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Full text: Jahresbericht 1983

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38. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1983 
Verschiedenes: 
Vom 24. bis 28. Oktober fand im DHI die Sitzung der IAEO-Arbeitsgruppe 
"Behaviour of long-lived radionuclides associated with the deep-sea dis- 
posal of radioactive wastes" statt. Vertreter aus 7 europäischen und 4 
Ländern in Übersee stellten in 17 Vorträgen umfangreiches Datenmaterial 
vor. Damit wurde ein guter Überblick über laufende und geplante For 
schungsprogramme gegeben, die mit der Versenkung radioaktiver Abfälle in 
der Tiefsee in Verbindung stehen. 
In Zusammenarbeit mit der IAEO wurden für ein Analysenvergleichsprogramm 
zur Bestimmung von Radionukliden zahlreiche Meerwasserproben ä 50 Liter 
aus der Ostsee entnommen und an die daran interessierten Institute der 
Ostseeanliegerstaaten verteilt. Das International Laboratory of Marine 
Radioactivity (IAEO) übernimmt die Auswertung der Ergebnisse. 
Die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien wurde fortge 
setzt. In Ausschüssen der IAEO, der Nuclear Energy Agency (NEA) und der 
EG wurden Sicherheitsfragen zum Dumping verpackter radioaktiver Abfälle 
in der Tiefsee und Fragen einer ständigen Überwachung dieser Seegebiete 
behandelt. 
2.2.3.3 Sedimentgeologie 
Kartierung der Schichtdicke leicht beweglicher Lockersedimente in der 
Nordsee: 
Die vor einigen Jahren abgeschlossene Kartierung der Verteilung der Se 
dimentarten an der Meeresbodenoberfläche in der Deutschen Bucht hat den 
Nachteil, daß lediglich die obersten 10 cm beschrieben werden. Da die 
tierische Wühltätigkeit bis mindestens 30 cm Tiefe reicht und in der 
flachen Nordsee die energetische Beeinflussung des Meeresbodens durch 
Seegang und Strömungen zu Dmlagerungen meterdicker Sedimentlagen führen 
kann, ist es notwendig, auch die tieferen Schichten zu untersuchen. Als 
Untergrenze wird der erste markante akustische Reflektor, der häufig die 
Basis der nacheiszeitlichen Nordseeablagerungen darstellt, angenommen. 
Die Mächtigkeit dieser rezenten leicht beweglichen Lockersedimente liegt 
im allgemeinen zwischen 0 m und wenigen Metern, lediglich im früheren 
Elbeurstromtal, in Teilgebieten der als Entenschnabel bezeichneten Nord 
westspitze des deutschen Festlandsockels und In den der Küste vorgela 
gerten Sandkörpern werden Schichtdicken von mehr als 10 m angetroffen. 
Diese Ergebnisse dienen nicht nur der Bilanzierung von Ablagerungsmengen 
in den erkennbaren Sedimentationsbecken, sie helfen auch, die jüngste 
erdgeschichtliche Entwicklung der südlichen Nordsee zu entschlüsseln - 
Voraussetzung zum Verständnis der aktuellen Situation. 
Die Untersuchungen, die mit einem niederfrequenten Sedimentecholot 
durchgeführt werden, laufen schon seit mehreren Jahren und konnten auch 
1983 nicht abgeschlossen werden. Zur Interpretation der akustischen Mes 
sungen wurden Sedimentkerne bis zu 3 m Länge mit Hilfe eines Vibrations 
kerngerätes genommen. Dabei fand wie in den Vorjahren eine enge Koopera 
tion mit dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung statt, das 
in einem Nordseeuntersuchungsprogramm die Kerne stratigraphisch und se-
	        
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