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Full text : Jahresbericht 1986

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41.  Jahresbericht  Deutsches  Hydrographisches  Institut  1986

Die  Aufgabe,  ein  Gebiet  von  dieser  Größe  zu  kartieren  -  allein  in  der  Nordsee
umfaßt  der  deutsche  Festlandsockel  eine  Fläche  von  ca.  33  000  km 2  -  ist  nicht  in
wenigen  Jahren  zu  lösen.  Daher  wurden  1986  die  bereits  seit  einigen  Jahren
laufenden  Arbeiten  fortgesetzt.

Kartierung  der  Sedimentverteilung  an  der  Meeresbodenoberfläche:
Nordsee:
Die  Laborarbeiten  an  dem  1985  gesammelten  Probenmaterial  wurden  abgeschlossen. ­

Auf  einer  Fahrt  mit  FS  „Valdivia“  wurden  zusätzlich  108  Oberflächenproben  mit
dem  Kastengreifer  und  44  Sedimentkerne  mit  dem  Vibro-Corer  entnommen.  Außerdem ­
  wurden  55  km  Profile  mit  dem  Side-Scan-Sonar  aufgenommen.  Das  Material ­
  befindet  sich  zur  weiteren  Bearbeitung  im  Labor.
Zur  Ergänzung  des  vorhandenen  Probenmaterials  wurden  314  Kastengreiferproben ­
  entnommen.

Kartierung  der  leicht  beweglichen  Lockersedimente:
Nordsee:
Die  Kartierung  der  Oberflächensedimente  erfaßt  lediglich  die  obersten  10  cm.  Es
ist  jedoch  erforderlich,  zusätzlich  die  Schichtdicke  der  leichtbeweglichen  und  mit
dem  Wasser  in  physikalischer  und  chemischer  Wechselwirkung  stehenden  Lockersedimente ­
  zu  erfassen.  Hierzu  wird  schon  seit  Jahren  mit  Erfolg  ein  Sedimentechograph ­
  eingesetzt,  dessen  Meßergebnisse  mit  den  Kernen  des  Vibro-Corers  korreliert ­
  werden.
Es  wurden  in  der  Nordsee  insgesamt  ca.  3000  km  Profile  mit  dem  Sedimentechographen ­
  aufgenommen.  Mit  den  Auswertungen  wurde  begonnen.
Ostsee:
Im  Zuge  der  Probenentnahme  wurden  Aufnahmen  mit  dem  Sedimentechographen
von  ca.  55  km  Profillänge  gemacht.Damit  wurde  das  vorhandene  Profilnetz  an
einigen  kritischen  Stellen  ergänzt.
Die  Kartierarbeiten  in  Nord-  und  Ostsee  fanden  in  enger  Zusammenarbeit  mit
dem  Niedersächsischen  Landesamt  für  Bodenforschung  (in  der  Nordsee)  und  dem
Geologischen  Landesamt  Schleswig-Holstein  (in  Nord-  und  Ostsee)  statt.
Geologisch-morphologische  Untersuchungen  im  Nordostatlantik:
Die  Arbeiten  des  Jahres  1986  befaßten  sich  in  erster  Linie  mit  der  Sedimentationsgeschichte
  und  den  ozeanographischen  Einflüssen  auf  die  Sedimentation  im
NOAMP-Gebiet.  Ein  weiterer  Punkt  war  die  reflexionsseismische  Neuvermessung
von  bisher  nicht  eindeutig  erklärbaren  Sedimentstrukturen  mit  dem  neuentwickelten ­
  „Parasound“.
Die  Entwicklung  einer  hochauflösenden  Eisdrift-Stratigraphie  ist  abgeschlossen.
Die  Methode  ist  mindestens  für  den  Nordost-Atlantik  reproduzierbar.  Als  Zeitmarken ­
  dienen  dabei  Dropstone-Horizonte  (eisverdriftete  Sandlagen),  die  während
Insolationsminima  alle  11  000  +  1000  Jahre  abgelagert  werden.  Der  letzte  Horizont ­
  wurde  vor  11  000  Jahren  sedimentiert.  Vermutlich  wurde  die  intensive  nordatlantische ­
  Eisdrift  vom  14.  bis  19.  Jahrhundert  (Kleine  Eiszeit)  von  derartig  gesteuerten ­
  Klimaveränderungen,  die  auch  einen  großen  Einfluß  auf  Mitteleuropa
hatten,  verursacht.
            
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