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41. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1986
2.4.5.2 Betrieb des Rechenzentrums
Rechnerbetriebssystem, Datenfernübertragung, technische Einrichtungen:
Das Rechnersystem CYBER 170-730 wurde in der zweiten Februarhälfte gegen
das leistungsstarkere System CYBER 180-840 ausgetauscht.
Für zentralspeicherintensive Anwendungen, die mit dem alten Rechner nicht
mehr bedient werden konnten, besteht auf der CYBER 180-840 die Möglichkeit,
bis zu 1 Mbyte zusätzlich speziellen Zentralspeicher (sog. DEM) zu nutzen, Be
triebssystem und betriebliche Organisation wurden hierauf eingestellt.
Zur Beobachtung der Einstellung des Betriebssystems auf das sich mit dem neuen
Rechner und der neuen Standardsoftware ändernde Lastprofil der Anwendungen
wurde ein graphisches Auswertesystem entwickelt, die Programmierung an den
Rechnerhersteller vergeben und ab Mai eingesetzt. Die grafischen Darstellungen
kritischer Betriebssystemparameter konnten bei Engpaßanalysen und Ausla
stungsübersichten mit gutem Erfolg eingesetzt werden.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im Sachgebiet war die Einführung des neuen
Datenübertragungsnetzwerkes CDCNET. Es ist ein auf Basisbandtechnik mit
CSMA/CD-Zugangsverfahren und Ethernet-Protokoll beruhendes Local Area Net
work (LAN), Als Übertragungsmedium wurde bereits im Jahre 1985 ein etwa 320
m langes Kupferkoaxialkabel vom zentralen Rechenraum im Gebäude des Seewet
teramtes bis in das höchste Geschoß des DHI-Hochhauses verlegt. Im Januar
wurden nach Installation des Betriebssystems NOS 2.4.3 als softwaremäßige Vor
aussetzung die ersten 4 CDCNET-Knotenrechner (sog. Device Interfaces - Dis) an
das Kabel angeschlossen und noch an dem alten Rechner CYBER 170-730 erprobt.
Ein regulärer Produktionsbetrieb mit CDCNET begann im April. Das DÜ-Netzwerk
im DHI/SWA-Gebäudekomplex wurde bis Ende August auf CDCNET umgestellt.
Damit war das GRZ-DHI die erste Installation des Rechnerherstellers in Europa,
die CDCNET als alleiniges Netzwerk betrieb.
Erst mit CDCNET konnten wesentliche Verbesserungen im Terminalbetrieb erzielt
werden. So wurden weitere Datensichtgeräte und Drucker an das GRZ-DHI ange
schlossen. Die Datenübertragungsrate für die Standardterminals des GRZ-DHI
wurde zum komfortableren bildschirmorientierten Arbeiten (Masken, Full Screen
Editor) auf 9600 Baud verdoppelt. Hochauflösende Farbgrafikterminais, auf die
bei komplexen Grafiken (z. B. Kartendarstellungen mit Rahmen und fein digitali
sierten Tiefen- und Küstenlinien) eine sehr große Datenmenge zu übertragen ist,
werden mit 38 400 Baud betrieben. Ferner konnte in Zusammenarbeit mit dem
Seewetteramt ein Direktanschluß des Datensammelsystems (DSS) des SWA an
CDCNET hergestellt werden, so daß der Datenaustausch zwischen GRZ und DSS in
der Regel on-line abgewickelt wird und nur noch für sehr große Datenmengen
Magnetbänder zum Datenaustausch benötigt werden. Hierdurch konnten Verein
fachungen bei der Bereitstellung von Daten, die durch die Datenerfassung in das
DSS eingegeben werden, erzielt werden.
Im Zuge der Umstellung des Netzwerks auf CDCNET wurde die störanfällig und
unzuverlässig gewordene Steckverteilung des Leitungsnetzes aufgelöst. Ein Daten
fernübertragungsraum für hausinterne Datenleitungen und Postnetz (Stand-, An
wahl- und Datex-P-Leitungen) wurde eingerichtet, um die stark angewachsene
Datenkommunikation des GRZ-DHI ordnungsgemäß versorgen zu können. Zur
Absicherung der Datenkommunikation über das Kupferkoaxialkabel (Ausfall- und
Sicherheitsrisikominimierung) wurde ein Glasfaserkabelsystem beschafft und teil
weise im Dezember unter CDCNET in Betrieb genommen. Hiermit wurde zusätz-