Meereskunde
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Iee Center (USA) vereinbart, die wöchentliche amerikanische Eiskarte per
Telekopierer direkt nach Hamburg zu überspielen und durch Telexberichte
zu ergänzen. Der Austausch von Eismeldungen mit den von der Vereisung
betroffenen Anliegerstaaten det Nord- und Ostsee verlief reibungslos*
Das Seewetteramt beriet in gewohnter Weise den Eisdienst meteorologisch.
Die deutschen Eisbeobachtungen des vergangenen Winters und auch früherer
Jahre wurden in die Eisdatenbank übernommen. Damit sind 39 Winter der
Nord- und der westlichen Ostseeküste in der Datenbank erfaßt; von der
mecklenburgischen Küste sind es 26 Winter. Mehrere EDV-Programme wie ein
Druckprogramm zur Übernahme der verschlüsselten Eismeldungen in die Eis
berichtsvorlage, Plotprogramme für die Eisstatistik, ein Programm zur
Umkodierung des internationalen Eisschlüssels für Schiffsbeobachtungen
in den Datenbankkode wurden entwickelt. Umfangreiche Korrekturarbeiten
am Datenbankinhalt waren vorzunehmen.
Die eisklimatologischen Arbeiten über die Westliche Ostsee und die Ant
arktis (hauptsächlich im atlantischen Sektor) wurden fortgesetzt.
Für Reedereien und Industriebetriebe wurden zahlreiche Gutachten ange
fertigt .
Fernerkundung:
Wie bisher wurden die Koordinierungsaufgaben für ozeanographisehe Fragen
bei der Fernerkundung wahrgenommen. Im Vordergrund standen Arbeitssit
zungen beim BMFT und der DFVLR im Zusammenhang mit der Nutzung des von
der ESA für 1988 konzipierten europäischen Erderkundungssatelliten ERS-1
(ESA Remote Sensing Satellite) und diesbezüglicher Begleitprogramme.
Im Frühjahr wurde in Zusammenarbeit mit der DFVLR erstmals in der Bun
desrepublik Deutschland an einem Pilotprojekt zur Fernübertragung und
Nahe-Echt zeit-Verarbeit ung von hochauflösenden Wettersatellitenaufnahmen
gearbeitet. Dieses Projekt hatte vor allem zum Ziel, die technische
Durchführbarkeit am Beispiel der Erfassung der Eisbedeekung und Ober
flächentemperaturen in der Ost- und Nordsee zu demonstrieren. Die bei
München empfangenen Satellitendaten wurden über eine Postleitung (Da-
tex-P) nach Hamburg auf ein "Dezentrales Terminal" überspielt und im
interaktiven Dialog mit dem Zentralrechner der DFVLR in Oberpfaffenhofen
aufbereitet und ausgewertet. Die Ergebnisse konnten u. a. direkt für den
operationeilen Eisdienst (z. B. zur Erstellung von Berichten und Karten)
verwendet werden.
Zur Realisierung des in deutsch-kanadischer Zusammenarbeit entwickelten
Projekts "Remote Sensing of Sea Iee" fanden in der zweiten Maihälfte
Felduntersuchungen vor der Labradorküste statt, die dort während der
Reise Arktik II/l des PFVS "Polarstern" (Federführung: Hamburgische
Schiffbau-Versuchsanstalt) durchgeführt werden konnten. Das DHI betei
ligte sich auch am ersten Teil des anschließenden sechswöchigen For
schungsprogramms der "Polarstern" in der nördlichen Grönlandsee. Dort
wurde von Mitte Juni an mit MIZEX 1 84 das im Vorjahr begonnene inter
nationale "Marginal Iee Zone Experiment" fortgesetzt. In beiden Gebieten
wurden schwerpunktmäßig folgende Arbeiten durchgeführt: Gewinnung von
Datenmaterial über die Eisverhältnisse zur Verifikation von Satelliten-
und Flugzeug-Meßdaten, Dokumentation der Eisverhältnisse anhand von