Technische Schiffssicherheit
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Die Meß- und Prüfeinrichtungen für Selbststeueranlagen wurden zur Simu
lation von Seegangsstörungen und des Steuerverhaltens von Schiffen er
weitert. Für Kursabtastsonden wurde eine durch Einfachheit, Stabilität
und Schutz gegen unbeabsichtigtes Verdrehen der Sonde gekennzeichnete
Halterung vorgeschlagen.
Auf zwei Baumusterprüfungsfahrten mit FS "Gauß" wurde das Verhalten von
Fahrtmeßanlagen in sehr tiefem und sehr flachem Wasser sowie die Abhän
gigkeit von Rollbewegungen untersucht.
Die navigatorlachen Aufgaben von Wendeanzeigern für Großschiffe wurden
mit Hilfe des Shiphandling-Simulators der Hochschule für Nautik Bremen
und in Gesprächen mit Nautikern abgeklärt. Die Leistungsforderungen an
Wendeanzeiger für große Schiffe wurden durch eine Stellungnahme für die
IMCO revidiert.
Die Radarerfaßbarkeit von Segel- und MotorJachten mit Metallmasten ohne
Radarreflektoren wurde untersucht. Es konnte nachgewiesen werden, daß
erzielte hohe Reichweiten ausschließlich von der senkrechten Stellung
der Masten abhängig waren, so daß die Ausrüstung dieser Fahrzeuge mit
zugelassenen Radarreflektoren weiterhin empfohlen wird.
Untersuchungen an Positionslaternen der Klasse I mit Silikat- und Kunst
stoffoptiken zeigten, daß diese ohne Beeinträchtigung der licht- und
farbmeßtechnischen Eigenschaften gegeneinander ausgetauscht werden kön
nen.
Die Untersuchungen über die Anzeigesicherheit von Echolotanlagen wurden
mit zwei Fahrten auf FS "Gauß" und einet Fahrt auf VWS "Wega" fortge
setzt.
Nach der Installation einer kleinen elektromagnetischen Schirmkabine
und der Einrichtung eines EMV*-Meßplatzes wurden die ersten Baumuster
prüflinge Emissionsmessungen unterzogen. Eine Anlage wurde dazu ver
gleichsweise auch im Prüffeld der Bundeswehr auf ihr EMV-Verhalten un
tersucht. Mit dem Germanischen Lloyd wurden die Ergebnisse unterschied
licher Meßmethoden verglichen. Der EMV-Meßplatz wurde zweimal für die
Störquellenermittlung und -beseitigung bei nicht baumusterprüfpflichti-
gen Geräten eingesetzt. Dabei wurden Erkenntnisse für die Abnahme von
Amateurfunkstationen auf Seeschiffen gewonnen.
Die Navigationsrechenanlage auf FS "Gauß" wurde weiter ausgebaut. Die
Software wurde laufend den Wünschen der Schiffsführung und der Einge
schifften angepaßt. Die Anlage erhielt eine V24-Schnittstelle, an der
ein ständig aktualisierter, definierter Datensatz ansteht, der beliebig
weiter verwendet werden kann. Mit einem selbst entworfenen Kreiselkom
paßinterface steht jetzt auch der Kompaßkurs im Rechner zur Verfügung.
Bei Übernahme der Winddaten aus der Bordwetterkarte ist es jetzt mög
lich, außer der gemessenen scheinbaren Windrichtung auch die wahre Wind
richtung im Datensatz anzubieten. Um alle an der Decca-Navigationsanla-
* Elektromagnetische Verträglichkeit