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41. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1986
Das Seekartenwerk hat drei „Neue Karten“, 96 „Neue Ausgaben“, 144 „Berichtigte
Nachdrucke“ und 93 „Deckblätter“ herausgegeben. Vier Seekarten wurden einge
zogen. Die Arbeiten für das Internationale Seekartenwerk wurden zügig fortge
setzt. Hierzu gehörten u. a. die Herausgabe von drei weiteren INT-Karten der
deutschen Nordseeküste und als wesentlicher deutscher Beitrag für das Interna
tionale Seekartenwerk die Herstellung der Internationalen Karte 1 (INT 1) „Sym
bols, abbreviations, terms used on charts“.
Schwerpunkte der ozeanographischen Arbeit waren Strommessungen in der west
lichen Ostsee zur Herstellung eines Stromatlasses, Untersuchungen zu Vermi
schungsvorgängen im Meerwasser und die Vorlage eines Konzeptes zur Errich
tung eines Seegangsvorhersagedienstes. Für verschiedene nationale und interna
tionale Verpflichtungen des DHI zur Überwachung des Meerwassers auf schädli
che Beimengungen wurde die räumliche Verteilung von Schadstoffen und radioak
tiven Substanzen im Meer untersucht. Dabei zeigte sich, daß sich die Konzentra
tion des Insektenvernichtungsmittels Lindan seit 1981 in der Nordsee verdoppelt
hat, während gleichzeitig die Konzentration anderer Organohalogenverbindungen
(z.B. DDT) zurückgegangen ist. Die Radioaktivität in Nord- und Ostsee aufgrund
des Reaktorunfalls in Tschernobyl zeigte wegen der starken Verdünnung im Meer
wasser nur geringe Konzentration.
Gemäß der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) wurden sowohl die Baumuster
prüfungen an nautischen Anlagen, Geräten und Instrumenten zum Zwecke ihrer
Zulassung zum Einsatz auf deutschen Seeschiffen fortgeführt, als auch die Ertei
lung von Genehmigungen zur Aufstellung der Magnet-Regelkompasse, der Ma
gnet-Steuerkompasse, der Ortungsfunkanlagen und der integrierten Navigations
anlagen sowie zur Anbringung der Positionslaternen, Schallsignal- und Manöversi
gnalanlagen und die Prüfungen der Anlagen und Geräte vor ihrer Verwendung an
Bord.
Hierbei wurde deutlich, daß sich auch im Bereich der nautischen Anlagen, Geräte
und Instrumente immer mehr neue und moderne Technologie durchsetzt, z. B.
beim Einsatz des Rasterscan-Verfahrens bei Radaranlagen zur Erzielung einer
bedeutend höheren Bildhelligkeit und beim Einsatz der digitalen Datenverarbei
tung und der Lasertechnik in Kreiselkompaßanlagen der zivilen Schiffahrt.
Es wurden aber auch die Grenzen deutlich, wenn die Automatisierung der Schiffs
führung nicht mehr zu der angestrebten Entlastung des Brückenpersonals, son
dern zu einer für die Schiffssicherheit bedenklichen zusätzlichen Belastung führt.
Darüber hinaus wurde weiterhin die Einhaltung der Schiffssicherheitsverordnung
an Bord kontrolliert und die Überwachung der vom DHI beauftragten Prüfer und
anerkannten Betriebe in gewohnter Weise fortgeführt.
Aus besonderen Gründen wurden für eine Reihe von Schiffen aufgrund besonderer
Bauart oder Verwendung Ausnahmen von Vorschriften der Seestraßenordnung
für die Anbringung der Positionslaternen genehmigt und Ausnahmen von den
Vorschriften der SchSV zugelassen, soweit eine vergleichbare Sicherheit des Schif
fes auf andere Weise gewährleistet war.
Zur Verfolgung von Verstößen gegen die SchSV wurden zahlreiche Ordnungswi
drigkeitenverfahren und Verwaltungsvollstreckungsverfahren fachlich vorberei
tet.
Zur Vorbereitung des neuen Seenot- und Sicherheitsfunksystems (GMDSS) wurde
die Mitarbeit in den internationalen Organisationen IMO, ITU und INMARSAT
fortgesetzt.
Das DHI hat 1986 nach § 132 Bundesberggesetz 7 Anträge zur Durchführung von
Forschungshandlungen im Bereich des deutschen Festlandsockels genehmigt und
eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen. Nach dem Hohe-See-Einbringungsge-