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Volltext: Jahresbericht 1986

Meereskunde 
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Zur aktuellen Betriebsüberwachung des „Delphin“ wurde als Zubehör zum Bord 
gerät ein kleiner Farbmonitor beschafft. 
Die z.Z. für den Einsatz im „Delphin“ verfügbaren Temperatursensoren schöpfen 
wegen ihrer zu großen Zeitkonstante die Anwendungsmöglichkeiten des Systems 
nicht voll aus. Als Zwischenlösung wurde daher ein schneller ansprechender 
Fühler für den Einbau in die vorhandenen Systeme in Auftrag gegeben. 
Auf der „Gauß“-Reise Nr. 91 bestand bei Vergleichsmessungen mit dem Schleppsy 
stem „Batflsh“ die Möglichkeit, den „Delphin“ an dem strömungsgünstig verkleide 
ten Schleppkabel des „Batflsh“, das einen Durchmesser von 8 mm hat, zu fahren. 
Es ergaben sich praktisch die gleichen Fahrleistungen, die der „Delphin“ an 
seinem nicht verkleideten Schleppkabel von 5,6 mm Durchmesser erreicht. 
Bei der Isolinien-Sofortdarstellung von „Delphin“-Daten konnte die Markierung 
der Punkte z. B. gleicher Temperatur mit wählbarer Auflösung im Fahrkurvenplott 
erreicht werden. 
Die Datentransferstation des DHI auf der Basis des Rechners HP 9836, die das 
Einlesen von Daten auf unüblichen Datenträgern in den CDC-Rechner erlaubt, 
wurde in ihrer Zuverlässigkeit und Bedienungsfreundlichkeit erheblich verbes 
sert. Nachdem 1985 bereits eine Winchester-Festplatte beschafft worden war, 
konnten nun Programme in PASCAL aufgestellt werden, die für den Einsatz von 
leistungsfähigen Interfaces zwischen den diversen Datenlesegeräten und dem 
HP 9836 Voraussetzung waren. 
PASCAL vereinfacht auch die Bedienung durch spezielle Bildschirmdialog-Mög 
lichkeiten. 
Der Betrieb der Meßstation Leuchtturm Kiel würde weitergeführt. Die seit 10 
Jahren betriebenen Bordgeräte der Station wurden planmäßig erneuert. Der Meß 
betrieb auf der Station Großtonne Fehmarnbelt mußte ab Februar eingestellt 
werden, nachdem wegen Vertreibens der Tonne durch starken Eisgang ein Total 
schaden an der Sensorenkette entstanden war. 
Wegen Störungen in der Treibstoffzufuhr für die Energieerzeugung der NSB II 
infolge sehr niedriger Lufttemperaturen des Winters 1985/86 und wegen Beschä 
digung der Boje durch Rammstoß eines unbekannten Fahrzeugs konnte weiterhin 
nur sporadisch gemessen werden. 
Positiv zu bewerten ist, daß nach ca. zwei Jahren Auslegezeit keine Schäden an 
der Sensorenkette und der Verankerung mit Kunststoffseilen aufgetreten sind. 
Die Datenübertragung mußte weiterhin über den Satelliten GOES IV erfolgen. Den 
für Juni geplanten Start eines METEOSAT mußte die ESA wegen technischer 
Schwierigkeiten um ein Jahr verschieben. 
Neben den Vorbereitungen für die Ausrüstung eines weiteren unbemannten See 
zeichens mit einer Meßstation wurde technische Unterstützung bei der Auswahl 
und dem Einbau geeigneter Temperaturmeßgeräte an Bord von Handelsschiffen 
(ships of opportunity) gegeben. 
Die bisherige enge Zusammenarbeit mit der WSV erwies sich als unabdingbare 
Voraussetzung für den Aufbau und Betrieb des ozeanographischen Meßnetzes in 
Nord- und Ostsee. Sie bewährte sich auch, als es darum ging, einen Kompromiß 
zwischen den aufgrund internationaler Erkenntnisse ver- änderten Anforderun 
gen an ein zeitgemäßes Verkehrsleitkonzept für die Deutsche Bucht einerseits und 
den Bedarf an geeigneten Meßgeräteträgern für das Meßnetz des DHI und des 
DWD andererseits zu finden. So konnte gesichert werden, daß die nach dem 
neuen Konzept fraglichen Positionen der Feuerschiffe „Borkumriff 1 - dessen Er 
satzsystem allerdings im Interesse aller Seiten auf die Position „TW Ems“ verlegt 
werden soll - und „Elbe 1“ als Meßpositionen weiterbestehen werden.
	        
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