Meereskunde
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Erdöl-Kohlenwasserstoffe:
Um jahreszeitliche Schwankungen zu erfassen, wurden auf drei Fahrten mit
FS "Gauß" in die Deutsche Bucht (im Januar, Juni/Juli und September)
insgesamt 106 Wasserproben aus verschiedenen Tiefen entnommen. Es zeigte
sich die bekannte Verteilung mit höheren Werten in Küstennahe und in den
Mündungsbereichen der Flüsse und niedrigeren zur offenen See hin.
Niedrige Konzentrationen im Juni/Juli scheinen die Annahme zu bestäti
gen, daß in den Sommermonaten infolge höherer Verdampfungsraten und
stärkeren bakteriellen Abbaus geringe Konzentrationen im Meerwasser vor
handen sind.
In der Nähe der Bohrplattformen in der mittleren Nordsee (Ekofisk-Ge-
biet) im September wurden ausnahmslos niedrige Konzentrationen vorgefun
den (Abb. 10).
Zusätzlich wurden 72 Sedimentproben entnommen und auf ihren Gehalt an
Erdöl-Kohlenwasserstoffen untersucht. Die Auswertung dieser Proben - wie
auch die genauere Bestimmung der Zusammensetzung der Kohlenwasserstoff-
Gemische mit Hilfe der Gaschromatographie-Massenspektrometrie-Kopplung
(GC/MS) - steht noch aus.
Auf einer Fahrt im August in die westliche Ostsee wurden auf den 22 Sta
tionen des DHI-Überwachungsnetzes 49 Wasserproben entnommen - mindestens
jeweils eine oberflächennahe und eine bodennahe Probe. Es zeigte sich
nahezu die gleiche Konzentration von 1 pg/l im Innern der Förden und
Buchten (Flensburger Förde, Kieler Förde, Eckernförder Bucht) wie in den
weiträumigeren Gebieten östlich Bornholms. Offensichtlich spielt der
Eintrag von Erdöl-Kohlenwasserstoffen durch Schiffs- und Hafenbetrieb
in der westlichen Ostsee keine bedeutende Rolle.
Abb. 10: Konzentration von Erdöl-Kohlenwasserstoffen Im September 1983
im Meerwasser (Oberfächennähe) in ug/1