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Full text : Jahresbericht 1982

Meereskunde

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0,3  -  im  westlichen  Mittelmeer  bei  0,2  pg/l.  Da  die  Erfassungsgrenze
der  Untersuchungsmethode  bei  etwa  0,1  bis  0,2  pg/l  liegt,  konnte  damit
eine  Verschmutzung  des  Meerwassers  durch  Erdöl-Kohlenwasserstoffe  im
westlichen  Mittelmeer  (bei  6  Stationen  mit  insgesamt  17  Einzelmessungen) ­
  nicht  nachgewiesen  werden.  Als  Hauptquellen  der  Meeresverschmutzung ­
  durch  Erdöl-Kohlenwasserstoffe  zeichnen  sich  damit  der  besonders
dichte  Schiffsverkehr  im  Kanal  und  in  der  südlichen  Nordsee  und  der
Eintrag  durch  die  Flüsse  (Rhein,  Ems,  Weser/Jade  und  Elbe)  ab.
Bei  22  Einzelbestimmungen  im  Mai  an  der  Forschungsplattform  "Nordsee"
ergab  sich  ein  Mittelwert  von  0,6  pg/l  mit  einer  relativen  Standardabweichung ­
  von  19  %.
Im  November  wurde  auf  einer  Fahrt  mit  dem  FS  "Meteor”  die  Belastung  des
Meerwassers  durch  Erdöl-Kohlenwasserstoffe  in  der  westlichen  und  nördlichen ­
  0§tsee  untersucht.  Auf  43  Stationen  wurden  insgesamt  94  Wasserproben
  aus  1  m  Wassertiefe  und  aus  tieferen  Wasserschichten  (d.  h.  in  der
nördlichen  Ostsee  unterhalb  der  stabilen  Salzgehaltssprungschicht  und
aus  dem  anoxischen  Tiefenwasser  des  Gotlandtiefs  und  des  Landsorttiefs)
entnommen.  Insgesamt  zeigte  sich  eine  sehr  gleichmäßige  Verteilung  der
Erdöl-Kohlenwasserstoffe:  Der  Mittelwert  aller  Proben  betrug  1,3  pg/l,
die  relative  Standardabweichung  nur  17  %.  Die  gesamte  Streubreite  der
Proben  reichte  von  1,0  bis  2,0  pg/l,  d.  h.  weder  auf  den  stark  befahrenen ­
  Schiffahrtswegen  im  westlichen  Teil  der  Ostsee  (z.  B.  Fehmarn  Belt)
noch  in  den  weiträumigeren  Gebieten  im  nördlichen  Teil  oder  in  den  tieferen ­
  Becken  um  Gotland  waren  extrem  abweichende  Werte  zu  finden.  Vermutlich ­
  gelangt  ein  großer  Teil  dieser  Erdöl-Kohlenwasserstoffe  über  die
Atmosphäre  in  die  Ostsee.

2.2.4  Meereskundliche  Querschnittsaufgaben
Das  DHI  koordiniert  die  Aktivitäten  der  Bundesrepublik  Deutschland  zur
Überwachung  der  Nord-  und  Ostsee  für  die  internationalen  Übereinkommen
zur  Verhütung  der  Meeresverschmutzung.
Diese  Arbeit  umfaßt  den  chemisch-physikalischen  und  den  biologischen
Aspekt  der  Überwachung.  Beim  biologischen  Monitoring  war  das  DHI  auf  die
freiwillige  Mitarbeit  von  Bundes-  und  Länderinstituten  angewiesen,  da
bisher  die  Zuständigkeit  für  die  Ausübung  eines  biologischen  Monitoring
noch  nicht  geregelt  ist.  Die  meeresbiologischen  Überwachungsdaten  reichen ­
  daher  nicht  aus.  Um  diesen  Mangel  zu  beheben,  wurde  unter  Federführung ­
  des  DHI  ein  mit  der  Biologischen  Anstalt  Helgoland,  der  Bundesforschungsanstalt ­
  für  Fischerei  und  dem  Umweltbundesamt  abgestimmtes  Konzept ­
  für  das  biologische  Monitoring  erarbeitet  und  den  Ressorts  vorgelegt. ­

Das  DHI  betreut  die  wissenschaftlichen  Arbeitsgruppen  der  Übereinkommen
zur  Reinhaltung  des  Meeres  von  Oslo,  London  und  Helsinki.  Hierzu  gehören
auch  die  Vorbereitung  von  Sitzungen  und  die  Leitung  der  jeweiligen  Delegationen ­
  der  Bundesrepublik  Deutschland.
Ferner  beriet  das  DHI  unter  dem  Aspekt  des  Meeresumweltschutzes  den
Bundesminister  des  Innern  u.  a.  bei  der  EG  und  den  Bundesminister  für
Wirtschaft  beim  Tiefsee-Bergbau.
            
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