Meereskunde
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Nach längerer Unterbrechung sind auch die Arbeiten für einen Atlas der
"Hydrographie der nordwestafrikanischen Gewässer" wieder aufgenommen
worden. Man hofft, mit diesem Werk Erkenntnisse über den Einfluß dieses
Meeresgebietes auf das Klima zu erhalten, das u. a. zu der katastropha
len Dürre im Sahel-Gürtel führt.
2.2.1.2 Vermischung
Die Ergebnisse der drei während des Fladengrund-Experiments FLEX '76 mit
FFS "Anton Dohrn" und VFS "Gauß" durchgeführten Vermischungsexperimente
wurden veröffentlicht. Als ICES-Vortragspapier wurden die wichtigsten
Ergebnisse eines Vermischungsexperiments unterhalb der Sprungschicht
(Sommer 1982) und die dazu im DHI entwickelte, hier erstmals mit vollem
Erfolg eingesetzte Versuchsmethode veröffentlicht. Diese besteht im we
sentlichen darin, aus den telemetrierten Daten mehrerer verankerter
Strömungsmesser das aktuelle Strömungsfeld zu gewinnen, mit dessen
Kenntnis es möglich ist, mit hoher Genauigkeit relativ zum Wasser zu na
vigieren und somit Rhodamin auch unter der Sprungschicht nicht nur zu
verfolgen, sondern auch gezielt zu vermessen.
Für ein Experiment Ende Oktober nahe Helgoland wurden im Abstand von
3 sm je 120 kg Rhodamin beiderseits einer Front ausgebracht. Wieder
zeigte sich die schnelle Ausbreitung längs der Front. Am zweiten Tag
waren Längen von 6 und 11 sm erreicht, ohne daß es zu einer Vereinigung
gekommen wäre. Stürmisches Wetter (mittlere Windstärken von 10 bis 12
Bft bei südwestlichen bis westlichen Richtungen) in den folgenden Tagen
verhinderte vollständige Vermessungen. Als bemerkenswertes Ergebnis ist
festzuhalten, daß nach immerhin 5 Tagen Sturm und 7 Tage nach Ausbrin
gung noch meßbare Rhodaminreste in Teilen der Deutschen Bucht gefunden
wurden.
2.2.1.3 Gezeiten
Die Gezeitentafeln für das Jahr 1985, Band I: Europäische Gewässer, Band
II: Atlantischer und Indischer Ozean, Westküste Südamerikas, erschienen
im Juli im gleichen Umfang wie im Vorjahr. Die Kalender der "Hoch- und
Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren Flußgebiete, 1985"
kamen im November heraus. Die Druckvorlagen für die Gezeitentafeln 1986
waren Ende 1984 teilweise fertiggestellt.
Die Wasser- und Schiffahrts-, Wasserwirtschafts- und Hafenverwaltungen
des deutschen Küstengebietes stellten wie bisher ihre Wasserstandsbeob
achtungen zur Verfügung. Von 143 Pegeln wurden die Hoch- und Niedrigwas
serbeobachtungen gesammelt, meist in Form von Wasserstandslisten. Die
Beobachtungen von 10 Pegeln des Elbegebietes gingen auf Magnetbändern
ein. Insgesamt wurden, einschließlich der Watt- und Vermessungspegel,
153 Beobachtungsreihen auf Magnetband aufgenommen.
Aus Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen wurden Fourierdarstellungen der
halbmonatlichen Ungleichheiten und daraus die nonharmonischen Gezeiten
grundwerte und Gezeitenunterschiede von 153 Pegelstellen der deutschen
Nordseeküste neu abgeleitet. Es handelt sich um über 900 Fourieranalysen