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Full text: Jahresbericht 1985

Meereskunde 
hl 
In der westlichen Ostsee war im August erstmals ein Gradient von den 
Förden und Buchten im westlichen Teil (2 bis 5 pg/1) zur offenen See 
hin (0,5 bis 1 [ig/1) zu erkennen. 
Im Skagerrak und im Kattegat lagen die Werte im salzgehaltsärmeren Ober 
flächenwasser bei 2 bis h pg/1, im salzgehaltsreicheren, einströmen 
den Tiefenwasser bei 0,5 bis 2 pg/1. 
Auf der Fahrt im August wurden erstmals Proben mit einem "in situ"-Ex- 
traktionsgerät gezogen. Damit wird eine genauere Untersuchung der kom 
plexen Zusammensetzung der Kohlenwasserstoffgemische auch bei niedrigen 
Konzentrationen möglich. 
In einem Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes wurden 700 Proben von 
Ölverschmutzungen (vor allem Proben aus dem Gefieder verölter Seevögel, 
aber auch von Stränden) untersucht. Das bisherige Ergebnis, nach dem zum 
weit überwiegenden Teil die Schiffahrt als Verursacher der Verschmutzun 
gen anzusehen ist, wurde bestätigt: Es wurden vor allem Rückstände der 
Schwerölseparation vorgefunden, die bei der Aufbereitung des Brennstoffs 
an Bord anfallen. Das Ergebnis wird durch die Flugüberwachung der Deut 
schen Bucht und der westlichen Ostsee bestätigt. 
Für Strafverfahren bei Ölverschmutzungen wurden in 123 Fällen Ölproben 
verglichen. Dabei wurden 605 Proben untersucht. In etwa 60 % der Fälle 
konnte allein anhand der chemischen Analyse der Verursacher mit großer 
Wahrscheinlichkeit festgestellt werden. 
2.2.3'.5 Stof feinträge in das Meer 
Nach dem "Gesetz zu den ’Übereinkommen vom 15. Februar 1972 (Oslo) und 
vom 29. Dezember 1972 (London) zur Verhütung der Meeresverschmutzung 
durch das Einbringen von Abfällen durch Schiffe und Luftfahrzeuge" ist 
die Einbringung und Verbrennung von Abfallstoffen in der Hohen See er 
laubnispflichtig. Wissenschaftlich-technische Arbeiten im Rahmen des Er 
laubnisverfahrens wurden mit dem Ziel fortgeführt, mögliche Beeinträch 
tigungen der marinen Umwelt zu verhindern und Schadstofffrächten, die zu 
einem verhältnismäßig kleinen Anteil auch durch Einbringung und Verbren 
nung in die Nordsee eingetragen werden, zu verringern. Die Abfallmengen 
aus der Herstellung von Titandioxid ("Dünnsäure”) wurden weiter redu 
ziert. In der Tabelle sind die mit deutscher Erlaubnis auf Hoher See be 
seitigten Abfallmengen angegeben. In Tabelle . sind die mit den Abfällen 
aus der Titandioxid-Herstellung eingebrachten Stoffmengen und die Ent 
wicklung bis zum Jahre 1989 - dem spätesten Termin für die Beendigung 
der Dünnsäureeinbringung - dargestellt. 
Aufgrund der unzureichenden Beseitigungskapazitäten an Land ist die Ver 
brennung von Abfallstoffen (chlorierte Kohlenwasserstoffe) auf See nach 
wie vor erforderlich. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt wurden 
weiterhin Anstrengungen unternommen, die Verbrennung auf See zu verrin 
gern. Die verbrannte Abfallmenge ist im Vergleich zum Vorjahr zurückge 
gangen. 
Auf den Einbringungsschiffen und auf dem Verbrennungsschiff wurde die 
Einhaltung der Auflagen und Bedingungen in den Erlaubnissen und in der
	        
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