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39. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1984
Der Norddeutsche Rundfunk, der Westdeutsche Rundfunk, Radio Bremen und
der Deutschlandfunk verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwas
serstände an der deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg.
Die Radarzentralen Knock, Bremerhaven, Cuxhaven und der Schiffsmelde
dienst in Hamburg erhielten mindestens zweimal täglich Vorhersagen für
die Hoch- und Niedrigwasser auf ihren Revieren. Außerhalb der regulären
Dienstzeit konnte die jeweils ausgegebene Wasserstandsvorhersage über
einen automatischen Anrufbeantworter abgerufen werden.
Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr und die Wetterämter
Bremen und Schleswig erhielten vereinbarungsgemäß Vorhersagen und War
nungen.
Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden
Vorhersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische SturmflutWarn
dienst übermittelte Wasserstandsbeobachtungen von mehr Orten der schot
tischen und englischen Ostküste als bisher.
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Aus
künfte. Bei Ölunfällen und ähnlichen Vorkommnissen, die zur Meeresver
schmutzung führten, wurden Meldungen weitergeleitet und im Bedarfsfall
erste Beratungen vorgenommen.
2.2.1.5 Seegang
Dauermes sungen:
Die Messungen des Seegangs an der Forschungsplattform "Nordsee" (seit
1981) und vor der Insel Sylt (seit 1982) wurden fortgesetzt. Sie werden
für die Verifikation des Flachwasser-Seegangsmodells für die Nordsee,
das vom Amt für Wehrgeophysik und dem Geophysikalischen Beratungsdienst
der Bundeswehr routinemäßig betrieben wird, benutzt. Außerdem sind sie
Teil eines Forschungsprogramms des Amts für Land- und Wasserwirtschaft
Husum im Zusammenhang mit einer Sandvorspülung vor Hörnum/Sylt.
Marginal Ice Zone Experiment MIZEX 84:
In Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 94 beteiligte sich das
DHI an dem zweiten MIZEX-Experiment. Von Bord des MS "Valdivia" wurden
Seegang und Strömungsbedingungen an der Eiskante mit Waverider- und
Pitch-and-Roll-Bojen und dem Schiffsradar gemessen. Es interessierten
die Reflexion der Wellen an der Eiskante und die Dämpfung der Wellen im
Packeis, da diese Prozesse zusammen mit den Strömungen den Abbruch und
die Abtrift des Eises von der Eiskante beeinflussen.
Space Shuttle Imaging Radar, SIR-B-Kampagne:
Das Anfang Oktober während der SIR-B-Mission des Space Shuttle "Disco
very" gemeinsam mit dem Sonderforschungsbereich 94 ausgeführte Experi
ment hatte das Ziel, den Abbildungsmechanismus von Oberflächenwellen mit
einem Mikrowellen-Radargerät (L-Band) zu erforschen und erstmals zu ver
suchen, Mineralölfilme von Satelliten aus abzubilden. Es werden Methoden