Meereskunde
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gemessen. Der Jahreszeit entsprechend war an diesen Stationen das Wasser
in allen Tiefen nahezu sauerstoffgesättigt.
Überwachung des Meerwassers auf Schwermetalle:
Die Messung der Konzentration von Cadmium, Kupfer, Eisen, Mangan und.
Nickel im Meerwasser durch elektrothermische Atomabsorptionsspektrome-
trie und von Quecksilber durch Kaltdampf-Atomabsorptionsspektrometrie
nach Anreicherung an Gold stand im Mittelpunkt der Arbeiten. Auf einer
Kette von 23 Stationen des Überwachungsnetzes des DH1, das sich von der
inneren Flensburger Förde entlang der Küste der Bundesrepublik Deutsch
land über die Kieler, Lübecker und Mecklenburger Bucht bis zur Arkonasee
und zum Bornholmtief erstreckt, wurden Wasserproben in verschiedenen
Tiefen genommen. Hierbei Wurden neben den schon früher geschilderten
Clean Benches die neuentwickelten "Mercos"-Schöpfer eingesetzt.
Die Verpflichtungen zur Überwachung der inneren Deutschen Bucht auf
Schwermetalle wurden wie in den Vorjahren erfüllt. Diese umfassen die
Bestimmung von Cadmium und Quecksilber in ungefiltertem und gefiltertem
Meerwasser auf 7 Stationen in der Helgoländer Bucht für die Joint Moni
toring Group der Übereinkommen von Oslo und Paris. Für das gemeinsame
Bund/Länder-Meßprogramm für die Küstengewässer der Nordsee wird auf 6
Stationen in der Hohen See vor den Mündungen der Flüsse Ems, Weser und
Elbe sowie bei der Forschungsplattform "Nordsee" das Meerwasser auf
Quecksilber, Cadmium, Kupfer und Nickel überwacht. Aus den jetzt für 3
Jahre vorliegenden Datensätzen läßt sich am Beispiel des Cadmiums ein
interessantes Ergebnis aufzeigen: Die Daten der Jahre 1980, 1981 und
1982 ergeben, wie in dem Vorschlag der EG für eine Cadmium-Richtlinie
gefordert, als arithmetische Mittel der Ergebnisse eines Jahres recht
gleichmäßige Werte um 50 ng/1. In Abbildung 10 sind die 6 Datensätze
als Histogramme zusammen mit den Jahresmittelwerten dargestellt. Ein
zeitlicher Trend der Mittelwerte läßt sich nicht erkennen.
Einen bedeutenden Beitrag zur internationalen Verbesserung der Überwa
chung stellte das im September in Nantes (Frankreich) durchgeführte
Großexperiment des ICES zum Vergleich der Probenentnahmemethoden für
Schwermetalle im Meerwasser dar (ICES, Fifth Round Intercalibration for
Trace Metals in Seawater). Hierzu war das DHI aufgrund seiner hervorra
genden Analysenergebnisse in vorhergehenden Interkalibrationsrunden als
Mitglied der Kerngruppe eingeladen worden. Die Untersuchungen konzen
trierten sich vor allem auf den Einfluß der Filtrationsmethoden an Bord
und im Labor auf die Qualität der Meßwerte und auf eine Verbesserung der
Analysenverfahren für Quecksilber. Das DHI gestaltete Experimente an
Bord eines niederländischen Überwachungsschiffes und im französischen
Fischereiforschungsinstitut mit; außerdem wurden durch Lehrveranstaltun
gen Kenntnisse und Erfahrungen an weniger geübte europäische Überwa
chungslaboratorien weitervermittelt.
2.2.3.2 Radioaktivität des Meeres
Überwachung im KUstenbereich:
Auf den Feuerschiffen "Borkumriff" und "Deutsche Bucht" wurden monatlich