Technische Schiffssicherheit
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Für die Baumusterprüfung von Funknavigationsanlagen wurde ein digitales
Geschwindigkeitsanzeigegerät entworfen. Eine Erprobung des Versuchsauf
baues an den an Bord vorhandenen Fahrtmeßanlagen und an den für Simula
tionszwecke entwickelten Taktgebern ergab eine universelle Einsatzmög
lichkeit. Mit dem schon weitgehend fertiggestellten Gerät lassen sich
ohne großen Zeit- und Rechenaufwand während der Baumusterprüfung je
derzeit die tatsächlich in die zu prüfenden Funknavigationsanlagen
einlaufenden Geschwindigkeitswerte messen und anzeigen.
Unterlagen über die Software der rechnergestützten Funknavigationsanla-
gen wurden für die Prüfung nur sehr spärlich oder gar nicht vorgelegt.
Deshalb waren umfangreiche Software-Untersuchungen erforderlich. Durch
Substitutionsmethoden wurde versucht, Zusammenhänge beim Auftreten von
Fehlern zu ermitteln. Der Zwang zu derartigen zeitraubenden Untersu—
chungsmethoden wirkt sich ungünstig auf die PrUfungsdauer aus.
2.3.2.2 Statistiken
Die Datei über den Bestand an Seeschiffen (ca. 29 000) und deren Ausrü
stung mit Funk- und Navigationsanlagen wurde berichtigt und ergänzt.
Für den Druck der "Amtlichen Liste der Seeschiffe der Bundesrepublik
Deutschland" und der "Liste der Yachten mit Unterscheidungssignalen/Ruf
zeichen der Bundesrepublik Deutschland" wurden die Daten zusammenge
stellt und überwacht.
Über die Entwicklung im Seeschiffsbestand und die Ausrüstung der Schiffe
wurden Statistiken zur Veröffentlichung aufgestellt, ebenso aus den er
mittelten Daten über
- Crosstrade
- ausländische Zeitcharter und
- Seegüterumschlag.
Aus den der Bundesrepublik Deutschland von der Internationalen Fernmel
deunion (ITU) zugeteilten Rufzeichengruppen wurden den Seeschiffsregi
stern und den in Betracht kommenden Behörden Unterscheidungssignale zu
gewiesen.
2.3.2.3 Zeitdienst
Für die astronomische Zeit- und Breitenbestimmung wurden am photographi
schen Zenitfernrohr (PZT) in 92 Nächten 1876 Durchgänge der 134 Pro
grammsterne beobachtet.
Die Aussendung von Zeitsignalen für die Seeschiffahrt nach der koordi
nierten Weltzeit (UTC) mit dem Zeitkode DUT1»UT1 - UTC über Sender in
Elmshorn, Norddeich-Osterloog und Kiel wurde am 1. November eingestellt.
Umfragen hatten ergeben, daß an solchen Zeitsignalen kein dringender Be
darf mehr besteht. Den Zeitsignaldienst über Küstenfunkstellen hat das
DHI seit dem 15. Juli 1950 ohne Unterbrechung ausgeübt.