Meereskunde
29
gesucht, diese Filme von monomolekularen Oberflächenfilmen (Slicks) zu
unterscheiden, die in der Natur oft durch biologische Aktivitäten im
Meer erzeugt werden und Mineralöl-Verschmutzungen Vortäuschen können.
Zu diesem Zweck wurden vom VFS "Komet" aus umfangreiche "ground-trouth"-
Messungen durchgeführt. Das vollständige Richtungsspektrum des Seegangs
wurde mit Hilfe von Pitch-and-Roll-Bojen erfaßt. Es wird dann mit den
Richtungsspektren verglichen, die man aus den Aufnahmen des Mikrowellen-
Radars ermitteln kann, um festzustellen, wieweit die existierenden
Theorien über die Rückstreuung der Mikrowellen durch Meereswellen rich
tig sind. Ein genaues Verständnis des Abbildungsmechanismus ist Voraus
setzung für die sinnvolle Nutzung von künftigen Satelliten, wie z. B.
ERS-1, der als erster europäischer Satellit von 1989 an vorwiegend für
ozeanographische Aufgaben eingesetzt werden soll.
Außerdem wurden an zwei Stellen Mineralölfilme von etwa 2 km Durchmesser
erzeugt. In unmittelbarer Nachbarschaft wurden drei monomolekulare
Slicks, die aus unterschiedlichen organischen Substanzen bestanden, aus
gebracht. Falls es gelingt, Filme dieser Art mit dem abbildenden Radar
gerät der Raumfähre zu erkennen und möglicherweise voneinander zu unter
scheiden, könnten Satelliten die Luft Überwachung von Ölverschmutzungen
mit Flugzeugen sinnvoll ergänzen.
LuftÜberwachung von ölverschmutzungen:
In der vom BMVg geleiteten Arbeitsgruppe "Luftüberwachung - Ölver
schmutzung" wirkte das DHI an der endgültigen Auswahl des Sensor- Pake
tes für zwei öl Überwachungsflugzeuge vom Typ Do 28 "Skyservant", die ab
1986 eingesetzt werden sollen, mit. Das Paket wird aus Mikrowellen-Sei-
tensichtradar, IR/UV-Scanner, passivem Mikrowellen-Radiometer, Nacht
sicht -TV-Kamera und normalen Kameras bestehen.
2.2.2 Physikalische Zustandsgrößen
2.2.2.1 Physikalische Meerwassereigenschaften
Untersuchungen auf See:
Vom 14. März bis zum 18. April wurden in der Emsmündung mit Unterstüt
zung des WSA Emden fünf Trübungsmesser ausgelegt.
Auch 1984 wurden die Untersuchungen im Nordostatlantischen Monitoring-
Programm (NOAMP) fortgesetzt.
Zugleich mit der Überwachung des Meeres auf Radioaktivität untersuchte
das DHI den hydrographischen Zustand der Nordsee (FS "Gauß", Reise-Nr,
61 vom 24. April bis 5. Juni).
Die Verpflichtung zur Messung meeresphysikalischer Parameter bei der
Überwachung des Meerwassers nach dem Helsinki-Übereinkommen und den
Bund-Länder-Vereinbarungen wurde erfüllt (FS "Gauß", 20. August bis 14.
September),