Meereskunde
hl
In der westlichen Ostsee war im August erstmals ein Gradient von den
Förden und Buchten im westlichen Teil (2 bis 5 pg/1) zur offenen See
hin (0,5 bis 1 [ig/1) zu erkennen.
Im Skagerrak und im Kattegat lagen die Werte im salzgehaltsärmeren Ober
flächenwasser bei 2 bis h pg/1, im salzgehaltsreicheren, einströmen
den Tiefenwasser bei 0,5 bis 2 pg/1.
Auf der Fahrt im August wurden erstmals Proben mit einem "in situ"-Ex-
traktionsgerät gezogen. Damit wird eine genauere Untersuchung der kom
plexen Zusammensetzung der Kohlenwasserstoffgemische auch bei niedrigen
Konzentrationen möglich.
In einem Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes wurden 700 Proben von
Ölverschmutzungen (vor allem Proben aus dem Gefieder verölter Seevögel,
aber auch von Stränden) untersucht. Das bisherige Ergebnis, nach dem zum
weit überwiegenden Teil die Schiffahrt als Verursacher der Verschmutzun
gen anzusehen ist, wurde bestätigt: Es wurden vor allem Rückstände der
Schwerölseparation vorgefunden, die bei der Aufbereitung des Brennstoffs
an Bord anfallen. Das Ergebnis wird durch die Flugüberwachung der Deut
schen Bucht und der westlichen Ostsee bestätigt.
Für Strafverfahren bei Ölverschmutzungen wurden in 123 Fällen Ölproben
verglichen. Dabei wurden 605 Proben untersucht. In etwa 60 % der Fälle
konnte allein anhand der chemischen Analyse der Verursacher mit großer
Wahrscheinlichkeit festgestellt werden.
2.2.3'.5 Stof feinträge in das Meer
Nach dem "Gesetz zu den ’Übereinkommen vom 15. Februar 1972 (Oslo) und
vom 29. Dezember 1972 (London) zur Verhütung der Meeresverschmutzung
durch das Einbringen von Abfällen durch Schiffe und Luftfahrzeuge" ist
die Einbringung und Verbrennung von Abfallstoffen in der Hohen See er
laubnispflichtig. Wissenschaftlich-technische Arbeiten im Rahmen des Er
laubnisverfahrens wurden mit dem Ziel fortgeführt, mögliche Beeinträch
tigungen der marinen Umwelt zu verhindern und Schadstofffrächten, die zu
einem verhältnismäßig kleinen Anteil auch durch Einbringung und Verbren
nung in die Nordsee eingetragen werden, zu verringern. Die Abfallmengen
aus der Herstellung von Titandioxid ("Dünnsäure”) wurden weiter redu
ziert. In der Tabelle sind die mit deutscher Erlaubnis auf Hoher See be
seitigten Abfallmengen angegeben. In Tabelle . sind die mit den Abfällen
aus der Titandioxid-Herstellung eingebrachten Stoffmengen und die Ent
wicklung bis zum Jahre 1989 - dem spätesten Termin für die Beendigung
der Dünnsäureeinbringung - dargestellt.
Aufgrund der unzureichenden Beseitigungskapazitäten an Land ist die Ver
brennung von Abfallstoffen (chlorierte Kohlenwasserstoffe) auf See nach
wie vor erforderlich. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt wurden
weiterhin Anstrengungen unternommen, die Verbrennung auf See zu verrin
gern. Die verbrannte Abfallmenge ist im Vergleich zum Vorjahr zurückge
gangen.
Auf den Einbringungsschiffen und auf dem Verbrennungsschiff wurde die
Einhaltung der Auflagen und Bedingungen in den Erlaubnissen und in der