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Full text : Jahresbericht 1984

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39.  Jahresber.  Dt.  Hydrogr.  Inst.  1984

Die  während  des  Nordostatlantischen  Monitoring-Programms  gemessenen
Cäsium-137-,  Strontium-90-  und  Plutonium-Gehalte  in  der  Tiefsee  spiegeln
im  wesentlichen  Fallout-Werte  wider.  Die  gemessenen  Profile  auf  den
Stationen  der  Verklappungsgebiete  für  schwach  radioaktiven  Abfall  in  der
Iberischen  Tiefsee  und  im  Westeuropäischen  Becken  unterscheiden  sich
nicht  von  denjenigen  in  entsprechenden  Vergleichsgebieten.  Zur  Klärung
der  Wassermassenverteilung  im  NOAMP-Untersuchungsgebiet  wird  die  Hydrographie ­
  durch  die  Bestimmung  der  in  der  Tiefsee  weitgehend  konservativen ­
  chemischen  Nährstoffparameter  (gelöster  Sauerstoff,  Orthophosphat,
Silikat)  unterstützt.
Im  Zusammenhang  mit  ozeanographischen  Untersuchungen  über  die  Ausbreitung ­
  des  aktiven  Tiefenwassers  wurden  von  PFVS  "Polarstern"  und  von  FS
"Valdivia"  im  Nordmeer  19  Proben  von  bis  zu  3  m 3  Meerwasser  entnommen.
Die  Messung  soll  dazu  beitragen,  den  Transport  von  Radionukliden  aus  der
friedlichen  Nutzung  der  Kernenergie  zum  Nordmeer  besser  zu  erfassen.

Verschiedenes:
Vom  2.  bis  6.  April  fand  im  DHI  eine  Sitzung  der  OECD/NEA-Arbeitsgruppe
"Coordinated  Research  and  Environmental  Surveillance  Programme"  (CRESP)
statt.  Vertreter  aus  10  europäischen  und  zwei  überseeischen  Ländern  berichteten ­
  über  Arbeiten  und  Programme,  die  mit  der  Versenkung  radioaktiver ­
  Abfälle  in  Verbindung  stehen,  und  stellten  dazu  umfangreiches  Datenmaterial ­
  vor.
Die  Mitarbeit  in  nationalen  und  internationalen  Gremien  wurde  fortgesetzt. ­
  In  Ausschüssen  der  IAE0,  der  NEA  und  der  EG  wurden  Sicherheitsfragen ­
  zum  Dumping  verpackter  radioaktiver  Abfälle  in  der  Tiefsee  und
Fragen  einer  ständigen  Überwachung  dieser  Seegebiete  behandelt.  Die  Bundesrepublik ­
  Deutschland  beabsichtigt  nicht,  radioaktiven  Abfall  auf  See
einzubringen.

2.2.3.3  Sedimentgeologie

Kartierung  der  Schichtdicke  leicht  beweglicher  Lockersedimente  in  der
Nordsee:
Die  seit  einigen  Jahren  laufende  Kartierung  der  leicht  beweglichen
LockerSedimente  in  der  Nordsee  wurde  fortgesetzt.  Das  vorhandene  Profilnetz ­
  hat  zwar  immer  noch  nicht  die  erwünschte  Dichte,  da  nur  bei
verhältnismäßig  ruhigem  Wetter  und  geringer  Fahrt  gemessen  werden  kann.
Es  ist  aber  inzwischen  ein  Informationsstand  erreicht,  der  es  erlaubte,
anläßlich  der  "Geotagung  '84"  in  Hamburg  einen  ersten  zusammenfassenden
Überblick  zu  geben.  Neue  Erkenntnisse  wurden  besonders  im  küstenfernen
Teil  des  deutschen  Festlandsockels  und  im  Bereich  der  "Weißen  Bank",
einer  Hochlage  älterer  Sedimente  mit  anhängender  "Sandfahne",  gewonnen.
Damit  läßt  sich  auch  die  schon  früher  gemachte  Beobachtung,  daß  die
Oberflächensedimente  der  "Weißen  Bank"  eine  andere  Zusammensetzung  als
die  ihrer  Umgebung  haben,  erklären.
            
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