Das Deutsche Hydrographische Institut im Jahre 1986
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1 Allgemeiner Bericht
Das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) im Jahre 1986
Das DHI ist eine zentrale Seeschiffahrts- und Meeresumweltbehörde im Geschäfts
bereich des Bundesministers für Verkehr. Zu seinen Aufgaben gehört es, die
Seeräume zu vermessen, Seekarten und nautische Bücher herauszugeben und die
an Bord benutzten nautischen Geräte zu prüfen. Außerdem hat es die Seeschiff
fahrt und Seefischerei durch naturwissenschaftliche und nautisch-technische For
schungen zu fördern und für den Schutz der Meeresumwelt zu sorgen.
Das Haüshaltsvolumen betrug 6,9 Mio DM Einnahmen und 80,4 Mio DM Ausgaben.
Die hydrographischen Dienste (Gezeiten, Windstau- und Sturmflutwarndienst, Eis
nachrichtendienst, erdmagnetischer Dienst) erfüllten wieder ihre Aufgaben für
die Sicherheit der Schiffahrt. An den Eisnachrichtendienst wurden durch den sehr
eisreichen Winter zu Beginn des Jahres besondere Anforderungen gestellt.
Am 25. September beging das DHI in Anwesenheit des Herrn Bundesministers für
Verkehr, Dr. Werner Dollinger, die 125jährige Wiederkehr des Gründungstags des
Hydrographischen Bureaus im Königlich Preußischen Marinemimsterium.
Das Forschungsschiff „Gauß“ überwachte auf 17 Reisen routinemäßig das Meer
wasser auf schädliche Beimengungen und führte in Nord- und Ostsee ozeanogra-
phische, geologische und geophysikalische Untersuchungen und Baumusterprü
fungen durch. Außerdem wurden zwei neue Wracks gefunden und 9 bekannte
Wracks überprüft.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff „Komet“ und das Vermessungsschiff
„Süderoog“ liefen in der Nord- und Ostsee ca. 27 000 sm Lotungslinien für das
Seekartenwerk ah.
Für die Wracksuche und -kontrolle haben die Vermessungs- und Wracksuchschiffe
„Atair" und „Wega“ in der Nord- und Ostsee 138 bereits bekannte Wracks und
Positionen, auf denen Unterwasserhindernisse vermutet wurden, überprüft und
dabei 22 neue Wracks gefunden.
Durch den Fortfall der direkten Nutzung des FS „Meteor“ mußte das DHI mehrere
Forschungsschiffe chartern, um den gesetzlichen Aufgaben nachgehen zu können.
Es erschienen 5 Seehandbücher in neuer Auflage, 7 Handbücher wurden durch
Nachträge auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem wurden die Veröffentlich
ungen „Nautisches Jahrbuch oder Ephemeriden und Tafeln für das Jahr 1987“,
„Winterbetonnung der Küstengewässer der Bundesrepublik Deutschland“, „Be
kanntmachung der WSD Nordwest zur SeeSchStrQ“ und „Seefahrtstandardvoka
bular“ herausgegeben und die Beihefte zu den Kartensätzen für die Sportschiff
fahrt bearbeitet.
Von dem aus insgesamt 14 Teilen bestehenden „Verzeichnis der Leuchtfeuer und
Signalstellen“ wurden 6 Teile als Neuauflagen veröffentlicht.
Die Bände des Nautischen Funkdienstes und der Sprechfunk für Küstenschiffahrt
wurden durch je 12 Nachträge auf dem neuesten Stand gehalten.
Die „Nachrichten für Seefahrer“ (NiS) erschienen mit einer Auflage von 3200
Stück. Neben den periodischen und sonstigen Beilagen zu den NfS wurden auch
erstmalig Deckblätter zu den Seekarten als Beilage veröffentlicht.
Die Arbeit der Seewarndienstzentrale wurde fachlich beaufsichtigt.