Meereskunde
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aufweisen kann. Andererseits konnte gezeigt werden, daß sich in den Jahren 1981
bis 1983, in denen in der Deutschen Bucht Sauerstoffmangel beobachtet wurde,
die Schichtung nicht signifikant von einzelnen früheren Jahren unterschied.
Die aus dem NOAMP-Projekt stammenden physikalischen Daten wurden weiter
aufbereitet; mit der wissenschaftlichen Auswertung wurde begonnen. Abb. 4 zeigt
einen Salzgehaltsschnitt von NOAMP I, der einen tiefreichenden Wirbel erkennen
läßt.
Derartige Wirbel könnten Mittelmeerwasser in das nordatlantische Tiefenwasser
transportieren. Im von der DFG geförderten Frontenprojekt wurde ein baroklines
wirbelauflösendes Modell für Salzfronten entwickelt. Erste Ergebnisse zeigen das
Entstehen von Fronten und Wirbeln. Die Abb. 5 stellt in einem schematisierten
Trichtermodell der Deutschen Bucht einen antizyklonalen und einen zyklonalen
Wirbel dar, der durch den gekoppelten Effekt von Massenaufbau und Topographie
hervorgerufen wird.
Die naturwissenschaftlichen Beiträge für drei Seehandbücher wurden überarbei
tet, zum Teil auch neu verfaßt.
Vorarbeiten zur Bestimmung der Schwebstoffkonzentration im Wasser durch aku
stische Verfahren wurden begonnen.
Behörden, Privatpersonen, Schiffahrts- und Industriebetriebe erhielten Auskünfte
über physikalische Meerwassereigenschaften.
Deutsche Wissenschaftliche Kommission für Meeresforschung (DWK):
Im Interesse der Zusammenarbeit zwischen dem DHI und der Bundesforschungs
anstalt für Fischerei und zur Bearbeitung ozeanographischer Fragestellungen
derFischereiforschung arbeiteten weiterhin zwei Angestellte des Instituts für See
fischerei im DHI.
Routinemäßig erarbeiteten sie den 19. Jahrgang der wöchentlichen quasisynopti
schen Oberflächentemperaturkarte der Nordsee und jeweils zur Monatsmitte die
aktuellen Anomalien. Zusatzinformationen zu den weitgehend unterdurchschnitt
lichen Temperaturen der verschiedenen Nordseewassermassen erschienen in vier
Beilagen. Das Programmpaket zur Datenübermittlung und -aufbereitung wurde
installiert. An der Erweiterung wird gearbeitet.
An den Reisen 84 und 93 des FS „Gauß“ nahm jeweils einer der Mitarbeiter teil,
um die fachliche Zusammenarbeit zu vertiefen. Auf den Reisen 147 und 150 des
FFS „Anton Dohrn" wurden ozeanographische Daten gewonnen, die zur Beant
wortung fischereibiologischer und nährstoffchemischer Fragen herangezogen
werden.
2.2.2.2 Eisdienst
Der Winter 1985/1986 war im deutschen Küstengebiet eisreich. Seit 1896/1897,
dem Beginn regelmäßiger Eisbeobachtungen, hatten an der Nordseeküste 21 Win
ter mehr Eis, an der westlichen Ostseeküste waren es nur 13 Winter (Abb. 6).
Eis trat vom 2. Januar bis 26. März auf. In der Deutschen Bucht erstreckte sich
Anfang März das Eis maximal bis mehrere Seemeilen westlich der Linie Blavands-
huk - Helgoland - Groß tonne „Weser“. Die Küstenschiffahrt war in den Hauptfahr
wassern zeitweise stark behindert. Die westliche Ostsee war Anfang März ganz
mit 20 bis 40 cm dickem Eis bedeckt. Der Eisrand reichte im Osten bis in die
Seegebiete nordöstlich und südöstlich von Bornholm (Abb. 7). Örtlich traten leichte
Preßeisrücken auf. Auf den Hauptschiffahrtswegen konnten nur stark gebaute
Schiffe mit hoher Maschinenleistung verkehren.