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Volltext: Jahresbericht 1986

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41. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1986 
2.2 Meereskunde 
2.2.1 Bewegungsvorgänge 
2.21.1 Strömungen 
Nordsee: 
Der BMU unterstützte eine Studie zur Simulation der Ausbreitung radioaktiver 
Stoffe in der Nordsee. Ziel dieser Untersuchungen ist die Abschätzung der regiona 
len Belastung des Nordseewassers aufgrund der Einbringung schwach radioakti 
ver Stoffe durch die Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield Works und La Hague. 
Mit dem hierfür entwickelten Nordseemodell ist auch in einem aktuellen Fall die 
Ausbreitung eines Schadstoffes in der Nordsee bei vorgegebenem Eintrag in der 
Rheinmündung simuliert worden (s. Abb. 2). 
Das im Routinebetrieb eingesetzte Strömungs- und Wasserstandsmodell der Nord 
see und der Deutschen Bucht wird von verschiedenen Gruppen innerhalb und 
außerhalb des DHI genutzt. Zur Unterstützung des Windstaudienstes liefert es 
täglich Wasserstandsprognosen. Die mit diesem Modell aus Luftdruckanalysen 
berechneten Strömungsfelder der Deutschen Bucht wurden für das ganze Jahr 
archiviert. 
Das vom UBA geförderte Vorhaben „Numerische Simulation der Ölausbreitung in 
der Deutschen Bucht“ wurde fortgeführt. Mit Hilfe eines auf die Wattgebiete ausge 
dehnten operationeil betriebenen Prognosemodells soll eine Entscheidungshilfe 
für die Ölbekämpfung bereitgestellt werden. 
Die Auswertung der Ergebnisse der Öldrift-Simulationen während „Archime 
des II“ (Untersuchung der Ausbreitung kleiner Ölmengen in der Deutschen Bucht 
mit Hilfe von Femerkundungsmethoden) wurde abgeschlossen. 
Im September und Oktober fand das Feldexperiment MOVENS (Modellverifikation 
Nordsee) statt. Durch Strömungs- und Wasserstandsmessungen und eine hydro 
graphische Aufnahme der Norwegischen Rinne sollen die Nordseemodelle über 
prüft und verbessert werden. 
Ostsee: 
Die Strömungsmessungen - seit 1982 - an neun ausgewählten Positionen in der 
westlichen Ostsee wurden im November beendet. In Abb. 3 ist die örtliche Vertei 
lung aller vom DHI in der westlichen Ostsee gesammelten Zeitreihen von Strö 
mungsmessungen dargestellt. Die Zahlen bedeuten die Meßdauer in Monaten 
aller Zeitreihen, die innerhalb des jeweiligen Kreises in verschiedenen Tiefen seit 
1961 gewonnen wurden. Die meisten von ihnen stammen aus der Zeit nach 1981. 
Im Sommer wurde allgemein mehr gemessen als im Winter. 
Während des internationalen Patchiness-Experiments „PEX 86“ in der mittleren 
Ostsee verankerte das DHI Mitte April Strommesser an drei der insgesamt 13 
vereinbarten Positionen. Die Verankerungen wurden Anfang Juni unbeschädigt 
aufgenommen. 
Nordatlantik: 
Die erste Auswertung des vom BMFT geförderten Vorhabens NOAMP (Nord-Ost- 
Atlantisches-Monitoring-Programm) ist in einem Abschlußbericht vorgelegt wor 
den. Es handelt sich hierbei um empirische und theoretische Untersuchungen zur 
Stoffausbreitung in der Tiefsee.
	        
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