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Jahresbericht Nr.12/1957
Deutschen Bucht in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schiffahrtaamt Tönning
wurden im wesentlichen Gerät- und Xnstrumenterprobungen als Vorbereitung für
das Internationale Geophysikalische Jahr durchgeführt.. Als Vorbereitung für
die dem Institut übertragene Überwachung des Meeres auf radioaktive Beimen
gungen wurden horizontale Ausbreitungs- und Vermischungsvorgänge unter diesem
Gesichtspunkt betrachtet.
Die Gezeitentafeln für das Jahr 1957 erschienen wie bisher in zwei Bän
den, Band I: Europäische Gewässer, erweitert um ausführliche Vorausberech
nungen für zwei norwegische Bezugsorte, Narvik und Bergen. Im folgenden Jahr
gang 1958 wird Band II, der bisher den Atlantischen und westlichen Indischen
Ozean umfaßt, auf den ganzen Indischen Ozean und Australien ausgedehnt. Die
Kalender der Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren
Flußgebiete erschienen im bisherigen Umfang. Andauernd rege Nachfrage be
stand nach dem im Vorjahr erschienenen Atlas der Gezeitenströme für die Nord
see, den Kanal und die Britischen Gewässer. Die neuartigen Verfahren, die
zur Analyse der Gezeiten und zur Berechnung von Gezeitentafeln während der
letzten Jahre unter dem Einsatz von Lochkartenmaschinen entwickelt wurden,
konnten inzwischen auch an den Gezeiten niederländischer und indischer Häfen
mit vorzüglichem Erfolg erprobt werden.- Das photographische Zenitfernrohr
mit 250 mm Öffnung und 3750 mm Brennweite wurde fertiggestellt und Mitte
September für Zeit- und Breitenbestimmungen in Betrieb genommen.
An dem vom Ausschuß für Funkortung und der Nachrichtentechnischen Ge
sellschaft durchgeführten Vergleich der vorhandenen Fn-nkortungsverfehren ist
das Deutsche Hydrographische Institut beteiligt und hat außerdem auf der
Dreinationentagung in London an. der Frage des Kollisionsschutzes durch Radar
oder andere elektronische Hilfsmittel mitgearbeitet. Durch Vermittlung des
FunkortungsausSchusses sowie Entgegenkommen der DEBEG konnte den Vertretern
aller an der Seefahrt interessierten Kreise die wichtigste Neuerscheinung
auf diesem Gebiet, das Kursradargerät, während mehrerer Tage auf "Gauss" vor
geführt werden.
Aus der großen Zahl der Untersuchungen im Bereich der Nautischen Teohnik
seien als wichtigste hervorgehoben: die Bestimmung der magnetischen Schutz
abstände funktechnischer -Geräte von den Schiffskompassen, die Untersuchung
des dynamischen Fehlers an Magnetkompassen, die zu einem Entwurf einer Er
gänzung der bestehenden PrüfVorschriften führten, Messungen der bei den
Schiffsbewegungen im Seegang auftretenden Neigungen und -Beschleunigungen so
wie Loterprobungen im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten für das Internatio
nale Geophysikalische Jahr. Im Fachnormenausschuß "Farbe" wurde das Beiblatt
"Farben und Farbgrenzen für Signallichter an Wasserfahrzeugen" ausgearbeitet.
Nach Festlegung der neuen Grenzen wurde Verbindung mit den skandinavischen
Ländern zur Angleichung der dort in Bearbeitung befindlichen Vorschriften an
die deutschen Namen aufgenommen. Die Untersuchungen an funktechnischen Hilfs
mitteln betrafen in erster Linie Baumusterprüfungen von Funkpeilanlagen, die