Das Deutsche Hydrographische Institut im Jahre 1984
11
Das DHI hat nach dem Bundesberggesetz 9 Anträge zur Durchführung von
Forschungshandlungen Im Bereich des deutschen Festlandsockels genehmigt.
Nach dem Hohe-See-Einbringungsgesetz wurden 8 Erlaubnisse zur Verbren
nung von Abfallstoffen auf See und 2 Erlaubnisse zur Einbringung von
Abfallstoffen in die Hohe See erteilt. Für die Abfallstoffe, die an Land
beseitigt werden können, wurde die Erlaubnis verweigert. Das Küstentank
motorschiff "Vesta" erhielt für die Verbrennungsanlage eine förmliche
Zulassung.
Die Bemühungen einer stufenweisen Reduzierung der Abfallstoffmengen -
mit dem Ziel, die Beseitigung auf See ganz einzustellen - laufen
erfolgreich und planmäßig. So wurde die Einbringung von ursprünglich
230 000 t Grünsalz pro Jahr nunmehr beendet. Die Gesamtmenge der ver
unreinigten Schwefelsäure wird planmäßig reduziert und ihre Einbringung
spätestens 1989 eingestellt.
Das DHI hat in Zusammenarbeit mit der holländischen Meeresumweltschutz
behörde Rijkswaterstaat regelmäßig Uber dem deutschen Festlandsockel
ÜberwachungsflUge veranlaßt. Dabei konnten ca. 250 Ölverschmutzungen
festgestellt und 9 Täter identifiziert werden.
Die seit 1. Januar dem DHI übertragene Aufgabe der Verfolgung und Ahn
dung von Verstößen gegen die Pflicht, Öltagebücher zu führen, erhält im
Hinblick auf die festgestellte große Zahl von Ölverschmutzungen immer
größere Bedeutung. Es wurden 39 Ermittlungsverfahren eingeleitet und 38
Bußgeldbescheide erlassen- Ca. 90 Fälle von Straftaten oder Ordnungs
widrigkeiten, die von Fahrzeugen unter ausländischer Flagge begangen
worden waren, wurden dem Flaggenstaat zur dortigen weiteren Verfolgung
gemeldet.
Der Zeitdienst beteiligte sich am internationalen Untersuchungsvorhaben
MERIT (Monitoring Earth-Rotation and Intercomparison of Techniques of
Observation and Analysis). Dies hat das Ziel, die Grundlagen für die
Einrichtung eines verbesserten Bezugssystems der Längen und Breiten
unter Verwendung neuartiger Methoden der Zeit- und Breitenbestimmung zu
erarbeiten. Hiermit soll die Einführung dieser Methode bei der inter
nationalen Bestimmung der astronomischen Zeit und der Polbewegung vor
bereitet werden.
Das Forschungsschiff "Meteor", vom DHI bereedert und gemeinsam mit der
Deutschen Forschungsgemeinschaft genutzt, unternahm die Forschungsfahr
ten 67 bis 69. Die 67. Reise konzentrierte sich auf geophysikalische
Untersuchungen im Seegebiet vor Marokko. Auf der 68. Reise (NOAMP II)
wurden Untersuchungen zur Verbesserung der ozeanographischen Kenntnisse
im Hinblick auf den Austausch und die Verlagerung von Wassermassen im
westeuropäischen Tiefseebecken durchgeführt. Die 69. Reise diente im 1.
und 3. Abschnitt Untersuchungen zum Wassermassentransport, der Hydro
graphie und Biologie im Seegebiet des Kanarenbeckens und am angrenzenden
Kontinentalhang, während im 2. Abschnitt die NOAMP-Arbeiten fortgeführt
wurden.
Das Forschungsschiff "Gauß" überwachte auf 17 Reisen routinemäßig das
Meerwasser auf schädliche Beimengungen und führte in Nord- und Ostsee
ozeanographische, geologische und geophysikalische Untersuchungen sowie
Baumusterprüfungen durch.