Meereskunde
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In zwei vom BMFT unterstützten Nachfolgevorhaben ist damit begonnen worden,
den Impuls- und Stoffaustausch über dem Tiefseeboden näher zu untersuchen,
insbesondere die Ausbreitung von Isotopen im Tiefenwasser. Hierzu sind im Mai/
Juni weitere Messungen mit FS „Meteor“ im Nordatlantik durchgeführt worden.
Die Datenanalyse der Meßergebnisse von „Meteor“-Fahrt Nr. 64 (BIOZIRKEL) aus
dem nordwestafrikanischen Auftriebsgebiet ist abgeschlossen.
Für einen Atlas „Zur Hydrographie der nordwestafrikanischen Gewisser“ ist das
Kartenwerk fertiggestellt worden.
Beiträge für Seehandbücher und Seekarten:
Statistische Auswertungen der Strömungsmessungen aus der westlichen Ostsee
lieferten Richtungs- und Geschwindigkeitsverteilungen in Form von Strömungsro
sen, die in den Teil B des Ostsee-Handbuches, III. Teil, eingearbeitet wurden.
2.2.1.2 Vermischung und. operationeile Modelle
Die Auswertung des Rhodaminexperiments vom Sommer 1982 wurde weitgehend
mit dem Ergebnis abgeschlossen, daß Mer die Tracerausbreitung überwiegend als
von den Gradienten des horizontalen Reststroms und des Gezeitenstroms be
stimmt anzusehen ist.
Die Analyse der vom DHI seit 1977 gemessenen Konzentrationsverteilung von
Cs 137 in der Nordsee zeigt, daß aus diesen Daten regional und zeitlich abhängige
Vermischungsparameter zu erhalten sind.
In einem Feldexperiment des GKSS-Forschungszentrums, Geesthacht, zur Unter
suchung von Wasser- und Stofftransporten im Bereich des Hamburger Hafens
wurde in der zweiten Septemberhälfte ein Tracerexperiment mit 120 kg Rhodamin
durchgeführt.
Es wurde damit begonnen, das seit 1984 Operationen eingesetzte Wasserstandsvor-
hersagemodell für die Nordsee anhand der tatsächlich eingetretenen Wasser
stände zu überprüfen.
2.2.1.3 Gezeiten
Die Gezeitentafeln für das Jahr 1987, Band I: Europäische Gewässer, Band IE
Atlantischer und Indischer Ozean, Westküste Südamerika s, erschienen im August.
Die ausführlichen Vorausberechnungen für die ausländischen Bezugsorte erhielt
das DHI von den jeweiligen ausländischen hydrographischen Diensten. Als Gegen
leistung wurden diesen die Vorausberechnungen für die deutschen Orte und Eka-
terininskaya übermittelt.
Der Kalender „Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren
Flußgebiete, 1987“ kam im Oktober heraus. Die Umstellung der Druckvorlagen
für die Gezeitentafeln und -kalender 1988 auf Lichtsatz wurden vorbereitet.
Die Wasser- und Schiffahrts-, Wasserwirtschafts- und Hafenverwaltungen des
deutschen Küstengebietes stellten wie bisher ihre Wasserstandsbeobachtungen
nach Bedarf zur Verfügung. Von 173 Pegeln wurden die Hoch- und Niedrigwasser
beobachtungen gesammelt. 173 Beobachachtungsreihen einschließlich der von
Watt- und Vermessungspegeln wurden auf Magnetband aufgenommen.