Eingänge von‘ meteorologischen‘ Journalen etc,, September 1883,
gewordene Wind bei auf 776 mm gestiegenem Barometerstande nach NE. Dafs
in diesem Falle der Passat sein Gebiet so weit nach Süden hin ausdehnte,
war vielleicht nur eine Folge des grofßsen, stark ausgeprägten Gebietes hohen
Luftädrucks, welches „Marie Louise“ zwischen 18° und 35° S-Br antraf, Auf
dieser ganzen Strecke zeigte das Barometer fast immer auf einen Stand von
770 mm. Nachdem der Wind sich nach N verändert. hatte, sank derselbe zum
ganz leisen Zuge herab und nahm bei gleichzeitig rasch abnehmendem Luft-
drucke westliche Richtung an. Die Bark legte darauf den übrigen Theil des
Weges zum ersten Meridian bei fast nur aus westlicher Richtung kommenden
Winden zurück und ging schliefslich am 21. August in 37,5° S-Br von west-
licher in östliche Länge über. Während der 24 Tage, welche „Marie Louise“
bis dahin .in südlicher Breite verbracht hatte, war: 10° S-Br in 22,8° W-Lg
am 2. August, 20° S-Br in 25,7° W-Lg am 6. August und 30° S-Br in 23,9°
W-Lg am 10. August gekreuzt worden. Der Mitsegler „Cuba“ hatte den Me-
ridian von Greenwich in 38,8° S-Br am 20. August gekreuzt. Während der
Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, hielt „Marie
Louise“ sich meistens in der Nähe von 40° S-Br. Die dort angetroffenen Ver-
hältnisse waren, da Ostwind und unerwünscht schwache Winde nicht selten
auftraten, keine günstigen. Man gelangte daher erst am.15. September zu dem
in 37° S-Br überschrittenen Meridian von 80° Ost. Es waren damals 25 Tage
nach dem Verlassen westlicher Länge verflossen. „Marie Louise“ hatte während
dieser Zeit nur einen heftigen Sturm überstanden. Derselbe wehte am 9. und
10. September, unweit 39,7° S-Br in 64,4° O-Lg, aus südwestlicher Richtung
und erreichte seine gröfste Stärke in den von ihm herbeigeführten, orkanartigen
Hagelböen. .Der Luftdruck. sank während des Sturmes bis auf 747,4 mm. Den-
selben Sturm erlebte auch wahrscheinlich der am 10. September in etwa 39,9°
S-Br und 75,8° O-Lg stehende Mitsegler „Cuba“. Hier erreichte das Barometer
einen niedrigsten Stand von 739,1 mm. Vergleicht man die Entfernung zwischen
den beiden erwähnten Punkten, in deren Nähe beide Schiffe den: geringsten
Luftdruck hatten, mit dem 16 Stunden betragenden Zeitunterschied des jeweiligen
Auftretens niedrigsten Druckes und berechnet danach die Geschwindigkeit der
Fortbewegung der Depression nach Osten, so ergiebt sich dieselbe als wenigstens
33 Sm in der Stunde betragend. „Cuba“ gelaugte nach 80° O-Lg in 38,8° S-Br
am 11. September. Auf dem Wege zum Passatgebiete veränderte sich bei
„Marie Louise“ der anfänglich aus W wehende Wind allınählich nach N und
NE, und konnte man deshalb nur in langsamer Weise fortschreiten. Nachdem
das Schiff nördlich von 31° S-Br gekommen war, wurden leichte westliche und
südliche Winde angetroffen, die später wiederholt von Stille unterbrochen
wurden. Zur polaren, unweit 21,7° S-Br in 102,8° O-Lg gelegenen Passat-
grenze gelangte „Marie Louise“ am 29. September, und der nördlich von der-
selben auftretende kräftige SE-Wind führte die Bark bis zum 5, Oktober zur
Sunda-Strafse. Nachdem diese, sowie später die Sunda-See und die. Banka-
Strafse durchsegelt worden waren, erreichte die Bark am 18. Oktober die Rhede
von‘ Singapore. . Ks waren. dann 112 Tage ‚seit der Abfahrt von 50° N-Br ver-
flossen. Um zur Sunda-Strafse zu gelangen, waren 99 Tage erforderlich ge-
wesen, und auf dem südlich von derselben liegenden Reiseabschnitt hatte man:
30° S-Br in 99,5° O-Lg. am 25. September, 20° S-Br in 103,1° O-Lg am
30. September und 10° S-Br in 104,6° O-Lg am 3. Oktober gekreuzt. Der Mit-
segler „Cuba“ war am 4. Oktober in Sicht von Java Head gelangt; für dieses
Schiff waren 100 Tage erforderlich gewesen, um von 50° N-Br aus zur Sunda-
Strafse zu kommen.
Nachdem „Marie Lowise“ in Singapore ihre Ladung entlöscht und eine
andere für New- York bestimmte wieder eingenommen hatte, trat sie am 5. De-
zember die Reise nach diesem letzteren Platze an. Am 25, Dezember wurde
die Sunda-Straßfse verlassen, und versuchte man dann bei dem südlich von der-
selben zunächst angetroffenen leichten NW-Winde nach Süden hin vorzurücken.
Da die Windstärke indessen nur eine sehr geringe war, selbst Stille beobachtet
wurde, konnte jenes nur in langsamer Weise geschehen. Als „Marie Louise“
sich am 2. Januar 1882 unweit 14° S-Br in 100,3° O-Lg befand; stellte sich
endlich der SE-Passat ein, bei dem die Reise für längere Zeit einen recht
günstigen Verlauf nahm. Der Passat wurde flauer, nachdem 25° S-Br über-
Ann. d. Hydr, ete., 1384 Heft I.