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Full text: Jahresbericht 1987

Nautische Veröffentlichungen, Vermessung und Seekarten werk 
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CARIS ist ein geographisches Informationssystem, das speziell für den Aufbau von 
Datenbanken, die auf geographischen Koordinaten basieren, und für die Unter 
stützung der Kartenproduktion aus diesen Datenbanken heraus entwickelt wurde. 
Das System wird beim DHI zum Aufbau, zur Aufbereitung und zur Aufdatierung 
von Datenbanken digitaler Seekartendaten eingesetzt. 
Herzstück ist ein VAX/VMS-kompatibler Rechner Tektronix 4130 G6 als Knotenre- 
cher. Er dient zur Bearbeitung interaktiver Arbeitsprozesse und ist mit zwei gra 
phischen Arbeätsstationen verbunden. Eine Arbeitsstation besteht aus einem Farb- 
Graphik-Terminal Tektronix 4125, einem Digitalisiertisch (gegenwärtig Calcomp 
9100) und einem IBM-kompatiblen PC Tandon PEA, der als Controller für den 
Digitalisierprozeß eingesetzt wird. 
Der Tektronix 4125 dient als Dialogstation zwischen dem Operator und dem Kno 
tenrechner. Dadurch ist es möglich, graphische Daten vom Knotenrechner herun 
terzuladen und lokal bereitzuhalten. Die Aufgabe des Controller ist es, den Knoten 
rechner von Funktionen, die direkt mit dem Digitalisierprozeß in Zusammenhang 
stehen, zu entlasten, wie: Analog-Digital-Wandlung, Transformation von Tisch 
koordinaten in geographische Koordinaten, Filterung von im Stream-Mode digita 
lisierten Linien, Kontrollfunktionen für die Digitalisierung. 
Über das Ethernet-Netz des DHI ist das CARIS-System mit dem GRZ verbunden. 
Dieser Rechner wird für die Steuerung von Batch-Prozessen, zur Datenspeiche 
rung und zum Schreiben von aufbereiteten Dateien für den Zeichentisch Aristo- 
mat 308 eingesetzt. Der Zeichentisch ist ebenfalls über Ethernet mit dem System 
verbunden, aber auch über Magnetband können die Daten eingegeben werden. 
Somit ermöglicht CARIS alle für den Aufbau und die Verwaltung von Datenbanken 
notwendigen Arbeiten, von der Datenerfassung bis zur Abfrage von Zusatzinfor 
mationen zu den Karteninformationen. 
Die Daten werden im Vektorformat in maßstabsabhängigen Karten-, Landes- oder 
geographischen Koordinaten gespeichert, wobei die Verwendung verschiedener 
Kartenabbildungen und mehrerer geodätischer Daten möglich ist. 
Durch die Verwendung topologischer Datenstrukturen ist es möglich, geschlossene 
Polygone zu definieren und somit Flächen am Bildschirm farbig auszufüllen und 
Beziehungen von Objekten zueinander abzufragen (z. B. Nachbarschaften). 
Bei einer Erweiterung des Systems können Zusatzinformationen in einer Attribut- 
Datenbank gespeichert werden, die sowohl eine hierarchische als auch eine rela 
tionale Struktur aufweisen kann. 
Entwicklung von DV-Verfahren für nautische Informationssysteme: 
Mitte des Jahres 1987 wurde eine Projektgruppe „Entwicklung von DV-Verfahren 
für nautische Informationssysteme“ eingerichtet. Sie nahm ihre Arbeit mit der 
Ausarbeitung eines „Minimalkonzeptes für die DV-gestützte Herstellung und Lau 
fendhaltung der Seekarten und nautischen Veröffentlichungen“ auf. Dieses Kon 
zept sieht für das Jahr 1988 die Durchführung eines Pilotprojektes vor, bei dem 
eine Datenbank „Leuchtfeuerverzeichnis“ (Lfv.) mit den Daten des Lfv., Band III а 
(Nordsee), eingerichtet wird. Durch dieses Projekt sollen Erkenntnisse über die 
Einrichtung weiterer Datenbanken nautischer Veröffentlichungen (NfS, NF) und 
über deren Verknüpfung mit der Datenbank der digitalen Seekarteninformationen 
gewonnen werden. 
Parallel zur Ausarbeitung des Mimmalkonzeptes wurde ein Papier zur Vorlage 
beim BMV erarbeitet, das als „Grundlage für eine Ministerentscheidung über das 
DV-Vorhaben ECDIS“ dienen soll. Diese Konzeptstudie soll die Entscheidung bei 
der Frage erleichtern, wie die Entwicklung der „Elektronischen Seekarte“ (ECDIS)
	        
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