32
38. Jahresber. Dt. Hydrogr. Inst. 1983
Weitere Aktivitäten:
Auf der Grundlage der Ergebnisse des Arbeitskreises "Luftüberwachung von
Ölverschmutzungen im Bereich See/Küste" nahm bei intensiver Mitarbeit
des DHI im Dezember eine neue Arbeitsgruppe "Luftüberwachung-ölver-
schmutzung" unter Leitung des BMVg ihre Arbeit auf. Sie soll bis 1986
ein deutsches Ölüberwachungsflugzeug mit einem leistungsfähigen Sensor
paket realisieren.
Außerdem wurden im Meßfeld Sylt alle Meßpfähle und Unterwasserbauten,
die im Verlauf der letzten 15 Jahre während der internationalen Großex
perimente errichtet wurden, beseitigt.
2.2.2 Physikalische Zustandsgrößen
2.2.2.1 Physikalische Meerwassereigenschaften
Messungen auf See:
Vom 4. bis 18. Mai wurden auf PS "Gauß" in der Deutschen Bucht Ausbrei
tungsvorgänge von künstlichen Tracern, die in der unmittelbaren Nähe
von Salzgehaltsfronten ausgebracht wurden, untersucht. Die ersten Aus
wertungen der Experimente zeigen, daß Fronten die Vermischung quer zur
Front behindern. Es wird im wesentlichen eine Ausbreitung parallel zur
Front beobachtet. Der Frontalzone in der Deutschen Bucht kommt damit ei
ne besondere Bedeutung bei der Ausbreitung und Vermischung des Elbe- und
Weserwassers zu. Aus diesem Grund beteiligt sich das DHI an einem von
der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten interdisziplinären Pro
jekt "Fronten in der Deutschen Bucht".
Für meeresoptische Untersuchungen wurden in der Zeit vom 4. Mai bis zum
6. Juni an fünf verschiedenen Positionen in der Deutschen Bucht Trü-
bungs- und Strömungsmesser ausgelegt. Damit wurden erstmals Dauerregi
strierungen der Trübung gewonnen, die Aussagen über die zeitlichen Ver
änderungen meeresoptischer Größen liefern sollen. Die Verpflichtung zur
Messung meeresphysikalischer Parameter bei der Überwachung des Meerwas
sers gemäß dem Helsinki-Übereinkommen und der Bund-Lättder-Vereinbarungen
wurde erfüllt (FS "Gauß", 23. August bis 16. September). Auf dieser
Überwachungsreise wurden auch meeresoptische Parameter an Wasserproben
bestimmt. Damit sollen die Beziehungen zwischen den Schwermetall- und
den Trübstoffkonzentrationen untersucht werden.
Unterstützt wurden die Untersuchungen im Nordostatlantischen Monitoring-
Programm (NOAMP I, "Meteor"-Reise 65). Vorläufige Auswertungen des um
fangreichen hydrographischen Beobachtungsmaterials lassen in Tiefen un
terhalb von 3000 m im Westeuropäischen Becken einen Kaltwasserdom - mit
horizontalen Ausmaßen von 50 bis 90 sm - erkennen. Gleichzeitig wurde
eine nicht erwartete zeitliche Variabilität der Temperatur und des Salz
gehaltes gefunden.
Datenauswertung und Ergebnisse:
Von den Feuerschiffen der Nord- und Ostsee sowie von Forschungsschiffen