Meereskunde
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Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden Vor
hersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmflutwarndienst
übermittelte Wasserstandsbeobachtungen von Orten der schottischen und engli
schen Ostküste.
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Auskünfte. In
teressierte Gruppen und Praktikanten wurden über Aufgaben und Arbeitsweise
des Dienstes unterrichtet. Bei Ölunfällen und ähnlichen die Meeresverschmutzung
betreffenden besonderen Vorkommnissen wurden Meldungen weitergeleitet und
im Bedarfsfall erste Beratungen vorgenommen.
2.2.1.5 Seegang
Dauermessungen:
Die Routinemessungen des Seegangs an der Forschungsplattform „Nordsee“ und
vor der Insel Sylt wurden fortgesetzt. Sie werden für folgende Zwecke ausgewer
tet:
- Weiterentwicklung und Bestätigung von Flachwasser-Seegangsmodellen
- Aufstellung einer Seegangsklimaund Extremwertstatistik
- Untersuchungen im Zusammenhang mit den Sandvorspülungen vor Sylt.
Seegangsentwicklung im Flachwasser:
Für die Untersuchung der Gesetzmäßigkeit, die das Anwachsen von Wellen im
Flachwasser unter dem gleichzeitigen Einfluß des Windes und der Wechselwir
kung mit dem Boden beschreibt, wurden weitere systematische Messungen im
Steinhuder Meer durchgeführt.
Erste Auswertungen der bereits vorhandenen Messungen zeigen, daß das See
gangsspektrum für kd 1 (k Wellenzahl, d Wassertiefe) erheblich von der bisher für
Flachwasser angenommenen Form abweicht. Dieses Ergebnis führt dazu, daß die
vorhandenen Flachwasser-Seegangsmodelle nochmals überprüft und modifiziert
werden müssen. Außerdem ist in den Messungen deutlich die Grundschwingung
der Seiche des Sees zu erkennen. Die Periode dieser Schwingung beträgt entspre
chend den Abmessungen des Sees exakt eine Stunde. Dieses Ergebnis ist für die
Verifikation von Strömungsmodellen von Bedeutung, die von anderer Seite gerech
net werden, um den nicht unerheblichen Schlammtransport in diesem See kontrol
lieren zu können.
Die Messungen sollen wegen ihrer Bedeutung für die Flachwassermodelle unter
verbesserten Meßbedingungen wiederholt werden.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst wurde ein Konzept für die
Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes verfaßt. Dieser Dienst - er basiert
auf der Anwendung von numerischen Seegangsvorhersagemodellen - wird etwa
ab 1989 flächendeckend Seegangsprognosen für den Nordatlantik, die Nord- und
die Ostsee liefern und allen Nutzern auf See zur Verfügung stehen.
Luftüberwachung von Ölverschmutzungen:
In der Steuerungsgruppe „Luftüberwachung - Ölverschmutzung“ wurde weiter
mitgearbeitet. Weil seit Beginn des Jahres die beiden Ölüberwachungsflugzeuge
vom Typ DO 28 routinemäßig eingesetzt werden, galt die Hauptarbeit der Gruppe
der Beseitigung von Anfangsschwierigkeiten bei den Sensoren und dem Flugbe
trieb. Das Sensorpaket wurde unter realistischen Bedingungen geprüft und abge
nommen.