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Full text: Jahresbericht 1983

Meereskunde 
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men. Die Messung dieser Proben soll dazu beitragen, den Transport von 
Radionukliden, die aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie stammen, 
nach Norden hin besser zu erfassen. Um die sehr geringe Aktivitätskon 
zentration des Tritiums («0,1 Bq/1) im arktischen Tiefenwasser noch si 
cher bestimmen zu können, wurde die Nachweisempflindlichkeit des beste 
henden Analysenverfahrens diesem Konzentrationsbereich angepaßt. 
Im vom BMFT geförderten Nordostatlantischen Monitoring-Programm (NOAMP) 
wurden zahlreiche Wasserproben aus bis zu 16 verschiedenen Tiefenstufen 
einschließlich der bodennahen Schichten entnommen und auf ihren Gehalt 
an Cäsium 137 und Strontium 90 sowie einige auf Tritium und Plutonium 
analysiert. Diese Untersuchungen erstrecken sich auf das 1967 einmalig 
genutzte Verklappungsgebiet für schwach radioaktiven Abfall in der Ibe 
rischen Tiefsee bei 42° bis 43° N, 14° bis 15° W, auf das z, Z. durch 
einige eupropäische Staaten genutzte Seegebiet (45°50' N bis 46°10' N, 
16° W bis 17°30' W) (die Bundesrepublik Deutschland versenkt nicht!) und 
auf das Projektgebiet (46° N bis 48° N, 18° W bis 22° W). In diese Un 
tersuchungen wurden Radioaktivitätsanalysen an Sedimenten mit einbezo 
gen. 
Im November/Dezember fand die jährliche Nordsee-Überwachungsfahrt statt. 
Diese deckte vom Kanal her die südliche Nordsee ab und führte dann in 2 
Parallelschnitten bis in das Skagerrak und im Westen entlang der schot 
tischen Küste bis zu den Orkney-Inseln. Auf rund 100 Stationen wurden 
insgesamt 180 Wasserproben - meist 50 bis 100 Liter - entnommen, in de 
nen verschiedene künstliche Radionuklide bestimmt werden. 
Überwachung im Küstenbereich: 
Das Oberflächenwasser in der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee 
wird mit Hilfe eines Strahlenmeßnetzes mit kontinuierlich registrieren 
den Gammastrahlen-Überwachungsanlagen auf stärkere Radioaktivitätserhö 
hungen kontrolliert. Die Aufzeichnungen dieser Meßanlagen ließen keine 
Gefährdung durch radioaktive Stoffe erkennen. Es sind insgesamt 9 sol 
cher Anlagen auf Feuerschiffen, frei fahrenden Schiffen, der Forschungs 
plattform "Nordsee" und auf Helgoland in Betrieb. Da in Zukunft die Feu 
erschiffe nach und nach durch automatische Großbojen ersetzt werden, 
müssen die dort stationierten Strahlenüberwachungsanlagen ebenfalls auf 
automatischen bzw. Fernbedienungsbetrieb umgestellt werden. Die dazu er 
forderlichen Geräteerprobungen und Voruntersuchungen sind soweit abge 
schlossen, daß Anfang 1984 das erste Gerät dieser Art auf der Großtonne 
mit der vorgesehenen Position Fehmarnbelt eingesetzt werden kann. 
Auf den Feuerschiffen "Borkumriff" und "Deutsche Bucht" wurden monatlich 
Wasserproben entnommen und auf ihren Gehalt an Strontium 90 und Cäsium 
137 untersucht. Die durchschnittliche Aktivitätskonzentration von Cäsium 
137 mit Werten um 20 mBq/1 (0,5 pCi/1) liegt geringfügig niedriger als 
im Vorjahr. Ausgeprägte Konzentrationsschwankungen traten dabei nicht 
auf. Die Strontium-90-Aktivitätskonzentration stieg jedoch bei beiden 
Feuerschiffspositionen von 20 mBq/1 im September auf 40 mBq/1 im Oktober 
an und blieb im letzten Quartal konstant bei diesem Wert. Näherer Auf 
schluß hierüber wird von der Auswertung der im Dezember beendeten Nord 
see-Überwachungsfahrt erwartet. Die im Mai und Oktober vor der Schlei 
mündung entnommenen Proben zeigten für Cäsium 137 und Strontium 90 nur 
unbedeutende Abweichungen von denen des Vorjahres.
	        
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