Meereskunde
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worden.
Auskünfte über die Mißweisung und Komponenten des Erdmagnetfeldes und
deren jährliche Änderung, die Lage der Magnetpole und Normalfelder er
hielten Behörden, Industriebetriebe und Flughafengesellschaften.
Mit der Bearbeitung einer Weltkarte der Säkularvariation der Mißweisung
für 1985 wurde begonnen.
Erdmagnetische Messungen auf See:
Die Messungen der Totalintensität für die Kartierung des Erdmagnetfeldes
in der Deutschen Bucht wurden im Seegebiet Sylt Außenriff fortgeführt.
Auf 25 geophysikalischen Meßprofilen wurden 820_ sm zurückgelegt. Im
Schlepp des Forschungsschiffes wurden zwei Protonenresonanz-Magnetometer
an 350 m Kabel eingesetzt. Das Magnetfeld ist vor Sylt stärker gestört
als im inneren Bereich der Deutschen Bucht, stellenweise sind dort auch
kleinräumige Störungen durch überdeckte Wracks auszumachen.
Im Rahmen der Ausbildung von indischen Geophysikern und Technikern, die
für den Einsatz auf dem in der Bundesrepublik Deutschland gebauten indi
schen geowissenschaftlichen Forschungsschiff vorgesehen sind, nahmen
zwei Wissenschaftler an dieser Fahrt teil.
Für die Auswertung und Kartierung der auf See erfaßten geophysikalischen
Meßdaten wurden weitere Programme auf der Anlage des Gemeinsamen Rechen
zentrums beim DHI entwickelt. Für die Bearbeitung und Weitergabe der
Meßwerte an internationale Institutionen und Datenzentren wurde eine
Profildatenbank eingerichtet.
2.2.3 Stoffliche Umweltfragen
2.2.3.1 Chemie des Meerwassers
Meereschemische Arbeiten:
Im Sommer beteiligte sich das DHI am "Tiefwasserprojekt", das vom ICES
koordiniert wurde. Die chemischen Untersuchungen an Bord des FS "Meteor"
(Fahrt Nr. 61) dienten der Identifizierung von Wasserkörpern, die vor
der Ostseeküste Grönlands von der Oberfläche bis in einige tausend Meter
Tiefe absinken und anschließend nach Süden strömen. An der Oberfläche
nimmt das sehr kalte Wasser der Grönlandsee sowohl Sauerstoff als auch
Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Durch das Absinken des Wassers in
die Tiefe und die Ausbreitung am Boden werden große Mengen von Sauer
stoff und Kohlendioxid in die tiefen Schichten der Ozeane transportiert.
Die chemischen Untersuchungen sollen zusammen mit den Strommessungen ei
ne Abschätzung dieses Transports ermöglichen, der sowohl für das Kohlen
dioxid-Problem der Atmosphäre, als auch für das Sauerstoff-Problem des
Meeres von großer Bedeutung ist.