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Volltext: Jahresbericht 1987

Meereskunde 
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Aus Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen wurden Fourierdarstellungen der 
halbmonatlichen Ungleichheiten und daraus die nonharmonischen Gezeiten 
grundwerte und Gezeitemmterschiede von etwa 150 Pegelstellen der deutschen 
Nordseeküste neu abgeleitet. Die meisten der untersuchten Beobachtungsreihen 
stammten aus dem jüngsten Zeitraum. Ebenso wurden aus den ausführlichen 
Vorausberechnungen der Hoch- und Niedrigwasser für einige ausländische Be 
zugsorte Gezeitengrundwerte neu bestimmt. Diese Arbeiten dienten zum Laufend 
halten der Gezeitentafeln. 
Die Vorausberechnungen für die 13 deutschen Bezugsorte für die Gezeitentafeln 
1989 beruhen auf Analysen des 19jährigen Beobachtungszeitraumes 1968 bis 
1986. 
Unter Benutzung von Gezeitengrundwerten, die aus Watt- und Vermessungspegel 
beobachtungen abgeleitet wurden, sind die Karten der Linien gleichen mittleren 
HochwasserzeitunterscMedes und die Karten der Linien gleichen mittleren Spring- 
tidenhubs überarbeitet worden. Für die Seevermessung wurden 5 Wasserstands 
errechnungskarten zum Beschicken der Lotungen entworfen. 
Es wurden Rechnerprogramme entwickelt, die bei den Vorausberechnungen der 
Gezeiten nach dem harmonischen Verfahren die „Tafeln der Astronomischen Argu 
mente V 0 +v und der Korrektionen j. v“ ersetzen. 
Zahlreiche Auskünfte über Gezeiten und Wasserstände waren an Schiffahrts 
kreise, Seeämter, Gerichte und Privatpersonen zu erteilen. 
Das Digitalisieren von Pegelkurven wurde weitergeführt. Insgesamt wurden 10 
Jahresreihen halbstündlicher Wasserstandsbeobachtungen von den Pegeln Helgo 
land, Büsum, Cuxhaven und Borkum-Fischerbalje erfaßt. Damit Hegen von Cuxha 
ven die Reihen 1918 bis 1986 und von Büsum 1952 bis 1986 vollständig vor. 
Untersuchungen zur Errechnung mittlerer Tidenkurven als Funktion der halbmo 
natlichen Ungleichheit wurden begonnen. 
Untersuchungen zur säkularen Wasserstandsänderung an der deutschen Nordsee 
küste wurden weitergeführt. In der Abb. 4 sind jährliche Mittelwerte des Hochwas 
sers (MlIW) und des Niedrigwassers (MNW) bei Hamburg von 1841 bis 1986 
dargestellt. Es wird deutlich, daß in dieser Zeitspanne das mittlere Hochwasser 
um etwa 50 cm angehoben und das mittlere Niedrigwasser um etwa 110 cm 
abgesenkt wurde. 
2.2.1.4 Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst 
Der Wasserstandsvorhersage- und Sturmilutwarndienst wurde wie bisher unter 
Beteiligung mehrerer Wissenschaftler wahrgenommen und vom Seewetteramt 
wetterkundlich beraten. 
Der Norddeutsche Rundfunk, Radio Bremen, der Deutschiandfunk und Radio 
Schleswig-Holstein verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwasser 
stände an der deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg. Die 
Radarzentralen Knock, Bremerhaven, Cuxhaven und der Schiffsmeldedienst in 
Hamburg erhielten mindestens zweimal täglich Vorhersagen für die Hoch- und 
Niedrigwasser auf ihren Revieren. Außerhalb der regulären Dienstzeit konnte die 
jeweils ausgegebene Wasserstandsvorhersage von einem automatischen Anrufbe 
antworter abgerufen werden. 
Ein fester Empfängerkreis, dem im Berichtsjahr 302 Behörden und private Inte 
ressenten angehörten, erhielt 1972 Warnungen. Über den Rundfunk und die Tele 
fonansage der Bundespost wurden 5 Sturmflutwarnungen für die deutsche Nord 
seeküste ausgegeben. Die deutsche Ostseeküste wurde einmal vor einer Sturmflut
	        
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