Meereskunde
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In Zusammenhang mit den Untersuchungen über die Ausbreitung des arkti
schen Tiefenwassers wurden auf der "Meteor"-Fahrt Nr. 61 auf 29 Statio
nen Oberflächen- und Tiefenproben zur Bestimmung von Tritium, Sr 90, Cs
134, Cs 137, Pu 238, Pu 239 + 240 und Am 241 entnommen. Die bereits von
Cs 137 vorliegenden Daten lassen erkennen, daß dieses Nuklid, das in er
heblichen Mengen aus einer Kernbrennstoff-Wiederaufbereitungsanlage in
die Irische See eingeleitet wird, mit den Meeresströmungen bis ins Nord
meer gelangt und hier zu Aktivitätskonzentrationen führt, die höher sind
als die, die dem Fallout-Level entsprechen.
Auf der "Meteor"-Fahrt Nr. 62 wurden vom Gebiet der Nordsee bis 61°30' N
und auf 2 Schnitten parallel zur norwegischen Küste bis 65° N für radio
logische Untersuchungen an über 200 Stationen mehr als 550 großvolumige
Wasserproben entnommen.
Um bessere Kenntnisse über die vertikale Verteilung von Radionukliden zu
gewinnen, wurden an 186 Stationen Wasserproben aus verschiedenen Tiefen
genommen. Bodenproben von 9 Positionen auf dem deutschen Festlandsockel
werdeny—spektrometrisch untersucht.
Verschiedenes:
An einem Analysenvergleichsprogramm zur Bestimmung von Transuranen, das
von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) durchgeführt
wurde, nahm das DHI an der Untersuchung von Boden- und Wasserproben
teil. Dabei wurden gute Ergebnisse erzielt.
Die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien wurde fortge
setzt. In Ausschüssen der IAEO, der Nuclear Energy Agency (NEA) und der
EG wurde über die Lagerung radioaktiver Abfälle in der Tiefsee, Sicher
heitsfragen beim Dumping verpackter radioaktiver Abfälle in bestimmten
Seegebieten und über Fragen einer ständigen Überwachung dieser Seegebie
te beraten.
2.2.3.3 Sedimentgeologie
Kartierung der obersten Schichten des Meeresbodens in Nord- und Ost
see:
Die sedimentgeologische Meereskartierung ist Grundlage für die Beantwor
tung aller mit dem Meeresboden zusammenhängenden Fragen. Es reicht je
doch nicht aus, lediglich die Korngrößenverteilung der obersten Zenti
meter der Sedimente zu bestimmen, man muß auch die Schichtdicke und den
Schichtaufbau der leicht beweglichen Lockersedimente kennen. Diesem Ziel
dienten sedimentechographische Messungen, die schon seit mehreren Jahren
vorgenommen und 1982 fortgesetzt wurden. Da der innere Teil der Deut
schen Bucht sedimentgeologisch gut erfaßt ist, konnte das Arbeitsgebiet
nun auf die küstenferneren Teile des deutschen Festlandsockels und spe
ziell auch den "Entenschnabel" verlegt werden.
Es fanden zwei Reisen mit FS "Gauß" statt. Die Aufnahmen deuten auf Un
terschiede im akustischen Verhalten zwischen küstennahen und küstenfer
nen Sedimenten hin, die durch andere Lagerungsdichten oder durch das