Technische Schiffssicherheit
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schwindigkeit über Grund aus dem Decca-Navigationsverfahren ermittelt.
Die Schwierigkeiten bei der Prüfung von Methoden der Transformation ver
schiedener geographischer Bezugssysteme bei Satelliten-Navigationsanla-
gen erforderten Untersuchungen darüber, unter welchen Einschränkungen
mittels konstanter Summanden in begrenzten geographischen Gebieten eine
lau fende, Rechnerkapazität benötigende Berechnung der genauen Transfor
mation vermieden werden kann. In diesem Zusammenhang wurde für Nordeuro
pa einschließlich Nord- und Ostsee die Transformation vom World-Geode-
tic-System 72 (WGS-72) zum europäischen Datum (ED-50) berechnet und als
Netz dem geographischen Netz überlagert gezeichnet.
Mit dem Auftreten von rechnergestützten Decca-Navigationsanlagen, bei
denen die Standardanzeige in geographischen Koordinaten und nicht mehr
in Hyperbelkoordinaten erfolgt, wurden umfangreiche Untersuchungen von
softwarebedingten Grenzbereichen erforderlich. Hierbei ergab sich un
ter anderem, daß während einer Prüfung in einem begrenzten Seegebiet
ermittelte Meßwerte bei diesen Anlagen nicht mehr ohne weiteres auf an
dere Seegebiete übertragbar sind.
Während einer Forschungsfahrt von FS "Gauß" nach Monaco wurden die
durchlaufenden Decca- und Loran-C-Ketten stichprobenweise auf ihre Sta
bilität untersucht. Beim Omega-Navigationsverfahren wurde parallel dazu
das Feldstärkenprofil der Stationen Liberia und Norwegen für weitere Un
tersuchungen aufgezeichnet. Daneben wurden Beurteilungskriterien für die
Prüfung integrierter Navigationsanlagen gesammelt.
Der Navigationsprozeßrechner auf FS "Gauß" wurde weiter ausgebaut. Die
Übernahme der Geschwindigkeits- und Wassertiefeninformationen wurde
hardwaremäßig soweit aufbereitet, daß sie nach Fertigstellung der Soft
ware sofort erfolgen kann. Der neuentwickelte, dreikanalige Lanedigita-
lisierer konnte nach seiner Fertigstellung erfolgreich erprobt und in
den Navigationsprozeß einbezogen werden. Bei der Software wurden die
Folgealgorithmen erweitert. Außerdem wurden sie durch einen Modul er
gänzt, der im Online-Betrieb die Standardabweichung des Schiffsortes als
Qualitätskriterium berechnet und anzeigt. Um einwandfreie Meßbedingungen
für die Laborprüfung aller Funknavigationsanlagen zu schaffen, erfolgte
eine umfassende Spezifizierung der erforderlichen Maßnahmen im Bereich
des Daches, so daß der Baubehörde eine Kostenabschätzung möglich wurde.
Seenotfunk, nichtnavigatorischer Ortungsfunk:
In IMO, INMARSAT und CCIR wurde auch 1982 an der Entwicklung des See
not- und Sicherheitsfunksystems der Zukunft (FGMDSS) mitgearbeitet. Da
bei war der Beginn von Versuchen mit Satelliten-Seenotfunkbojen von be
sonderer Bedeutung.
Internationale Zusammenarbeit:
Die Gespräche über eine Harmonisierung der Prüfungs- und Zulassungsbe
dingungen nautischer Anlagen und Geräte wurden auf Positionslaternen er
weitert. Eine erste Sitzung mit Teilnehmern von EG-Staaten und anderer
interessierter europäischer Staaten ergab wesentliche Unterschiede in
den Auffassungen über die Anforderungen an Positionslaternen und die zu