Meereskunde
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Deutsche Wissenschaftliche Kommission für Meeresforschung (DWK):
Die DWK finanziert über die Bundesforschungsanstalt für Fischerei zwei
Mitarbeiter beim DHI.
Die beiden DWK-Mitarbeiter gaben routinemäßig jede Woche die quasisynop
tische Oberflächentemperaturkarte der Nordsee heraus. Sechs aktuelle
Beilagen, erarbeitet aus IGOSS-Daten, informierten die Bezieher der
Karte über die zu erwartenden Bodentemperaturen der Nordsee und über die
in diesem Jahr sehr ausgeprägte sommerliche Schichtung. Die Arbeiten zur
Entwicklung einer rechnergestützten objektiven Analyse wurden fortge
setzt.
Auf vier Fischereiforschungsreisen mit FFS "Anton Dohrn" (Reisen Nr.
115, 116, 120) und FFS "Walter Herwig" (Reise Nr. 55) führten die DWK-
Mitarbeiter hydrographische Messungen aus. Erste Veröffentlichungen lie
gen vor.
Die Auswertung der ozeanographischen Daten der "Anton Dohrn"-Reise Nr.
92 in die Sargasso-See (1979) wurde teilweise abgeschlossen.
2.2.2.2 Eisdienst
Der Winter 1981/82 war im ganzen Ostseeraum eisreich. Seit 1896/97, dem
Beginn regelmäßiger Eisbeobachtungen, gab es an der westlichen Ostsee
küste 13 Winter, an der deutschen Nordseeküste 16 Winter mit noch mehr
Eis (Abb. 9). Das Eis trat im norddeutschen Küstengebiet in der Zeit
vom 12. Dezember 1981 bis 2. März 1982 auf. In der Deutschen Bucht er
streckte sich das Eis maximal (20. Februar) bis in das Seegebiet nord
westlich des Feuerschiffes "Elbe 1". Die Küstenschiffahrt war an der
Nordseeküste zeitweise stark behindert. In der westlichen Ostsee reichte
eine dichte, 10 bis 30 cm dicke Eisdecke maximal bis zu einer zwischen
den Inseln Mön und Rügen verlaufenden Linie (22. bis 25. Februar). In
der Zeit der größten Vereisung konnten nur starkgebaute Schiffe mit
starker Maschinenkraft unbehindert verkehren.
Die schwierigen Eisverhältnisse stellten erhöhte Anforderungen an den
Eisnachrichtendienst. Der Eisdienst war täglich besetzt. In Zusammenar
beit mit der beim Wasser- und Schiffahrtsamt Kiel-Holtenau eingerichte
ten Eisdienststelle konnte die Schiffahrt Uber die Eislage in der Ostsee
rechtzeitig unterrichtet und beraten werden.
Vom 4. Dezember 1981 bis zum 28. Mai 1982 wurden 119 gedruckte Eisbe
richte und 46 Eisübersichtskarten in einer Auflage von 245 Exemplaren
herausgegeben. Der Eisbericht wurde erstmalig mit dem Textverarbeitungs
system des GRZ geschrieben. 306 telefonische und 14 fernschriftliche
Auskünfte wurden erteilt. Zur Weiterverbreitung erhielten der Deutsch
landfunk 57 Eisberichte, die Küstenfunkstellen Norddeich- und Kiel-Radio
43 Eiswarnmeldungen und das Seewetteramt für Bildfunksendungen 51 Eis
karten vom Seegebiet um Neufundland. Reedereien und das Alfred-Wegener-