Meereskunde
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Zur aktuellen Betriebsüberwachung des „Delphin“ wurde als Zubehör zum Bord
gerät ein kleiner Farbmonitor beschafft.
Die z.Z. für den Einsatz im „Delphin“ verfügbaren Temperatursensoren schöpfen
wegen ihrer zu großen Zeitkonstante die Anwendungsmöglichkeiten des Systems
nicht voll aus. Als Zwischenlösung wurde daher ein schneller ansprechender
Fühler für den Einbau in die vorhandenen Systeme in Auftrag gegeben.
Auf der „Gauß“-Reise Nr. 91 bestand bei Vergleichsmessungen mit dem Schleppsy
stem „Batflsh“ die Möglichkeit, den „Delphin“ an dem strömungsgünstig verkleide
ten Schleppkabel des „Batflsh“, das einen Durchmesser von 8 mm hat, zu fahren.
Es ergaben sich praktisch die gleichen Fahrleistungen, die der „Delphin“ an
seinem nicht verkleideten Schleppkabel von 5,6 mm Durchmesser erreicht.
Bei der Isolinien-Sofortdarstellung von „Delphin“-Daten konnte die Markierung
der Punkte z. B. gleicher Temperatur mit wählbarer Auflösung im Fahrkurvenplott
erreicht werden.
Die Datentransferstation des DHI auf der Basis des Rechners HP 9836, die das
Einlesen von Daten auf unüblichen Datenträgern in den CDC-Rechner erlaubt,
wurde in ihrer Zuverlässigkeit und Bedienungsfreundlichkeit erheblich verbes
sert. Nachdem 1985 bereits eine Winchester-Festplatte beschafft worden war,
konnten nun Programme in PASCAL aufgestellt werden, die für den Einsatz von
leistungsfähigen Interfaces zwischen den diversen Datenlesegeräten und dem
HP 9836 Voraussetzung waren.
PASCAL vereinfacht auch die Bedienung durch spezielle Bildschirmdialog-Mög
lichkeiten.
Der Betrieb der Meßstation Leuchtturm Kiel würde weitergeführt. Die seit 10
Jahren betriebenen Bordgeräte der Station wurden planmäßig erneuert. Der Meß
betrieb auf der Station Großtonne Fehmarnbelt mußte ab Februar eingestellt
werden, nachdem wegen Vertreibens der Tonne durch starken Eisgang ein Total
schaden an der Sensorenkette entstanden war.
Wegen Störungen in der Treibstoffzufuhr für die Energieerzeugung der NSB II
infolge sehr niedriger Lufttemperaturen des Winters 1985/86 und wegen Beschä
digung der Boje durch Rammstoß eines unbekannten Fahrzeugs konnte weiterhin
nur sporadisch gemessen werden.
Positiv zu bewerten ist, daß nach ca. zwei Jahren Auslegezeit keine Schäden an
der Sensorenkette und der Verankerung mit Kunststoffseilen aufgetreten sind.
Die Datenübertragung mußte weiterhin über den Satelliten GOES IV erfolgen. Den
für Juni geplanten Start eines METEOSAT mußte die ESA wegen technischer
Schwierigkeiten um ein Jahr verschieben.
Neben den Vorbereitungen für die Ausrüstung eines weiteren unbemannten See
zeichens mit einer Meßstation wurde technische Unterstützung bei der Auswahl
und dem Einbau geeigneter Temperaturmeßgeräte an Bord von Handelsschiffen
(ships of opportunity) gegeben.
Die bisherige enge Zusammenarbeit mit der WSV erwies sich als unabdingbare
Voraussetzung für den Aufbau und Betrieb des ozeanographischen Meßnetzes in
Nord- und Ostsee. Sie bewährte sich auch, als es darum ging, einen Kompromiß
zwischen den aufgrund internationaler Erkenntnisse ver- änderten Anforderun
gen an ein zeitgemäßes Verkehrsleitkonzept für die Deutsche Bucht einerseits und
den Bedarf an geeigneten Meßgeräteträgern für das Meßnetz des DHI und des
DWD andererseits zu finden. So konnte gesichert werden, daß die nach dem
neuen Konzept fraglichen Positionen der Feuerschiffe „Borkumriff 1 - dessen Er
satzsystem allerdings im Interesse aller Seiten auf die Position „TW Ems“ verlegt
werden soll - und „Elbe 1“ als Meßpositionen weiterbestehen werden.