.5 Seegang 
Dauermessungen: 
Die Routinemessungen des Seegangs an der Forschungsplattform „Nordsee“ wur 
den durch den Einsatz einer modernen Wellenmeßboje, die es gestattet, außer 
dem Spektrum der Wellenamplituden auch das Richtungsspektrum des Seegangs 
zu messen, erheblich verbessert. So existiert zusammen mit zwei weiteren Bojen 
dieser Art (Universität Hannover) und mehreren Waverider-Bojen, die unmittelbar 
vor der Küste liegen, vor Sylt ein ideales Seegangsmeßfeld, das auch bei extremen 
Wetterbedingungen kontinuierlich Seegangsinformationen von hoher Qualität lie 
fert. 
Die Messungen werden für 
- Weiterentwicklung Und Prüfung von Flachwasser-Seegangsmodellen, 
- Aufstellung einer Seegangsklima- und Extremwertstatistik, 
- Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Erosionsproblem und den Sand- 
vorspülungen an der Küste von Sylt 
ausgewertet. 
Seegangsentwicklung im Flachwasser: 
Für die Untersuchung der Gesetzmäßigkeit, die das Anwachsen von Wellen im 
Flachwasser unter dem gleichzeitigen Einfluß des Windes und der Wechselwir 
kung mit dem Boden beschreibt, wurden weitere systematische Messungen im 
Steinhuder Meer durchgeführt, die durch Untersuchungen im Großen Wellenkanal 
der Universität Hannover ergänzt wurden. 
Die Messungen wurden inzwischen abgeschlossen und die Daten ausgewertet. 
Konzept für die Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes: 
Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst mehr 
fach überarbeitet und in seiner endgültigen Form dem BMV zugeleitet. Der ge 
plante Vorhersagedienst soll mit Hilfe numerischer Seegangsmodelle flächendek- 
kende Seegangsprognosen für den Nordatlantik, die Nord- und die Ostsee liefern 
und allen Nutzern auf See zur Verfügung stehen.
	        
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