Meereskunde
21
auf das Ringbuchverfahren möglich geworden, alle anfallenden Buchbinder
arbeiten im DHI zu erledigen.
Die fortschreitende Umstellung vom Bleisatz/Buchdruck- zum Fotosatz/Off
setdruck-Verfahren brachte eine Mehrbelastung in der Reproduktionsfoto-
graphie und Kopie, die durch eine Modernisierung der Offsetplattenher
stellung bewältigt werden konnte.
2.2 MEERESKUNDE
2.2.1 Bewegungsvorgänge
2.2.1.1 Strömungen
Meßprogramme, Bearbeitung von Meßergebnissen:
Der geplante Atlas "Die Strömungen in der Deutschen Bucht" ist für die
Drucklegung überarbeitet worden. Er enthält detaillierte Karten über Ge
zeiten- und Restströme in Oberflächen- und Bodennähe (Abb. 3). Für die
Darstellung des oberflächennahen Gezeitenstroms sind speziell für den
praktischen Gebrauch 13 Stromkarten als Atlas der Gezeitenströme heraus
gegeben worden.
Im Sommer begann das Strömungsmeßprogramm "Ostsee" mit dem FS "Gauß",
das später während der "Meteor"-Fahrt Nr. 63 vom 27.10. bis 2.12. mit
zusätzlichen hydrographischen Messungen intensiviert fortgesetzt worden
ist. Im Rahmen dieses Umwelt-Meßprogramms sollen Zirkulation und Wasser
massenaustausch insbesondere in der westlichen Ostsee untersucht werden.
Ziel hierbei ist es, bisher fehlende zuverlässige statistische Angaben
über die kurz- und mittelfristigen Strömungsverhältnisse in Abhängigkeit
von der Großwetterlage in der westlichen Ostsee zu gewinnen.
Die Ergebnisse der "Meteor"-Fahrt Nr. 63 zeigen einen kräftigen Einstrom
salzreicher Wassermassen aus dem Kattegat in die Ostsee im Gefolge einer
Serie von ostwärtswandernden Sturmtiefs im November.
Erste, kurzzeitige Strommeßergebnisse über 2 bis 3 Tage mit "mobilen Ge
räteketten", deren Registrierungen an Bord ausgewertet worden sind, las
sen erkennen, daß gleichzeitig mit dem kräftigen Einstrom durch den Feh
marn Belt ein Ausstrom salzärmerer Wassermassen auftreten kann (Abb. 4).
In der Mecklenburger und Lübecker Bucht setzte der Strom während der
Messungen bei vorherrschend südwestlichen bis westlichen Winden entlang
der Mecklenburger Küste entgegengesetzt zur Windrichtung nach Westen und
im Norden mit dem Wind in östliche Richtungen.
Im Zusammenhang mit dem Wassermassenaustausch zwischen Nord- und Ostsee
ist während der "Meteor"-Fahrt Nr. 63 auch der gegenwärtige hydrogra
phische Zustand der tiefen Ostseebecken, insbesondere die Stagnation der
bodennahen Wasserschichten, näher untersucht worden. Verglichen mit den