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Full text: Jahresbericht 1984

Meereskunde 
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Die Konzentration vor Rhein- und Themsemündung (1 bis 3 pg/1) deutet 
darauf hin, daß die Flüsse, die in die südliche Nordsee münden, einen 
vergleichbaren Beitrag zur Belastung des Meerwassers liefern wie die 
Flüsse, die in die Deutsche Bucht münden. 
Die Ergebnisse wurden von englischen Wissenschaftlern des Ministry of 
Agrieulture, Fisherles and Food auf einem Teil der Seereise bestätigt. 
in einem zweijährigen Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes wurden in 
Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Helgoland seit Juli 1983 Proben von 
mehr als 600 verölten Seevögeln und Strandverölungen untersucht. Die Er 
gebnisse bestätigen den Befund aus dem Winter 1982/1983: Etwa 90 % der 
ölverschmutZungen stammen aus dem "normalen" Schiffsbetrieb (vorwiegend 
Rückstände der Schwerölseparation), Es ist wahrscheinlich - und bei meh 
reren Proben nachgewiesen -, daß auch die restlichen, als "Rohölrück 
stände" klassifizierten Proben von Schiffen stammen (Tankwaschoperation) 
und nicht direkt von Förderplattformen. 
Für Strafverfahren wurden 105 Fälle bearbeitet uttd über 500 Proben ana 
lysiert. Durch Vergleich zwischen Proben von ölverschmutZungen und an 
Bord verdächtiger Schiffe gezogenen Gegenproben wurden in 44 Fällen die 
Verursacher der ölverschmutzung eindeutig erkannt. In vielen weiteren 
Fällen erbrachte der Probenvergleich wichtige, vor Gericht verwertbare 
Hinweise auf die Täterschaft. 
In mehreren Fällen war es möglich, Proben aus dem Gefieder verölter 
Seevögel und von Strandverölungen einem bestimmten Verursacher zuzu 
ordnen* 
2.2.4 Meereskundliche Querschnittsaufgaben 
2.2.4.1 Stoffeinträge in das Meer 
Die Arbeiten auf naturwissenschaftlich-fachtechnischem Gebiet innerhalb 
des Verfahrens zur Erteilung von Erlaubnissen zur Einbringung oder Ver 
brennung von Abfallstoffen auf der Hohen See wurden verstärkt fortge 
führt. Der vorangetriebene stufenweise Abbau der Einbringung von Abfall 
stoffen führte zu einer weiteren Verringerung der mit deutscher Erlaub 
nis auf See beseitigten Abfallmengen, 
Die Abfallmengen aus der Herstellung von Titandioxid wurden weiter ver 
ringert. So ist z. B. die Einbringung von Grünsalz mit Ablauf des Jahres 
1984 endgültig eingestellt worden. In der Tabelle . sind die mit den Ab 
fällen aus der Titandioxid-Herstellung eingebrachten Frachten und die 
weitere Entwicklung bis spätestens 1989 für den Bereich der Deutschen 
Bucht dargestellt* Die auf Hoher See mit deutscher Erlaubnis stattfin 
dende Verbrennung von Abfallstoffen (halogenierte Kohlenwasserstoffe) 
beschränkte sich nur noch auf das Verbrennungsschiff KTMS "Vesta". 
Die Bemühungen, durch geeignete Verwertungs- oder Beseitigungsmöglich 
keiten an Land die Verbrennung auf See einzuschränken, wurde in Zusam 
menarbeit mit dem UBA z. T, erfolgreich vorangetrieben.
	        
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