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Full text: Jahresbericht 1982

Meereskunde 
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tung und Schadstoffbelastung in der gesamten Nordsee". Hierfür ist im 
Verlauf des Jahres ein dreidimensionales Nordseemödell entwickelt wor 
den, das sich zur Zeit ln der Testphase befindet. Bas Modell hat eine 
horizontale Gitterpunktauflösung von 22 km und eine vertikale Auflösung 
von maximal 10 Schichten. Die zugrundeliegenden Bewegungsgleichungen 
werden durch ein horizontal explizites und vertikal implizites Diffe 
renzenverfahren approximiert. 
Die begrenzte Kernspeicherkapazität des GRZ im DHI ermöglichte die Im 
plementierung des Modells nur mit entsprechend aufwendiger Programmtech 
nik. Im Hinblick auf die Möglichkeit eines späteren Einsatzes des Mo 
dells im operationellen Betrieb wird bereits jetzt ein besonderes Augen 
merk auf die Minimierung des Rechnerzeitbedarfs gelegt. 
Die Modelluntersuchungen zur Abschätzung der Folgen einer Einbringung 
schwachradioaktiver Abfälle in die TiefSee sind fortgesetzt worden. Es 
stehen hierfür ein Modell des Weltozeans (Gitterauflösung: 5° und 5 
Schichten) und ein Modell des Nordatlantiks (Gitterauflösung: 1° und 17 
Schichten) zur Verfügung. 
Auf der Grundlage der Strömungsfelder beider Modelle wird die Ausbrei 
tung radioaktiver Stoffe simuliert. Abbildung 5 zeigt den Gleichge 
wichtszustand zwischen Einbringung, Zerfall (Halbwertzeit: 30 Jahre), 
Transport und Vermischung des radioaktiven Materials nach Ergebnissen 
des Weltozeanmodells. In dem speziellen Fall bei einer Halbwertzeit von 
30 Jahren tritt der Gleichgewichtszustand nach etwa 155 Jahren ein. Ent 
sprechende Rechnungen werden zur Zeit auch im Nordatlantikmodell durch 
geführt. Als erster Schritt hierzu sind die mittleren Transportwege be 
rechnet worden (Abb. 6). 
2.2.1.2 Vermischung 
Auf einer dreiwöchigen Fahrt mit FS "Gauß“ im Juli/August gelang es 
erstmals - von einer außergewöhnlich ruhigen und stabilen Wetterlage be 
günstigt - einen Vermischungsversuch mit dem Testfarbstoff Rhodamin B 
unterhalb der thermischen Sprungschicht in allen Phasen erfolgreich 
durchzuführen. 
In dem gewählten Seegebiet nördlich der Großen Fischerbank (Nordsee) 
wurde nach Injektion von 2000 1 10%iger Farbstofflösung in 55 m Tiefe 
die Ausbreitung des Farbflecks über 9 Tage in 7 Vermessungen verfolgt. 
Die horizontale Verlagerung in dieser Zeit betrug nur 45 km, die Aus 
dehnung bei der letzten Vermessung etwa 15 km x 4 km, die maximale Kon 
zentration noch etwa 5 x 10“ . Die vollständige Auswertung des um 
fangreichen Datenmaterials ist noch nicht abgeschlossen. 
Im Herbst begannen langfristig angelegte Ontersuchungen von Fronten in 
der Deutschen Bucht. Auf einer zweiwöchigen Fahrt mit dem FS "Gauß" im 
Oktober wurde nach Aufspüren einer Front in deren unmittelbarer Nähe 
Rhodamin eingebracht. In den folgenden Stunden und Tagen wurde seine 
dreidimensionale Verteilung vermessen und Temperatur und Salzgehalt be 
stimmt. Bereits die Überblickauswertung zeigte, daß Rhodamin zur Markie 
rung von Fronten und von Besonderheiten bei den frontnahen Vermischungs- 
Vorgängen geeignet ist. Dies könnte für die Schadstoffausbreitung von
	        
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