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41. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1986
Das Institut für Meereskunde an der Universität Kiel führt das Biologische Monitoring
in der Ostsee durch. Es lieferte dem DHI umfangreiche Datensätze zum
Phyto- und Zooplankton und zur Hydrographie der Jahre 1979 bis 1982,1985 und
1986. Die Datensätze wurden überprüft. Dabei wurden Verbesserungsmögliehkeiten
deutlich, die mit dem Institut für Meereskunde erörtert wurden.
Obwohl das Biologische Monitoring der Nordsee - nach dem mit den ausführenden
Institutionen (Biologische Anstalt Helgoland, Bundesforschungsanstalt für Fischerei)
abgestimmten Entwurf des DHI - zur Zeit finanziell nicht ausreichend gesichert
ist, arbeitet das DHI an der Entwicklung eines internationalen Biologischen
Monitoring-Programms mit, das von der Joint Monitoring Group der Übereinkommen
von Oslo und Paris im Rahmen des Joint Monitoring Programme vorgenommen
wird.
Die Übernahme der Daten aus dem Biologischen Monitoring in die Meeresumweltdatenbank
(MUDAB) des DHI wurde eingeleitet.
Zur Vorbereitung der zweiten Internationalen Nordseeschutz-Konferenz, die im
November 1987 in London stattfinden wird, wurde die internationale Arbeitsgruppe
„Scientific and Technical Working Group“ (STWG) gebildet. Sie erhielt den
Auftrag, den „Quality Status Report of the North Sea“, der zur Bremer Nordseeschutz-Konferenz
1984 unter Federführung des DHI vorgelegt worden war, fortzuschreiben.
Das DHI sammelte die wissenschaftlichen Beiträge aus der Bundesrepublik
Deutschland, brachte sie in die STWG ein und half mit, sie auf deren
Sitzungen zu vertreten. Die STWG erarbeitet aus den nationalen Beiträgen der
Nordsee-Anrainerstaaten ein Synthesepapier zum Gütezustand der Nordsee, das
von allen Konferenzteilnehmern gemeinsam getragen werden soll.
Der Ausschuß für den Schutz der Meeresumwelt der Internationalen Schiffahrtsorganisation
IMO begann mit der Erörterung von Schutzmaßnahmen für besonders
empfindliche Seegebiete. Das DHI arbeitete maßgeblich an einem Katalog von
Kriterien zur Festlegung solcher Sondergebiete und an einem Vorschlag zur Eingrenzung
eines derartigen Gebiets im Bereich des Festlandsockels der Bundesrepublik
Deutschland mit.
Das DHI nahm an Tagungen und Sitzungen der Baltic Sea Environment Protection
Commission als Berater des Sekretariats der Helsinki-Commission in Helsinki und
Gdynia teil, um die erste Zusammenstellung über die Belastung der Ostsee durch
Schadstoffeinträge (First Pollution Load Compilation) für die Helsinki Commission
vorzubereiten.
2.2.4,2 Meßsysteme und -methoden, Meßnetz
Neben den routinemäßigen Vorbereitungsarbeiten an meereskundlichen Meßsystemen
und -geraten für Forschungsemsätze auf See mußten auffällig häufig
Laborsalinometer und Durchfluß-Thermosalinographen repariert und überprüft
werden. Die Ursache für die beobachteten Fehlfunktionen war weniger der übliche
Verschleiß als vielmehr Konstruktions- und Fertigungsmängel, die sich zum
Teil erst nach längerem Betrieb auswirken. Im Extremfall mußte ein Sensor vom
Hersteller neu konstruiert werden.
Zur Verbesserung der Analogdarstellung der Meßparameter des „Delphin II“-Schleppsystems
und als Ersatz für die nicht mehr hergestellten Hellfax-Schreiber
wurde ein neuentwickelter 8-Kanal-Farbplotter in Betrieb genommen, der von
einem Mikroprozessor gesteuert wird. Dabei waren die heute bei derartigen Geräten
beinahe üblichen Anlaufschwierigkeiten zu überwinden, die durch unübersichtliche,
unvollständige oder unzweckmäßige Software entstehen.