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37. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1982
vorliegenden Erkenntnissen aus vorangegangenen Jahren hat sich an der
schlechten Durchlüftung des Gotlandbeckens und Landsorttiefs auch im
November kaum etwas verändert.
Während seiner Fahrt Nr. 63 hat das FS "Meteor" zum ersten Mal einen
sowjetischen Hafen angelaufen. Aufgrund einer Kooperationsvereinbarung
mit der Akademie der Wissenschaften in Estland im Rahmen des Helsinki-
Übereinkommens lief das Schiff den estnischen Hafen Tallinn an, um zwei
sowjetische Meereschemiker an Bord zu nehmen. Die Gastwissenschaftler
beteiligten sich an Untersuchungen des Gehalts an Erdölkohlenwasserstof
fen im Ostseewasser zur Interkalibration der Analysenmethoden.
Die Ergebnisse der Strömungsmessungen des DHI für das Wasser- und
Schiffahrtsamt Emden in der Außenems wurden in stündlichen Gezeiten
stromkarten von 6 Stunden vor bis 6 Stunden nach Hochwasser in Borkum
dargestellt.
NOAMP (Nordostatlantisches Monitoring Programm):
Der BMFT hat dem DHI Mittel für eine großangelegte Untersuchung der Be
wegungsvorgänge in der Tiefsee des Nordostatlantiks bewilligt. Das Pro
jekt mit der Bezeichnung NOAMP enthält Untersuchungen über Transportwe
ge, Transportgeschwindigkeiten und Vermischungsintensitäten in der Tief
see des offenen Nordostatlantiks. Die Messungen beginnen im Spätsommer
1983 mit der "Meteor"-Fahrt Nr. 65.
Atlas über die "Hydrographie der nordwestafrikanischen Gewässer":
Nach einer umfangreichen Datenorganisation liegen jetzt die Mittelwerte
und Streuungen von Temperatur, Salzgehalt und Dichte vor.
Hydrodynamisch-numerisehe Untersuchungen:
Es hat sich gezeigt, daß das dreidimensionale Strömungsmodell der Deut
schen Bucht wegen der großen Rechnerbelastung nicht operationeil betrie
ben werden kann. Zwar läuft das Gezeitenstrommodell täglich mit aktuel
len Daten mit, die Berechnung der Restströme aufgrund der aktuellen
Luftdruckvorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach und
die Ausgabe der Ergebnisse (z. B.: Stromkarten) sind jedoch zu aufwendig
und würden alle anderen Rechnerbenutzer benachteiligen. Das Modell steht
aber für besondere Situationen sofort zur Verfügung.
Für die Vorhersage von Sturmfluten wird die Möglichkeit der Anwendung
eines zweidimensionalen Modells der Nordsee (Gitterabstand 22 km) ge
prüft. Hierbei sind im Rahmen internationaler Zusammenarbeit Erkenntnis
se anderer Windstaudienste im Ausland (Holland, Großbritannien und Däne
mark) ausgenutzt worden. Die Vorhersagen des Windstaumodells basieren
jeweils auf Vorangegangenen Analysen der tatsächlich eingetretenen Luft
druckfelder über der Nordsee und den Vorhersagen des DWD (12-h-, 24-h-,
36-h-Vorhersagen). Versuchsweise wird das Vorhersagemodell parallel zum
Windstaudienst betrieben und ausgewertet.
Anfang 1982 begann das vom BMFT geförderte Projekt "Schadstoffausbrei