Meereskunde
Bucht vorhanden war, deren Kontamination
hauptsächlich durch die Anlage in Sellafield domi
niert wurde. Dies ist an den typischen Aktivitäts
verhältnissen von Cs-137/Sr-90 zu erkennen. Der
zeitliche Verlauf der Tritiumkonzentration in der
Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee ist in
Abb. 7 zu erkennen.
Der Einfluß durch den Unfall von Tscherno
byl macht sich in der Nordsee nur noch im Ska
gerrak durch den Ausstrom aus der Ostsee be
merkbar.
Die Zeitreihen an den Positionen der ehe
maligen Feuerschiffe Borkumriff und Elbe 1
wurden fortgesetzt (bei Elbe 1 durch monatliche
Wasserprobenentnahme) und auf ihren Gehalt an
Cs-137 und Sr-90, den im Meerwasser radiolo
gisch wichtigsten Leitnukliden, untersucht. Der
langjährige Verlauf von Cs-137 ist in Abb. 8 dar
gestellt.
Die Kontamination der Ostsee mit künstli
chen Radionukliden war in den Jahren bis 1986
hauptsächlich durch die oberirdischen Kernwaf
fentests der sechziger Jahre bestimmt. Nach dem
Unfall von Tschernobyl hat sich das Inventar der
Ostsee an künstlichen Radionukliden stark er
höht. Dieser Eintrag spielt in der Ostsee nach wie
vor die dominierende Rolle, da der Wasseraus
tausch mit den offenen Wassermassen des Nord
atlantiks durch die dänischen Meerengen ein
geschränkt ist. Dementsprechend langsam ging
die Kontamination der Ostsee durch den Re
aktorunfall zurück, wobei in der westlichen Ost
see bis 1991 sogar ein leichter Anstieg der
Aktivitätskonzentration von Cs-137 durch das
Vordringen von Wassermassen aus den stärker
kontaminierten nördlichen Gebieten zu verzeich
nen war. Der Schwerpunkt des Fallouts im Jahre
1986 lag in der nördlichen Ostsee.
Die Teilnahme an der Reise mit dem VWFS
Deneb von Monaco nach Hamburg im April/Mai
1997 vom westlichen Mittelmeer durch den öst
lichen Nordatlatlantik in die Nordsee diente zur
Gewinnung von Vergleichsdaten aus anderen
Meeresgebieten. Sie werden für eine Datenbank
der IAEO, Monaco, im Rahmen des Projektes
MARAD verwendet, um die Radioaktivität in den
verschiedenen Teilen der Weltmeere zu bewer
ten. Die Tiefenprofile im Atlantik bis in 500 m
Tiefe zeigten die geringsten Konzentrationen so
wohl für Cs-137 als auch Sr-90, wobei eine weit
gehend konstante Konzentration bis in 500 m
Tiefe gefunden wurde. Sie lag für Cs-137 zwi
schen 2,1 und 2,7 Bq/m 3 und für Sr-90 zwischen
1,4 und 2,1 Bq/m 3 . Das Aktivitätsverhältnis dieser
beiden Nuklide ist typisch für den globalen Fallout
aus den oberirdischen Kernwaffentests der sech
ziger Jahre. Die Proben der Vertikalprofile aus dem
Mittelmeer liegen im Durchschnitt geringfügig
höher als im Atlantik (Cs-137: 1,8 bis 3,9; Sr-90:
1,3 bis 2,3 Bq/m 3 ); sie sind ebenfalls überwiegend
auf den globalen Fallout zurückzuführen.
Etwas anders sind die Ergebnisse für die
Transuranverteilung. Hier nimmt die Konzentra
tion mit der Tiefe zu, was auch in früheren Unter
suchungen beobachtet wurde. Auch hier liegen
die Pu-239 + 240-Werte im Mittelmeer etwas über
den Atlantikwerten. Im Kanal konnten keine hö
heren Konzentrationen aufgrund der Einleitungen
der Wiederaufbereitungsanlage La Hague beob
achtet werden.
Das BSH nahm durch zwei Mitarbeiter an
der vierwöchigen Reise des japanischen For
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