Meereskunde
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"Chemische ölbekämpfung" wurde ln Zusammenarbeit mit dem Institut für
Meeresforschung, Bremerhaven, durchgeführt. Bei Modellversuchen im Bor-
kumer Watt über die Auswirkungen von öl und Öldispergatorgemischen auf
das Wattensystem wurden etwa 130 Proben analysiert.
2.2.4 Meereskundliche Querschnittsaufgaben
Das DHI koordiniert die Aktivitäten der Bundesrepublik Deutschland zur
Überwachung der Nord- und Ostsee für die internationalen Übereinkommen
zur Verhütung der Meeresverschmutzung.
Diese Arbeit umfaßt den chemisch-physikalischen und den biologischen
Aspekt der Überwachung. Beim biologischen Monitoring kann das DHI nun
mehr auf die Mitarbeit der Biologischen Anstalt Helgoland und der Bun-
forschungsanstalt für Fischerei aufgrund von Ressortabstimmungen rech
nen. Außerdem wird die freiwillige Mitarbeit von Bundes- und Länderin
stituten genutzt.
Bei der vom Bundesminister des Innern federführend betreuten Interna
tionalen Nordseeschutz-Konferenz ist das DHI für die Arbeitsgruppe "Gü
tezustand der Nordsee" verantwortlich und arbeitet in zahlreichen ande
ren Arbeitsgruppen aktiv mit. Überdies betreut das DHI die wissenschaft
lichen Arbeitsgruppen der Übereinkommen zur Reinhaltung des Meeres von
Oslo, London und Helsinki. Hierzu gehören auch die Vorbereitung von
Sitzungen und die Leitung der jeweiligen Delegationen der Bundesrepu
blik Deutschland.
Ferner beriet das DHI unter dem Aspekt des Meeresumweltschutzes den
Bundesminister des Innern u. a. bei der EG und den Bundesminister für
Wirtschaft beim Tiefsee-Bergbau.
2.2.4.1 Dumping
Die wissenschaftlich-fachtechnischen Arbeiten innerhalb des Verfahrens
zur Erteilung von Erlaubnissen für die Einbringung bzw. Verbrennung von
Abfallstoffen auf der Hohen See gemäß dem "Gesetz zu den Übereinkommen
vom 15. Februar 1972 (Oslo) und 29. Dezember 1972 (London) zur Verhütung
der Meeresverschmutzung durch das Einbringen von Abfällen durch Schiffe
und Luftfahrzeuge" wurden weiter intensiviert. Die Bemühungen, durch
stufenweise Reduzierung der Abfallstoffmengen - mit dem Ziel, mittelfri
stig die Einbringung von Abfallstoffen völlig einzustellen - die Nord
see weiter zu entlasten, wurden erfolgreich fortgesetzt. Auch die Ein
bringung von ausgefaulten Klärschlämmen der Freien und Hansestadt Ham
burg in den Atlantik wurde im April endgültig eingestellt. In Tabelle 1
sind die in diesem Jahr mit deutscher Erlaubnis in die Hohe See einge-
brachten Abfallstoffe aufgeführt.
Die Abfallmengen aus der Titandioxidproduktion wurden ebenfalls weiter
reduziert. So wurden von den ursprünglich im Abfallstoff enthaltenen
ca. 230 000 t Grünsalz 1983 nur noch 48 745 t in die Hohe See einge
bracht.