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Full text: Jahresbericht 1986

Meereskunde 
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Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden Vor 
hersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmflutwarndienst 
übermittelte Wasserstandsbeobachtungen von Orten der schottischen und engli 
schen Ostküste. 
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Auskünfte. In 
teressierte Gruppen und Praktikanten wurden über Aufgaben und Arbeitsweise 
des Dienstes unterrichtet. Bei Ölunfällen und ähnlichen die Meeresverschmutzung 
betreffenden besonderen Vorkommnissen wurden Meldungen weitergeleitet und 
im Bedarfsfall erste Beratungen vorgenommen. 
2.2.1.5 Seegang 
Dauermessungen: 
Die Routinemessungen des Seegangs an der Forschungsplattform „Nordsee“ und 
vor der Insel Sylt wurden fortgesetzt. Sie werden für folgende Zwecke ausgewer 
tet: 
- Weiterentwicklung und Bestätigung von Flachwasser-Seegangsmodellen 
- Aufstellung einer Seegangsklimaund Extremwertstatistik 
- Untersuchungen im Zusammenhang mit den Sandvorspülungen vor Sylt. 
Seegangsentwicklung im Flachwasser: 
Für die Untersuchung der Gesetzmäßigkeit, die das Anwachsen von Wellen im 
Flachwasser unter dem gleichzeitigen Einfluß des Windes und der Wechselwir 
kung mit dem Boden beschreibt, wurden weitere systematische Messungen im 
Steinhuder Meer durchgeführt. 
Erste Auswertungen der bereits vorhandenen Messungen zeigen, daß das See 
gangsspektrum für kd 1 (k Wellenzahl, d Wassertiefe) erheblich von der bisher für 
Flachwasser angenommenen Form abweicht. Dieses Ergebnis führt dazu, daß die 
vorhandenen Flachwasser-Seegangsmodelle nochmals überprüft und modifiziert 
werden müssen. Außerdem ist in den Messungen deutlich die Grundschwingung 
der Seiche des Sees zu erkennen. Die Periode dieser Schwingung beträgt entspre 
chend den Abmessungen des Sees exakt eine Stunde. Dieses Ergebnis ist für die 
Verifikation von Strömungsmodellen von Bedeutung, die von anderer Seite gerech 
net werden, um den nicht unerheblichen Schlammtransport in diesem See kontrol 
lieren zu können. 
Die Messungen sollen wegen ihrer Bedeutung für die Flachwassermodelle unter 
verbesserten Meßbedingungen wiederholt werden. 
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wurde ein Konzept für die 
Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes verfaßt. Dieser Dienst - er basiert 
auf der Anwendung von numerischen Seegangsvorhersagemodellen - wird etwa 
ab 1989 flächendeckend Seegangsprognosen für den Nordatlantik, die Nord- und 
die Ostsee liefern und allen Nutzern auf See zur Verfügung stehen. 
Luftüberwachung von Ölverschmutzungen: 
In der Steuerungsgruppe „Luftüberwachung - Ölverschmutzung“ wurde weiter 
mitgearbeitet. Weil seit Beginn des Jahres die beiden Ölüberwachungsflugzeuge 
vom Typ DO 28 routinemäßig eingesetzt werden, galt die Hauptarbeit der Gruppe 
der Beseitigung von Anfangsschwierigkeiten bei den Sensoren und dem Flugbe 
trieb. Das Sensorpaket wurde unter realistischen Bedingungen geprüft und abge 
nommen.
	        
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